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Bauchschmerzen

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Was ist harmlos?

In die Sprechstunde kommen die Patienten gar nicht so oft mit Bauchschmerzen. Öfter höre ich, dass jemand Bauchschmerzen vor einiger Zeit hatte. Vielleicht ist es das häufigste Symptom in der Medizin.

Aber meistens geht man damit nicht gleich zum Arzt. Es zwickt und zwackt schon mal im Bauch und wenn gleichzeitig mehr Winde abgehen, denkt man, dass es Blähungen sind, die die Schmerzen verursachen. Oder aber die Schmerzen sind mehr oben, unter den Rippen, nehmen einem den Appetit und man denkt, dass es der Magen ist, der sich nicht wohl fühlt. Viele Menschen haben gelegentlich Sodbrennen, ein mehr brennender Schmerz, den man im unteren Abschnitt hinter dem Brustbein empfindet. Wenn der Bauchschmerz nur gelegentlich kommt, beunruhigt es einen auch nicht sehr. Besonders krank fühlt man sich bei diesen Beispielen auch nicht.

Bauchschmerzen, die nur gelegentlich auftreten, nicht besonders heftig und auch nicht von einem schweren Krankheitsgefühl begleitet sind, sind eben in der Regel harmlos. Ein Arztbesuch erübrigt sich. Damit ist auch gleich gesagt, was ernster zu bewerten ist. Wenn die Schmerzen häufiger, regelmäßig oder gar ständig vorhanden sind, wenn sie heftig sind, oder wenn sie von einem starken Krankheitsgefühl begleitet sind, dann ist das eine Sache für den Doktor.

grün Lunge, rot Herz, braun Leber, darunter dunkelgrün Gallenblase, oker Milz, gelb Magen, darunter querliegend als hellblauer Schatten Bauchspeicheldrüse, violett Nieren, weiß Darm (der eigentlich vor den Nieren liegt)

Die Organe im Bauch

Der Bauch enthält viele Organe, die Schmerzen verursachen können: der untere Teil der Speiseröhre, der Magen, der Dünndarm, der Blinddarm (eigentlich ist es der sog. Wurmfortsatz), der Dickdarm, die Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die Leber, die Gallenblase, die Milz, die Nieren, die Harnleiter (durch die der Urin von den Nieren in die Harnblase fließt), die Körperschlagader. Im Unterleib können es die Blase, die Eierstöcke, die Eileiter, die Gebärmutter (Uterus) oder die Prostata sein. Auch die Bauchwand oder ein Leistenbruch können Schmerzen verursachen. Schließlich können Erkrankungen von Lunge oder Herz, die im Brustraum liegen, Schmerzen machen, die wie Bauchschmerzen empfunden werden.

Die Organe können unterschiedlich erkranken. So können z. B. die Gänge, die die Galle aus der Gallenblase in den Darm leiten, durch einen Gallenstein verstopfen. Dann staut sich die Galle in der Gallenblase und das tut weh. Es kann aber auch zu einer durch Bakterien verursachten Entzündung in der Gallenblase kommen, was ebenfalls sehr weh tut. Das gleiche kann auch mit der Niere passieren. Ein Stein kann den Abfluss des Urins im Harnleiter behindern, was eine Nierenkolik auslöst (Kolik nennt man krampfartige Schmerzen der Organe). Oder es kann sich eine bakterielle Entzündung im Nierenbecken entwickeln, was dauerhaft Schmerzen verursacht. Wenn Darmkrebs so groß geworden ist, dass er den Transport des Darminhaltes verhindert, passiert beides. Zuerst kommt es zu Darmkoliken, weil der Darm versucht, das Hindernis mit vermehrtem Kraftaufwand zu überwinden. Dann kommt es nach ein paar Tagen dazu, dass Bakterien durch die Darmwand in den Bauchraum gelangen und dort eine Bauchfellentzündung verursachen.

Ursachen

Es gibt vier wesentliche Ursachen von Erkrankungen im Bauchraum. Erstens, die vielen Hohlorgane können verstopfen.
Speiseröhre: Selten, dass mal was darin stecken bleibt. In der Regel merkt man, was los ist.
Darm: Ein Verschluss kann z. B. durch eine Geschwulst (der Arzt sagt Tumor) entstehen, die unbemerkt gewachsen ist. Es kann aber z. B. auch passieren, dass ein Stück Darm kein Blut mehr bekommt, weil die entsprechende Schlagader verstopft ist. Dann kann sich dieses Stück nicht mehr bewegen, kann den Inhalt nicht weiter befördern, was die gleiche Wirkung hat wie eine Verstopfung an der Stelle.
Gallenblase: der Abfluss kann z. B. durch einen Stein verstopft werden.
Bauchspeicheldrüse: die ist selbst kein Hohlorgan. Aber die Gänge, die die Verdauungssäfte in den Darm leiten, können verstopfen. Wenn das passiert, kommt es dazu, dass diese Säfte die Bauchspeicheldrüse selbst andauen. Das ist natürlich eine Katastrophe, wenn sich die Bauchspeicheldrüse gewissermaßen selbst verdaut.
Harnleiter und Nierenbecken: Vor allem Steine können den Abfluss behindern.
Eileiter: Weh tun sie bei Entzündung. Das kommt nicht selten vor. Manchmal  findet eine befruchtete Eizelle nicht den Weg in die Gebärmutter, setzt sich im Eileiter fest und entwickelt sich dort weiter. Das geht natürlich nicht gut. Diese Art Schwangerschaft (medizinisch: extrauterine Schwangerschaft), die sich außerhalb der Gebärmutter entwickelt, kommt bald zu einem schmerzhaften Ende.

