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Arm gebrochen

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Als Kevin mit seiner Mutter durch die Tür kam, sah ich an seinem Gesicht, dass es etwas Ernstes war. Das Gesicht von Kevin war grau, der Schweiß stand ihm auf der Stirn, er hatte offensichtlich starke Schmerzen.

Es war etwas mit dem linken Arm. Der war an den Körper notdürftig mit einem Verband festgebunden.
„Beim Fußballspielen“, sagt die Mutter „ich wurde gerufen und habe ihn gleich hergebracht. Er ist wohl auf den linken Arm gefallen.“
Kevin kannte ich schon einige Zeit. Er ist ein Draufgänger, macht leidenschaftlich gerne Sport und hat sich schon viele Blessuren zugezogen. Er ist auch gar nicht wehleidig.

Ich wollte mir den Arm ansehen, aber Kevin konnte ihn nicht bewegen, so schmerzhaft war es. Also blieb mir nichts anderes übrig, als das langärmelige Vereinshemd aufzuschneiden. Was ich sah, reichte mir. Der Unterarm war dick geschwollen und gerötet. „Kannst du den Arm bewegen oder die Hand?“ wollte ich wissen. Kevin versuchte es. Aber nur die Fingerspitzen bewegten sich etwas. „Tut es sehr weh?“ Kevin nickte.
„Wahrscheinlich gebrochen. Jetzt fährst du mit deiner Mutter ins Krankenhaus. Die machen erst mal ein Röntgenbild und dann wird die Sache wieder gerichtet. Brauchst aber keine Angst vor Schmerzen zu haben. Wenn die im Krankenhaus was machen, bekommt du eine Narkose.“

Auf diesem Röntgenbild sieht man, dass der Oberarmknochen gebrochen ist.

Was passiert bei einem Knochenbruch?

Die Knochen bestehen beim Embryo aus Knorpel oder einer Art Bindegewebe. Sie sind darum zu Anfang biegsam. Hart werden die Knochen durch Einlagerung von Kalk. Bei Kindern im Alter von Kevin sind die Knochen noch nicht so hart wie beim Erwachsenen. Weil sie biegsamer sind, brechen sie auch nicht so leicht. Deswegen brechen sich Kinder und Jugendliche vergleichsweise selten die Knochen, obwohl sie oft fallen. Im Alter werden die Knochen immer spröder. Zugleich werden sie auch dünner, besonders bei einer Osteoporose (s. den Beitrag). Alte Leute brechen sich sehr viel leichter die Knochen, z. B. bei Stürzen, die ein Erwachsener oder Jugendlicher ohne weiteres unverletzt überstehen würde.


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Nicht immer bricht der Knochen einfach nur durch. Beim Skifahren z. B. entstehen oft Brüche am Bein, weil das Bein bei einem Sturz nicht nur genickt sondern auch verdreht wird. Dadurch können durch die gleichzeitige Drehung Knochenstücke abgesprengt werden. Oder wenn die Hand z. B. unter einen schweren fallenden Gegenstand gerät, können die Knochen ziemlich zertrümmert werden. Dann ist es schwierig, sie wieder in die richtige Lage zu bringen.

Bei einem Knochenbruch kann es zusätzlich zu einer Verletzung mit einer offenen Wunde kommen.

Behandlung

Bei einem Knochenbruch müssen die Knochen wieder in die richtige Lage zueinander gebracht werden. Sonst würden sie ja schief zusammen wachsen. Die Knochenenden wieder in die richtige Lage zu bringen, ist extrem schmerzhaft und wird darum in Narkose vorgenommen. In Narkose werden die Knochen heute meist durch Nägel, Schrauben oder Platten wieder verbunden. Wenn alles verheilt ist, werden die Metallteile entfernt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass man die Knochen gut in die richtige Position bringen kann, besonders abgesprengte Knochenteile. Durch die Nagelung kann der Arm oder das Bein auch wieder schnell bewegt werden. Bewegung ist notwendig um Muskelschwund und Versteifung der Gelenkkapsel zu verhindern.

Bewegung ist besonders bei alten Leuten wichtig. Wenn sie lange im Bett liegen, können sie leicht eine Lungenentzündung bekommen. Die Knochen entkalken schnell, die Muskeln verlieren an Kraft. Deswegen ist in diesen Fällen die Nagelung oft von großem Vorteil. Nach wenigen Tagen, wenn die Operationswunde einigermaßen verheilt ist, können die Alten aufstehen und laufen.

Aber ein Gipsverband hat auch Vorteile. Er ist einfacher zu machen und verlangt keine komplizierte Operation. Voraussetzung ist aber, dass es keine offene Wunde am Bruch gibt und dass trotz des Gipsverbandes die Beweglichkeit erhalten bleiben kann. Wenn z. B. ein Unterarmknochen (es sind ja zwei, die Speiche und die Elle) ziemlich in der Mitte gebrochen ist, dann kann man den Unterarm unter Umständen in Gips legen, so dass der gebrochene Knochen in seiner richtigen Stellung festgehalten wird. So war es bei Kevin. Ellenbogengelenk und Handgelenk können  bewegt werden, ohne dass der gebrochene Knochen verrutscht.

Wenn aber zusätzlich eine offene Wunde an der Bruchstelle besteht, geht das mit dem Gips nicht. Eine offene Wunde muss zugänglich bleiben, unter anderem damit man sie sauber halten kann und sich keine Bakterien in der Wunde ansiedeln.

Bei manchen Knochenbrüchen macht man auch nichts weiter als dass man den Knochen möglichst ruhig stellt. Ein Knochenbruch des Schädels, ein Bruch an einem Wirbelkörper, ein Bruch des Wadenbeins (ein dünner, nicht sehr wichtiger Knochen, der parallel zum Schienenbein im Unterschenkel verläuft), der Bruch eines Zehenknochens sind Beispiele dafür.

Kevin hatte Glück. Er kam mit einem Gips aus. Als er nach ein paar Tagen wieder in die Praxis kam, ich wollte kontrollieren, ob der Gips richtig saß, hatten sich natürlich alle seine Freunde auf dem Gips verewigt. Kevin war fast stolz auf seine Blessur. Nach knapp 8 Wochen waren die Knochen wieder zusammen gewachsen, was man im Röntgenbild gut sehen konnte. Der Gips konnte weg. Aber Fußballspielen war noch nicht. Erst nach insgesamt drei Monaten erlaubte ich es ihm.

Hauptsymptome: Schwellung, Schmerzen, Röte, Bewegung des gebrochenen Knochens nicht möglich.

Behandlung: Knochen müssen in die richtige Lage gebracht werden. Dann Ruhigstellung durch Nagelung, Schrauben oder Gips.

Beitrag von , letztmals geändert am 23.03.2016, 18:48 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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