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Blutdruck, Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Die Gefäße

Das Herz pumpt das Blut durch die Adern (der Arzt sagt Gefäße oder Blutgefäße). Die Gefäße, die vom Herzen in die Körperorgane führen, heißen Arterien.

Sie liegen meist in der Tiefe, so dass man sie zwar fühlen (den Puls), aber (bis auf die Arterie an der Schläfe) nicht sehen kann. Die Arterien haben eine Wand, in der auch Muskelzellen vorhanden sind. Spannen sich diese Muskelzellen an, so verengt sich die Arterie. Die Spannung dieser Muskelzellen wird von Nerven des vegetativen Nervensystems reguliert. Das vegetative Nervensystem besteht aus Nervenzellen und Nervensträngen, die im Körper verteilt sind und die die Funktionsweise aller Körperorgane regulieren. Doch entzieht sich das unserer bewussten Kontrolle. Die Venen, die das Blut aus den Organen zum Herzen zurück führen, haben eine relativ dünne Wand und können sich nur wenig verengen. Man sieht viele von ihnen unter der Haut, besonders am Handrücken.

Der Blutdruck

Um das Blut durch den ganzen Körper zu bewegen, muss es das Herz mit einem gewissen Druck durch die Gefäße treiben. Der Druck beim Menschen in Ruhe soll die Werte 140 zu 90 mm Hg nicht überschreiten. Das bedeutet folgendes: Hg ist die chemische Abkürzung für Quecksilber. Quecksilber ist ziemlich schwer und es ist flüssig. Wenn man ein senkrecht stehendes Röhrchen von 140 mm Länge mit Quecksilber füllt, dann lastet das Quecksilber auf der unteren Öffnung mit seinem Gewicht, das um so größer ist je höher die Quecksilbersäule.  Umgekehrt wird beim Messen des Blutdrucks gemessen, wie hoch würde das Blut mit seinem Druck eine Quecksilbersäule drücken?  Mehr als 140 mm sollte es in Ruhe nicht sein. Das Herz erzeugt Druck, wenn es sich zusammenzieht und das Blut aus sich heraus presst. Das nennt man den systolischen Druck, in unserem Beispiel 140 mm Hg. Wenn das Herz erschlafft und Blut von der anderen Seite ins Herz nachströmt, sinkt der Blutdruck in den Gefäßen etwas ab, in unserem Beispiel auf 90 mm Hg. Das ist der zweite Wert, den man diastolischen Blutdruck nennt. Bei jedem Herzschlag schwankt also der Blutdruck zwischen systolischem und diastolischem Wert hin und her.

Der Blutdruck kann erhöht sein (der Arzt spricht von Hypertonie), er kann aber auch z. B. nach einer schweren Verletzung so sehr absinken (Hypotonie), dass es bedrohlich wird.

Messung des Blutdrucks

Man legt eine Manschette um den Oberarm und pumpt diese auf, bis durch den Druck in der Manschette der Oberarm so gepresst wird, dass die Arterie, die durch den Oberarm läuft, vollständig zugedrückt wird. Es kann nun kein Blut mehr durch diese Arterie fließen. Lässt man langsam die Luft ab, so sinkt der Druck der Manschette, mit dem sie Arm und Arterie zudrückt. Ist der Druck in der Manschette soweit abgesunken, dass er etwas niedriger als der systolische Blutdruck geworden ist, kann etwas Blut durch die Arterie fließen. Der Blutdruck kommt in diesem Augenblick gegen den äußeren Druck der Manschette an. Sinkt der Druck in der Arterie dann aber gleich wieder zu dem diastolischen Wert ab, so klappt die Arterie durch den Manschettendruck schnell wieder zu. Das erzeugt einen leisen Ton, den man mit dem Stethoskop in der Ellenbeuge hören kann. An diesem Punkt liest man den systolischenDruckwert an der Messuhr ab. Lässt man den Manschettendruck weiter absinken, dann kann er schließlich die Arterie nicht einmal zudrücken, wenn der Blutdruck in der Arterie auf den diastolischen Wert gefallen ist. Es erfolgt kein Zuklappen mehr, das Klopfen hört auf. Also kann man, wenn das Klopfen anfängt, auf der Messuhr den systolischen Wert ablesen, wenn es aufhört, den diastolischen. Man nennt diese  Druckmessung nach Dr. Riva-Rocci,  der die Methode erfunden hat, RR.