Es kann zweitens in einem Organ eine Entzündung entstehen. Wenn z. B. ein Magengeschwür durchbricht, fließt etwas Magensaft in den Bauchraum und verursacht dort eine Entzündung. Auch ein entzündeter Blinddarm kann durchbrechen und eine Entzündung im Bauchraum verursachen. Alle Organe können aber auch selbst an einer Entzündung erkranken. Durchfall, der durch Bakterien verursacht wird, ist Folge einer Dünn-oder Dickdarmentzündung. Es gibt auch Entzündungen des Magen-Darms-Traktes, die nicht durch Bakterien verursacht werden, z. B. eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis), die Colitis ulzerosa im Dickdarm (geschwürige Entzündung), die Krohnsche Erkrankung im Dünndarm (die Ursache dieser beiden Erkrankungen kennen wir nicht). Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase, Nieren, Blase, Gebärmutter, Eierstöcke, Prostata, sie allen können von einer Entzündung befallen werden. All diese Erkrankungen verursachen heftige Bauchschmerzen.

Drittens kann sich in jedem Organ Krebs entwickeln. Das tückische bei Krebs ist, dass er am Anfang eben nicht weh tut. Man merkt erst relativ spät etwas davon. Deswegen sind Vorsorgeuntersuchungen von Dickdarm, Gebärmutter, Brust, Haut, unter Umständen auch Prostata sinnvoll, wenn man das Alter erreicht hat, in dem sie öfter vorkommen. (Es gibt für viele Krebsarten noch keine wirkungsvolle Vorsorgeuntersuchungen.)

Viertens kann es in besonderen Fällen passieren, dass Organe oder Teile davon nicht mehr genügend Blut bekommen, weil die Adern (der Arzt sagt Gefäße) z. B. durch eine Arteriosklerose verstopft sind. Ein Organ oder der Teil des Organs, der nicht genug Blut bekommt, stirbt ab. Im Falle das Darms z. B. hat das schlimme Folgen, wie oben beschrieben. Wenn es z. B. einen Teil der Milz betrifft, merkt der Betreffende kaum etwas davon.

Diagnose

Um die Ursache von Bauchschmerzen, die durch eine ernsthafte Erkrankung entstehen, heraus zu finden, stützt sich der Arzt auf
die Vorgeschichte (Anamnese): Welche Krankheiten sind früher aufgetreten? Bei welcher Gelegenheit sind die Bauchschmerzen zuerst aufgetreten? Welche anderen Symptome sind vorhanden? Wie ist der Schmerz? Kommt er in Wellen, also wie eine Kolik, dann ist es ein Hinweis darauf, dass ein Hohlorgan (z. B. Darm, Harnleiter, Gallengang) verstopft ist, oder ist es ein Dauerschmerz? Ist es mehr ein Schmerz, der auftritt, wenn man an einer Stelle drückt, oder kommt er mehr von alleine? Und so weiter.
Untersuchungen: Wo tut es weh? An welcher Stelle treten die Bauchschmerzen auf? Oben, unten, rechts, links, mehr hinten, mehr vorne? Das gibt einen Hinweis darauf, welches Organ betroffen ist.
Macht der Darm die normalen Geräusche? Gibt es in der Zusammensetzung des Blutes Zeichen, die auf eine Entzündung hinweisen, die auf eine Erkrankung der Niere oder der Bauchspeicheldrüse hinweisen? Oft ist eine Röntgenuntersuchung des Bauches und der einzelnen Organe notwendig. Bei bestimmten Verdachtsdiagnosen helfen Spezialuntersuchungen weiter. Man kann in den Magen und Darm mit Spezialinstrumenten (Endoskop) hinein schauen. In schwierigen Fällen kann man auch ein kleinen Schnitt durch die Bauchwand machen und in den Bauchraum hineinschauen. Man nennt das Bauchspiegelung (Laparoskopie).

Wie man sieht, ist es unter Umständen kompliziert, um zu einer genauen Diagnose zu kommen. Es ist weder sinnvoll noch für den Patienten nützlich, jedes Mal bei Bauchschmerzen all diese Untersuchungen anzustellen. Fast immer reichen die Beschreibungen des Patienten und einige Anhaltspunkte aus, damit der Arzt eine Verdachtsdiagnose stellen kann. Dem kann man auch vertrauen und braucht sich nicht zu sorgen.

Ernsthafte Erkrankungen machen sich in der Regel durch ernsthafte Symptome bemerkbar. Ernsthaft sind die Symptome, wenn man sich schwer krank fühlt oder wenn die Schmerzen sehr stark sind oder wenn die Schmerzen nicht weichen wollen oder wenn andere schwerwiegende Symptome hinzu kommen.

Hauptsymptom: Bauchschmerzen kennt jeder.

Behandlung: Bauchschmerzen sind häufig, meistens sind sie harmlos. Wenn die Schmerzen sehr heftig sind, nicht weichen wollen, immer wiederkehren oder von anderen ernsthaften Symptomen begleitet werden, ist eine genaue Untersuchung und Diagnosestellung notwendig.

Beitrag von , letztmals geändert am 31.10.2015, 20:36 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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