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Abnehmen – was sagt der Arzt?

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Frau Schmitt seufzte: „Mein ganzes Leben versuche ich abzunehmen. Na ja, als junges Mädchen war ich schlank. Eigentlich bis zur ersten Schwangerschaft.

Danach habe ich ein Dutzend Mal Diät gemacht. Manchmal hat es geklappt, manchmal nicht. Aber immer habe ich schnell wieder zugenommen. Jetzt wiege ich 78 kg. Herr Doktor, Sie sind meine letzte Hoffnung. Was kann ich machen?“
„Also Ihre letzte Hoffnung bin ich nicht. Gehen Sie mit dem Gefühl an die Sache, dass Sie es schaffen werden. Aber selbst wenn es nicht klappen sollte, dann machen Sie einfach einen neuen Versuch. Geben Sie nie auf!“

Frau Schmitt war jetzt 42 Jahre alt. Sie war wirklich etwas füllig.

Methoden abzunehmen

„Welche Methode empfehlen Sie mir?“ wollte sie wissen.
„Frau Schmitt, es gibt viele Methoden, wie man abnehmen kann. Wenn Sie eine Methode kennen, mit der Sie erfolgreich sind, dann bleiben Sie dabei. Aber das Problem ist ja gar nicht, abzunehmen. Das ist vergleichsweise einfach. Das Problem ist, wenn Sie nach der Diät so viel essen wie vorher, dann sind Sie in Null Komma Nix wieder beim alten Gewicht, ja schnell noch darüber. Wenn Sie schnell abnehmen, versucht der Körper, weil er nun mal ein größeres Gewicht gewöhnt ist, wieder zuzunehmen. Meist schießt er übers Ziel hinaus und Sie bemerken, dass Sie noch etwas zulegen. Das ist der bekannte Jojo Effekt.

Wenn Sie schon abnehmen wollen, machen Sie sich einen Spaß daraus.

„Was mache ich dagegen?“
„Sie kommen nicht darum herum, zu überlegen, wie Sie es nach der Diät halten wollen. Es gibt Menschen, die die überflüssigen Kalorien verbrennen. Aber Sie gehören zu den Menschen, die unweigerlich zunehmen, wenn Sie zu viele Kalorien zu sich nehmen.“
„Aber man liest doch immer, dass eine Umstellung der Ernährung hilft.“
„Ja, Umstellung heißt in dem Fall weniger essen oder Sachen essen, die zwar satt machen, aber nicht so viel Kalorien enthalten. Fett z. B. enthält pro Gramm doppelt so viel Kalorien wie Kohlehydrate und Eiweiß. Lernen Sie also geschmackvoll mit weniger Fett zu kochen. Ballaststoffe machen satt, sind aber nicht so gut verdaulich. Gemüse, besonders Hülsenfrüchte, Obst, Backwaren aus grob gemahlenem Mehl, Zusatzstoffe wie Kleie sind Beispiele dafür. Ballaststoffe sind auch aus anderem Grund gut für den Körper.“
„Helfen nicht auch Abführmittel?“
„Frauen, die eine Magersucht haben, benutzen oft Abführmittel. Sie erreichen damit, dass die Nahrung so schnell durch den Darm transportiert wird, dass sie nicht richtig verdaut werden kann. Aber diese Methode ist schädlich für den Darm und den Stoffwechsel.“
„Und wie ist es mit Sport?“
„Menschen, die den ganzen Tag körperlich anstrengend arbeiten, sind nicht dick, auch wenn sie sehr viel essen. Aber die strengen sich 5 mal 8 Stunden die Woche an. Das können  Sie durch Sport nicht erreichen. Wenn Sie eine Stunde jeden Tag Sport  machen würden, z. B. Joggen, wäre das sc hon sehr viel. Aber Sie verbrauchen dann pro Tag zusätzlich ungefähr die Kalorien von einem belegten Brot, also 150 bis 200 Kalorien. Der Effekt wäre also nicht sehr groß.  Trotzdem können Sie durch intensiven Sport den Körper dazu bringen, seinen Stoffwechsel mehr auf Verbrennung als auf Fettansatz umzustellen. Aber dann müssen sehr intensiv Sport machen, z. B.  fünf Mal die Woche eine Stunde Ausdauersport.“
„Und wie ist es mit Medikamenten?“
„Ja, das geht grundsätzlich. Früher waren eine Reihe von Appetitzüglern auf dem Markt. Das Antidepressivum Fluctin (in den USA heißt es Prosac) z. B. hemmt den Appetit und wird darum von vielen Frauen gern genommen. Aber gesund ist das auch nicht.“
„Hm“, meinte Frau Schmitt.
„Sie können natürlich auch so weiter essen wie bisher und machen nur regelmäßig eine Fasten- oder Diätkur. Dann sind mal schlank, mal weniger schlank. Aber dann brauchen Sie zwei mal eine Garderobe und für den Körper ist das ziemlich anstrengend.“
“Und wie ist es mit einer Operation?”
“Bei extremem Übergewicht sollte man das erwägen, weil großes Übergewicht immer gesundheitliche Schäden verursacht. Da wird der Magen verkleinert.”