Menschen, die einen erhöhten Blutdruck haben, sollten ihn selbst regelmäßig messen. Nur so lässt sich die Wirksamkeit einer Behandlung überprüfen. Gegebenenfalls kann die Hausarztpraxis zeigen, wie das geht. Das Messen des Blutdrucks in der Arztpraxis reicht jedenfalls nicht.

Bluthochdruck

Seitliche Röntgenaufnahme von Halswirbelsäule und Schädelbasis. Der schwarze Strang ist ein Gefäß, das sich nach oben aufteilt. Durch Einspritzen eines Kontrastmittels ist es sichtbar gemacht. Der Finger zeigt auf eine Verengung.

Große Tiere, wie Elefanten und Wale, haben einen höheren Blutdruck als der Mensch. Bei der Giraffe z. B. liegt das Gehirn wegen des langen Halses fast vier Meter über dem Herzen. Das Herz muss darum einen Blutdruck von mehr als 300 mm Hg erzeugen, damit das Blut bis ins Gehirn steigen kann. Bei körperlichen Anstrengungen steigt der Blutdruck an, beim Menschen schnell mal über 200 mm Hg. Das ist nötig, damit das Blut schneller durch den Körper fließt, wenn z. B. die Muskeln viel Sauerstoff brauchen. Man atmet dann ja auch tiefer und schneller, damit das schneller durch die Lungen fließende Blut genug mit Sauerstoff aufgeladen werden kann. Ein solcher Blutdruckanstieg ist nicht nur nicht schädlich, sondern sogar gesund. Sport schützt vor „hohem Blutdruck“.

Krankhaft ist der erhöhte Blutdruck, wenn er ohne körperliche Anstrengung über dem Normalwert liegt. Eine mögliche Ursache dafür ist, dass zu viel Blut da ist. Aber das ist eine seltene Krankheit, die sich meist auch gut behandeln lässt. Häufiger entsteht der Bluthochdruck durch Engstellung der Arterien. Das Herz muss einen hohen Druck erzeugen, damit das Blut durch den Kreislauf fließen kann.

Wir kennen eine Reihe von Krankheiten, die dafür verantwortlich sein können: z. B. Nierenkrankheiten, Diabetes, Störungen des Hormonhaushaltes. Es kommt vor, dass in der Schwangerschaft der Blutdruck ansteigt, was unter Umständen gefährlich werden kann. Auch das kann man behandeln, und nach der Geburt normalisiert sich der Blutdruck wieder. Bei Alkoholikern findet der Arzt oft einen erhöhten Blutdruck. Alkohol ist nämlich ein Beruhigungsmittel und senkt den Blutdruck. Wenn ein Alkoholiker aus irgendeinem Grund zum Arzt geht, versucht er nüchtern zu bleiben. Es entsteht so ein Entzug, in dem der Blutdruck ansteigt. Nach dem nächsten Cognac fällt er wieder ab.

Aber in 90 Prozent der Fälle findet sich keine Krankheit, die als Ursache für den Bluthochdruck in Frage käme. Wir haben da nur Vermutungen. Bewegungsarmut, Übergewicht, falsche Ernährung und Stress spielen eine große Rolle. Wahrscheinlich ist der Bluthochdruck eine typische psychosomatische Erkrankung, die Ausdruck unbewusster seelischer Konflikte ist.

Dabei sei noch nachgetragen, dass wir hier vom Hochdruck in den Arterien sprechen. Es gibt auch einen Hochdruck in den Gefäßen, die vom Herzen in die Lungen führen (pulmonaler Hochdruck) und Hochdruck in den Venen, die durch die Leber laufen (portaler Hochdruck). Aber das ist ein anderes Kapitel.

