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Bandscheibenvorfall

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Herr Brauner hat vor drei Jahren die Firma seines Vaters übernommen.  Er konnte den Umsatz in der Zeit sehr steigern. Dabei hat er sich auch  sehr um die Mitarbeiter seiner Firma bemüht. Vor wenigen Jahren hat er geheiratet, nachdem die Mutter gestorben war,  und er hat seit knapp einem Jahr eine kleine Tochter. Insgesamt ein bisschen viel an Belastung.

Die Wirbelsäule mit den seitlich aus- und eintretenden Nerven. Das Rückenmark liegt innen und sieht man nicht. Hinten und an den Seiten haben die Wirbelknochen Fortsätze, die im Text nicht beschrieben sind.

Symptome

Er war an dem Tag wie gewöhnlich in die Firma gefahren. Im Laufe des Vormittags bekam er Schmerzen im Kreuz, der in das linke Bein über die Pobacke ausstrahlte. Nach einigen Stunden konnte er vor Schmerzen nicht mehr gehen. Er ließ sich nach Hause fahren und konnte kaum noch aus dem Auto steigen. Der Schmerz nahm weiter zu, schließlich hätte er am liebsten laut gebrüllt. Ich wurde gerufen und meine Verdachtsdiagnose war schnell klar. Ein Bandscheibenvorfall. Ich konnte sogar sagen, wo er sich ereignet hatte, weil der linke Fußheber, also der Muskel, mit dem der Fuß angehoben wird, nicht mehr funktionierte. Der Nerv, der den Fußheber versorgt, tritt zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel aus dem Wirbelkanal aus. Dieser Nerv war betroffen.

Die Beschwerden von Herrn Brauner waren sehr viel heftiger als bei einem “Hexenschuss”, was die Mediziner Ischialgie nennen.

Anatomie

Die Wirbelsäule besteht aus 24 Knochen, den Wirbelkörpern (das Steißbein nicht mitgerechnet), die wie Bauklötzer aufeinander gesetzt sind und durch Sehnenbänder zusammen gehalten werde. So ergibt sich eine Säule, die Wirbelsäule. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern liegt eine Scheibe, bestehend aus knorpelähnlichem Material, die Zwischenwirbelscheibe. Die puffert die einzelnen Wirbelkörper gegeneinander ab.

Stellen Sie sich nun vor, dass die Wirbelsäule von oben bis unten aufgebohrt ist, so dass sich ein Rohr ergibt, das vom Kopf bis zum Steiß reicht. In diesem Rohr, dem sogenannten Wirbelkanal, liegt das Rückenmark, das oben mit dem Gehirn verbunden ist. Das Rückenmark besteht aus den Nervenleitungen, die vom Gehirn kommen oder zum Gehirn hin verlaufen. An jeder Stelle, wo zwei Wirbelkörper aufeinander liegen – mit der Zwischenwirbelscheibe dazwischen – gibt es rechts und links kleine Löcher, durch die Nervenstränge, aus dem Rückenmark kommend, in den Körper oder aus dem Körper ins Rückenmark laufen. Die Nervenverbindung zwischen Gehirn und einem Körperorgan verläuft also so: Gehirn, Rückenmark, Nervenstrang, der aus dem Rückenmark durch die seitlichen Löcher in den Körper zieht, Körperorgan. So werden die Körperorgane, vor allem die Muskeln, vom Gehirn aus gesteuert. Ebenso gibt es die umgekehrte Richtung. Von den Organen und Muskeln ziehen Nerven durch den Körper und den Wirbelkanal bis zum Rückenmark, von wo sie bis ins Gehirn weiterziehen. Das Gehirn empfängt so über die Nerven Signale von allen Körperorganen, vor allem von den Sinnesorganen.

Die Nervenstränge können an den Stellen, wo sie aus dem Wirbelkanal austreten,  gequetscht werden, wenn eine Zwischenwirbelscheibe von den Wirbelkörpern so gepresst wird, dass sie zur Seite vorquillt (wie Marmelade zwischen den Brotscheiben am Rand vorquillt, wenn man die Scheiben aufeinander presst). Auf dem MRT (Magnetresonanztomographie, eine Methode, mit der man ähnlich wie beim Röntgen innere Körperteile sichtbar machen kann), das ich noch am gleichen Tag machen ließ, konnte man die vorquellende Bandscheibe sehen (ein Prolaps, wie es in der Medizin heißt) und wie dadurch ein Nerv verdrängt wurde. Das tat so weh.

Wenn die austretenden Neven nur wenig gedrückt und gereizt werden, z. B. durch eine Schiefhaltung der Wirbelsäule, dann entstehen auch Schmerzen. Die sind, obwohl oft sehr belastend, doch nicht so heftig wie bei einem Bandscheibenvorfall.

Behandlung

Ich hatte Herrn Brauner gleich zu Anfang eine Spritze mit einem sehr starken Schmerzmittel gegeben, das er auch die nächsten drei Tage bekam. Damit war er schmerzfrei, aber auch ziemlich benommen. Er musste im Bett bleiben und die Rückenmuskulatur sollte durch Wärme entspannt werden. Nach zwei Wochen war er wieder arbeitsfähig. Der linke Fußheber ist immer noch ganz  leicht geschwächt und das wird möglicherweise so bleiben. Aber das ist nichts, was Herrn Brauner wirklich behindern würde.

Manche meiner Kollegen hätten wegen der Lähmung zu einer raschen Operation geraten. Ich nicht. Bei Herrn Brauner war, nachdem die Schmerzen bekämpft waren und er Bettruhe einhielt, keine Gefahr, dass sich die Lähmung weiter ausdehnen würde. Eine Operation in dem schwieregen Terrain an der Wirbelsäule, wo Knochen, Bänder, Muskeln, Nerven, Blutgefäße eng beieinander liegen, kann leicht zu Vernarbungen führen, die Beschwerden machen.

Herr Brauner macht jetzt Sport. Die Zeit nimmt er sich, egal was auf ihn einstürmt. Mit einer Kräftigung der Rückenmuskulatur ist er am besten gegen Rückfälle geschützt.

Hauptsymptome: Schmerzen im Kreuz, in die Beine ausstrahlend. Die Schmerzen können unterschiedlich heftig sein, je nachdem wie stark ein Nerv unter Druck gerät. In schlimmen Fällen sind einzelne Muskeln gelähmt oder Hautbezirke taub. Selten kommt es zu Blasenstörungen.

Behandlung   Ruhe, Wärme, Schmerzbekämpfung. In extremen Fällen muss operiert werden. Wichtig ist Vorbeugung durch Kräftigung der Rückenmuskulatur.

Beitrag von , letztmals geändert am 07.03.2015, 18:51 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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