Kaloriengehalt von Nahrungsmitteln, ein Beispiel

2 000 Kalorien am Tag braucht eine schlanke, mittelgroße Frau, die körperlich nicht anstrengend arbeitet. Ein Mann, der groß und kräftig ist und körperlich anstrengend arbeitet, braucht etwa das Doppelte, also ca. 4 000Kalorien. (Mit “Kalorie” sind eigentlich Kilokalorien gemeint: Weil 1 Kalorie sehr wenig ist, misst man den Kaloriengehalt in Kilokalorien: 1 kcal= 1000 Kalorien. Nun hat es sich aber eingebürgert, einfach nur Kalorien zu sagen, auch wenn Kilokalorien gemeint sind.)

Ein Mittagessen hat zwischen 500 und 700 Kalorien, eine Salamipizza 1 000. Ein nicht zu üppig belegtes Brötchen 200 Kal. Ein Salami Baguette, wie man es überall bekommt, hat 370 Kal. Eine Tafel Schokolade sind 500 Kal., ein kleines Eis 200. 0,3 l Bier sind 120 Kal. 0,2 l Cola oder Saft sind 90 Kal. Das sind alles nur ungefähre Werte. Auf den Packungen der Nahrungsmittel ist der genaue Kaloriengehalt vermerkt.

Drei Brötchen am Tag, Kaffee mit Milch, etwas Saft, ein Mittagessen, ein Abendessen bestehend aus Joghurt, einen Salat, der mit Öl angemacht ist, eine Scheibe Brot, 1 Glas Bier sind zusammen ungefähr 2 000Kal. Das würde für Sie reichen. Ein kräftiger Mann, der mehr verbraucht, würde noch ein Brötchen mehr essen, sich mittags mehr auf den Teller tun, abends noch etwas Wurst essen und zwei bis drei Bier trinken. So kommt er schnell auf 3 000Kal.

Ein paar Tips

„Frau Schmitt, wenn Sie zu viele Pfunde haben oder gar zunehmen, nehmen Sie auch zu viele Kalorien zu sich. Das ist ein Naturgesetz. Nur bei einer Krankheit kann es passieren, dass der Körper schwerer wird, ohne dass man mehr isst, wenn er nämlich Wasser einlagert.

Sie sind zwar übergewichtig, wenn man Sie an dem heute geltenden Schönheitsideal und den medizinischen Werten misst (der BMI, Body Mass Index, von Frau Schmitt war 28). Aber das bedeutet noch lange nicht, dass Sie abnehmen müssen. Je nach Alter und Typ sollte der BMI zwischen 20 und 30 liegen. Mit dem Gewicht können Sie gut leben.  So viel, dass Sie ein besonders großes Risiko haben, Bluthochdruck, Diabetes oder Arteriosklerose zu bekommen ist es nicht. Nur extremes Übergewicht ist eine Krankheit und braucht ärztliche Behandlung. In Ihrem Fall meine ich, dass Sie nur abnehmen sollten, wenn es ihr Wunsch ist.

Wenn Sie dauerhaft weniger wiegen wollen, dann denken Sie darüber nach, wie Sie dauerhaft weniger essen. Wollen Sie die Naschereien zwischendurch abschaffen? Wollen Sie seltener essen, kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen oder Nahrungsmittel, die kalorienärmer sind? Wollen Sie den Weg über intensiven Sport gehen oder beides kombinieren? Wollen Sie es darauf ankommen lassen und wenn das Übergewicht wieder da ist, erneut eine Diät oder Fastenkur zwischenschieben?

Wenn Sie morgens nicht frühstücken, kommt der Hunger im Laufe des Tages spät oder nur leicht. Kohlehydrate beim Frühstück regen die Insulinproduktion an und das macht Hunger. Vergessen Sie also den Spruch, morgens wie ein König zu frühstücken.

Wie oft Sie am Tage eine Mahlzeit zu sich nehmen, ist nicht so wichtig. Wenn es schließlich auch nur einmal am Tage wäre, damit lässt sich sehr gut leben. Glauben Sie nicht, dass dies gesundheitsschädlich sei! Manche Menschen können ihr Gewicht besser regulieren, wenn sie wenige Mahlzeiten zu sich nehmen, andere, wenn sie öfter und weniger essen. – Das gilt natürlich nicht für Diabetiker, die regelmäßig essen sollen. Überhaupt, bei ernsthaften Erkrankungen, z. B. Diabetes, Nierenkrankheiten, koronare Herzkrankheit sollte man vorher seinen Arzt fragen, wenn man ernsthaft fastet oder die Ernährung umstellt.