Folgen des Bluthochdrucks

Viele Jahre merkt man nichts von seinem zu hohen Blutdruck. Aber unbemerkt führt er schließlich zur Arteriosklerose. Wie lange das dauert, hängt davon ab, wie sehr der Blutdruck erhöht ist, aber auch von anderen Faktoren, die wir nur teilweise kennen. Arteriosklerose bedeutet Verhärtung, Verkalkung und Verengung der Arterien. Die Arteriosklerose führt leicht zum Verschluss einer Arterie. Sind die Herzkranzgefäße betroffen, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, bedeutet das Herzinfarkt, im Gehirn bedeutet es Schlaganfall, in der Niere Einschränkung der Ausscheidungsfunktion, in den Beinen Gehbeschwerden. Grundsätzlich kann es zu einem Gefäßverschluss in jedem Organ kommen, mit den entsprechenden Ausfällen. – Darum ist ein erhöhter Blutdruck, also mehr als 140/90,  auf die Dauer gefährlich und muss unbedingt behandelt werden.

Behandlung des Bluthochdruckes

Wenn eine Krankheit, die man genau diagnostizieren kann, die Ursache ist, z. B. eine Nierenkrankheit, dann wird man die, so gut es geht, behandeln, und die Sache ist im günstigen Fall ausgestanden. Aber auch bei den 90 %, bei denen die Ursache unbekannt bleibt, gibt es wirksame Behandlungsmethoden. Als erstes sind zu nennen: tägliche Bewegung, Normalisierung des Körpergewichtes, gesunde Ernährung, ausreichende Entspannung. Das ist sicher leichter gesagt als getan; denn es bedeutet in der Regel, das Leben umzustellen. Körperliche Bewegung, ob nun durch Sport, Tanz oder Arbeit, eine Ernährung, die dem Körper ein Normalgewicht erlaubt, das hilft dem Körper nur dann, das Gleichgewicht seiner Funktionen zu finden, wenn es im Tagesablauf seinen angemessenen Platz hat.

Medikamente gegen Bluthochdruck

Wenn die obengenannten Maßnahmen nicht ausreichen, ist eine dauerhafte medikamentöse Behandlung unumgänglich.

Es gibt verschiedene Gruppen von Medikamenten, die zur Behandlung eingesetzt werden. ACE-Hemmer, AT1-Blocker, Beta-Blocker, so heißen wichtige Medikamentengruppen. Sie blockieren die Anspannung der Muskelzellen in der Gefäßwand. Durch diese Entspannung werden die Arterien weiter und da gewissermaßen mehr Platz für das Blut da ist, sinkt der Druck. Es werden auch Medikamente eingesetzt, die das Kochsalz mit dem Urin vermehrt ausscheiden. Auch dadurch sinkt der Blutdruck. Schließlich gibt es eine Reihe anderer Medikamente, die vielversprechend sind, aber noch nicht lange erprobt. Auch gibt es neuerdings vielversprechende Verfahren, die mit einem leichten Eingriff verbunden sind, aber auch dann wirkungsvoll erscheinen, wenn alles andere versagt.

Hauptsymptome: Der Bluthochdruck macht zunächst keine Beschwerden. Auf Dauer kommt es zur Arteriosklerose, die in fortgeschrittenem Stadium zu Herzinfarkt, Schlaganfall, Gehbeschwerden, Sehstörungen oder anderes führen kann.

Behandlung: Vorbeugung durch Bewegung, Vermeidung von Übergewicht und übermäßigem Stress ist das beste. Wenn es so nicht gelingt, den Blutdruck normal zu halten, sind Medikamente unausweichlich. Meistens gelingt es dadurch, einen erhöhten Blutdruck zu senken.

Beitrag von , letztmals geändert am 06.10.2015, 16:39 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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