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Alkoholismus – Coabhängigkeit

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Alkohol ist auch ein soziales Phänomen

Frau von Winterstein ist eine schöne Frau, wohl Anfang 40, die mich ihres Mannes wegen aufsucht. Er trinke so viel. Er habe eine große Firma geerbt, so dass sie finanziell ohne Sorgen leben könnten, auch wenn ihr Mann oft das Geld zum Fenster hinaus wirft. Es ist aber genug da und die Geschäftsführer der Firma sorgen dafür, dass die Firma nicht pleite geht. „Wie viel trinkt er denn so am Tag und wie benimmt er sich, wenn er getrunken hat?“ will ich wissen.

Die schöne Seite

„Wenn er getrunken hat, ist er ganz lieb. Mami nennt er mich und er lässt sich wie ein kleines Kind versorgen“, erzählt Frau von Winterstein. „Er liegt den ganzen Tag auf der Couch, zieht sich nicht mal richtig an und ich soll nur um ihn rum sein. Ich habe zwei Kinder, der jüngere ist von ihm, die brauchen mich. Nein, Sex gibt es schon lange nicht mehr. Kann er gar nicht, weil er viel zu betrunken ist. Als ich ihn kennen lernte, etwa vor 10 Jahren, hat er auch schon getrunken, aber nicht so viel. In den letzten Jahren habe ich ihn gar nicht mehr nüchtern erlebt.“ Frau von Winterstein erzählt sehr freimütig.

„Meine Eltern hatten wenig Zeit für mich. Mein Onkel, der in der Firma meiner Eltern arbeitete, hatte keine Kinder und hat mich verhätschelt. Ich war mehr bei ihm und seiner Frau als bei meinen Eltern. Er trank auch, nicht so viel, aber er roch eigentlich immer nach Alkohol. Darum mag ich diesen Geruch und als ich meinen Mann kennen lernte, hat es mir gefallen, dass er viel trank. Nur, jetzt habe ich eigentlich keinen Mann mehr, sondern ein drittes großes Kind. Ich helfe mir mit einem Liebhaber. Aber das gefällt mir nicht. Ich will einen Mann haben, der auch mit mir schläft und mit dem ich reden und mit dem ich was machen kann. Können Sie sich vorstellen, dass ich drei Jahre nicht mehr mit ihm weg war? Kein Restaurant, kein Kino, kein Spaziergang, nur manchmal eine Familienfeier.“

Frau von Winterstein war coabhängig, wie man das nennt. Sie unterstütze den Alkoholismus ihres Mannes. Sie war es offen, das heißt sie hatte am Anfang keinen Hehl daraus gemacht, dass ihr der Alkoholgebrauch des Mannes gefiel. Oft ist die Coabhängikeit versteckt. Eine Mutter macht dem Sohn Vorwürfe, dass er zu viel trinkt, aber besorgt ihm das Bier. Oder der Coabhängige trinkt selbst zu viel. Er oder sie macht dem Alkoholiker Vorwürfe und versteckt dahinter den eigenen Missbrauch. Frau von Winterstein trank zwar gelegentlich gern etwas, aber sie war bestimmt nicht abhängig.

„Was werden Sie denn tun, wenn er nicht aufhört?“ will ich wissen.
„Ich werde ihn verlassen.“
„Okay, dann sagen Sie ihm das, freundlich aber mit aller Deutlichkeit, vielleicht mit einem Zeugen, dem Sie und Ihr Mann vertrauen. Und bieten Sie ihm an, ihm zu helfen, trocken zu bleiben.“

Der Herr von Winterstein trinkt, weil er das Leben eines erwachsenen Mannes nicht aushalten kann. Er trinkt, um den einzigen Zustand zu erreichen, in dem er sich einigermaßen wohl fühlt, nämlich den Zustand eines kleinen Kindes. Wenn er trocken ist, fehlt ihm etwas elementar Wichtiges. Wenn er betrunken ist, fühlt er sich besser, aber ist zu nichts zu gebrauchen. Vielleicht würde ihm eine lange Therapie helfen, die Kraft zu gewinnen, die er braucht, um ein erwachsener Mann zu sein.

Die hässliche Seite

Frau von Winterstein kam nach gut einem halben Jahr wieder. Ihr Mann trank nicht mehr. „Aber früher war er mir lieber als jetzt. Er ist unfreundlich und ich habe nicht das Gefühl, das er mich liebt. Er arbeitet auch wieder in der Firma. Auch da ist er nicht beliebt. Eine Therapie will er nicht machen.“ Es war nun deutlich: Herr von Winterstein kann das Leben nüchtern eigentlich nicht ertragen und sich selbst auch nicht. Darum war im nüchternen Zustand ungenießbar.

Herr von Winterstein war schnell wieder rückfällig. Die Beziehung zu seiner Frau hat ihm nicht die Stabilität gegeben, die er brauchte, um trocken zu bleiben. Es gab nun unschöne Situationen zu Hause und einmal habe ich Herrn von Winterstein gegen seinen Willen in eine geschlossene Anstalt zur Entgiftung eingewiesen, um Frau und Kinder vor seiner Wut zu schützen; denn nachdem er wusste, dass seine Frau ihn verlassen würde, war er gar nicht mehr so lieb. Durch sein aggressives Benehmen hat er die Trennung beschleunigt. Seine Frau hat die Kinder genommen und ist gegangen.

Frau von Winterstein wurde ihre Neigung zum Verhängnis. Ihr nächster Mann trank auch zu viel. Ich habe sie jetzt lange nicht mehr gesehen. Herr von Winterstein hat die Trennung nicht verwunden. Er trinkt nun noch mehr als früher und ist auch die Beute von Haien, die ihm allmählich sein Vermögen abnehmen. Ich weiß auch nicht, wie man ihm helfen könnte. Niemand kann ihm den ersten Schritt abnehmen, nämlich anzuerkennen, dass er aufhören sollte. Aber er hat sich immerhin um seinen Sohn gekümmert. Das hat ihm auch selbst etwas Halt gegeben. Wenn er eine Verabredung mit seinem Sohn hatte, war er nüchtern.

Hauptsymptome: Der oder die Coabhängige unterstützt direkt oder indirekt, bewusst oder unbewusst die Abhängigkeit eines Familienangehörigen. Behandlung: Für ein Abhängigen ist es besonders schwer, vom Alkohol los zu kommen, wenn er nicht in seinen Bemühungen unterstützt wird. Manchmal ist es für Angehörige schwer zu erkennen, wie eine solche Unterstützung beschaffen sein sollte.

Eine amüsante Geschichte über Alkoholismus ist der Roman von

Im Internet findet man Selbsthilfegruppen auch für die Angehörigen von Suchtkranken. Bei den Anonymen Alkoholikern z. B.  heißen sie Al-Anon Grupppen.

 

 

Beitrag von , letztmals geändert am 19.10.2015, 11:59 Uhr.

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Prof. Dr. med. Frank Matakas
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