Man kann auch ein Grundnahrungsmittel, z. B. Kohlehydrate ganz weglassen. Dann nimmt man auch ab. Aber so kann man sich nicht auf Dauer ernähren.

Alkohol in jeder Form hat Kalorien, wenn auch nicht sehr viel. Alkohol hemmt die Fettverbrennung.

Kaufen Sie nicht so viel ein! Sie brauchen keine drei Sorten Käse und Wurst und und und … Führen Sie sich nicht selbst in Versuchung! Machen Sie den Kühlschrank nicht so voll! Wenn viel im Haus ist, regt es Ihren Appetit an.

Es ist für den Anfang oft nützlich, sich auszurechnen, wie viel Kalorien man isst. Aber schnell bekommen Sie ein sehr verlässliches Gefühl dafür, wann es zu viel wird. Wahrscheinlich haben Sie dieses Gefühl längst. Verlassen Sie sich darauf!“

Wenn Sie mich fragen

„Alles prima“, meinte Frau Schmitt. Was soll ich nun tun? Sie sind Arzt, geben Sie mir einen Rat!“
„Gut“, antwortete ich „ich gebe Ihnen zwei Möglichkeiten zur Auswahl.

Erste Möglichkeit: Sie gewöhnen sich daran, mit dem Essen kurz vor dem Sättigungsgefühl aufzuhören. So können Sie langsam abnehmen und das niedrige Gewicht halten. Sie kommen dann in die angenehme Lage, etwas mehr zu essen zu können, wenn Sie zu viel abgenommen haben. Sie regen sich nicht auf, wenn es mal ein paar Kilo zu viel sind,. weil sie stur dabei bleiben, aufzuhören, kurz bevor das Sättigungsgefühl kommt. Man kann sich daran für sein Leben gewöhnen. Das ist die einfachste und wirksamste Methode. Vielleicht ist es für den Anfang schwer, sich daran zu gewöhnen.

Zweite Möglichkeit: Sie wollen schnell einen Erfolg sehen und machen eine Diät, um abzunehmen. Während des Abnehmens tun Sie folgendes: 1. Informieren Sie sich im Internet, was Ihr Idealgewicht ist. Das können  Sie an Hand des BMI festlegen, der für Sie gilt. Sehen Sie unter dem ersten unten angegebenen Link nach. 2. Informieren Sie sich im Internet, wie viel Kalorien Sie am Tag essen dürfen, wenn Sie Ihr Wunschgewicht erreicht haben und es halten wollen. Das hängt von Ihrer Größe und der körperlichen Aktivität ab. 3. Überlegen Sie sich, wie Sie Ihre Ernährung einrichten, um diese Kalorienzahl nicht zu überschreiten.

Das ist der aufwändigste Abschnitt. Sie sollten das sehr genau überlegen, Rezepte suchen, sich über den Kaloriengehalt der Nahrungsmittel informieren usw. usw. 4. Wenn Sie das gewünschte Gewicht erreicht haben, stellen Sie Ihre Ernährungsweise so um, wie Sie es unter Nr. 3 festgelegt haben.

Sie können auch mit Nr. 1 anfangen und lassen die Diätkur weg. Stellen Sie Ihre Ernährung gegebenenfalls gleich um,  essen aber anfangs so viel wie Sie jetzt mit dem Übergewicht brauchen. Die Fettzellen, die jetzt zu viel sind, brauchen ja auch Energie. Dann fahren Sie mit Nr. 2 fort und reduzieren sehr langsam die tägliche Kalorienmenge auf das erforderliche Maß, so wie unter Nr. 3 errechnet.

Hauptsymptome: Zu viele Kilogramm.

Behandlung: Weniger essen. Die Frage ist natürlich, wie?

Zum Body Mass Index: https://www.uni-hohenheim.de/wwwin140/info/interaktives/bmi.htm

Wie errechnet sich der Kalorienbedarf? http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/kalorienrechner-so-viele-kalorien-verbraucht-ihr-koerper-taeglich-a-832713.html

Kalorientabelle: http://www.novafeel.de/ernaehrung/kalorientabelle/kalorientabelle.htm

Speisen mit geringem Kaloriengehalt: Suchen Sie im Internet unter „kalorienarme Rezepte“

Beitrag von , letztmals geändert am 31.10.2015, 19:37 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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