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Brustkrebs (Mammakarzinom)

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Frau Zimmermann kam ziemlich aufgelöst zu mir. „Ich habe Brustkrebs. Ich bin am Boden zerstört. Meine Kinder sind doch gerade mal erst erwachsen geworden. Was macht mein Mann ohne mich?“ Sie war bei der Vorsorgeuntersuchung gewesen. Bei der Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brüste) war in der linken Brust, oben außen, ein verdächtiger Schatten festgestellt worden. Lymphknoten in der Axel seien nicht getastet worden. Das war ein Hinweis, dass der Tumor wahrscheinlich noch nicht in die Lymphknoten vorgedrungen war.

Das Abtasten der Brust nach einem Knoten ist ein Beitrag zur Früherkennung.

„Liebe Frau Zimmermann, die meisten Knoten haben mit Krebs gar nichts zu tun und sind völlig harmlos. Aber selbst wenn es Krebs sein sollte, beim Brustkrebs sind Ihre Chancen zwei zu eins, dass Sie geheilt werden. So ist die Statistik“, versuchte ich sie zu beruhigen.

Aber der Knoten musste raus, um untersucht zu werden. Das geschah nach einer Woche, die für Frau Zimmermann mit viel Bangen angefüllt war. Vom Krankenhaus erfuhr ich, dass es in der Tat Krebs war, aber wie es schien, war er nicht besonders bösartig und noch nicht sehr fortgeschritten. Die Untersuchung der Lymphknoten ergab keinen Hinweis dafür, dass sie schon befallen waren.

Eigenschaften des Krebs

Krebs der Brustdrüse (Mammakarzinom; Mamma ist der medizinische Name für die weibliche Brust, Karzinom der Name für bestimmte Krebsarten) ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Fasst man alle Fälle zusammen, so können zwei Drittel geheilt werden. Ob Heilung möglich ist, hängt von zwei Faktoren ab: Wie bösartig ist der Krebs? Wie früh wurde er entdeckt?

Vergleichsweise gutartig ist der Krebs, wenn der Tumor (das ist der medizinische Name für jede Form von Geschwulst) kleiner ist als 2 cm, wenn die Zellen wenig entartet sind, wenn der Krebs sich beim Wachstum an die vorgegebenen Strukturen hält, also z. B. in den Milchgängen wächst. Günstig ist auch, wenn die Lymphknoten noch nicht befallen sind und wenn die Krebszellen empfindlich auf die zur Verfügung stehenden Medikamente reagieren.

Ungünstig ist, wenn der Tumor schon mehr als 2 cm misst. Dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich schon Krebszellen mit dem Blutstrom oder der Lymphe in der Brust oder in anderen Teilen des Körpers ausgebreitet haben. Ungünstig ist auch, wenn die Zellen sehr entartet sind. Das ist ein Hinweis dafür, dass sie ungehemmt und schnell wachsen, darum auch schneller streuen. Das gleiche gilt, wenn der Tumor wild durch die Gegend wächst. Findet man Krebszellen in den Lymphknoten der Achselhöhle, dann sind Krebszellen mit der Lymphe schon fortgewandert, im ungünstigen Fall auch in andere Organe. Für die Behandlung ist in einem solchen Fall entscheidend, wie die Krebszellen auf die Medikamente, die in einer Chemotherapie benutzt werden, reagieren.

Alle diese Merkmale werden in einer Klassifikation zusammen gefasst. Entartung der Zellen: G1 (wenig), G2 (mittel), G3 (stark); Größe des Tumors; Lymphknoten befallen: ja oder nein;  Metastasen: ja oder nicht nachweisbar.

Erbliche Form von Brustkrebs

Es gibt Familien, in denen die Frauen besonders häufig an Brustkrebs erkranken, und zwar in jungen Jahren oder im mittleren Alter. Verantwortlich ist in diesen Fällen eine Veränderung an den Genen, die vererbt wird. Angelina Jolie, die sich deswegen beide Brüste hat amputieren lassen, gehört zu diesen Frauen. Bei der Brustamputation wird aber nicht die ganze Brust weggenommen, die ja zu einem großen Teil aus Fettgewebe besteht. Es wird nur die innere Milchdrüse entfernt und entweder durch eine künstliche Masse oder durch körpereigene Teile ersetzt, so dass äußerlich kaum etwas zu erkennen ist. Aber es sind nur wenige Frauen, die ein so großes Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken. Es lässt sich auch feststellen, ob bei einer Frau ein so großes Risiko besteht. Aber normalerweise reicht es für eine Frau, die Vorsorgeuntersuchungen zu machen,.

Nie lässt sich mit Bestimmtheit sagen, ob eine Frau an Brustkrebs erkranken wird oder nicht erkranken wird – auch wenn wenn Brustkrebs in der Familie häufig oder gar nicht vorgekommen ist. Es lässt sich nur eine bestimmte Wahrscheinlichkeit angeben, im Laufe des Lebens Brustkrebs zu bekommen. Das Risiko liegt im Durchschnitt  bei ungefähr 12%. Jede 8. Frau muss damit rechnen, irgendwann an Brustkrebs zu erkranken. Zwei von dreien, die daran erkranken, werden geheilt. Jede Dritte wird daran sterben. – Aber viele davon in einem Alter, in denen wir Menschen nun mal mit dem Sterben rechnen müssen.

Behandlung

Bei Frau Zimmermann wurde der Knoten entfernt. Das Ergebnis der Untersuchung des Krebsgewebes, die geringe Ausdehnung des Tumors und die Tatsache, dass in den Lymphknoten, die auch operativ entfernt und dann untersucht wurden, nichts gefunden wurde, sprachen für eine gute Heilungschance. Deswegen konnte die Brust erhalten werden. Aus Sicherheitsgründen wurde das Operationsgebiet noch bestrahlt. Dadurch sollen kleine Tumorzellnester, die eventuell zurück geblieben sind, weil der Operateur sie nicht sehen kann, vernichtet werden. Eine Chemotherapie im eigentlichen Sinn war nicht nötig. Bei Frau Zimmermann war eine Behandlung mit hormonähnlichen Medikamenten wirksam und ausreichend. Dieses Medikament hat, anders als die oft übliche Chemotherapie, weniger Nebenwirkungen.

Frau Zimmermann hatte also Glück im Unglück. Sie profitierte von den Fortschritten bei der Krebsfrüherkennung und der Krebsbehandlung. Hätte man den Krebs ein Jahr später entdeckt, wäre er größer und hätte sich vielleicht schon in der Brust und in den Lymphknoten ausgebreitet. Krebsgeschwülste können auch mit der Zeit bösartiger werden. Die Heilungschancen wären dann erheblich geringer, wenn auch nicht gleich Null gewesen. Auf jeden Fall wäre die Behandlung komplizierter geworden.

Frau Zimmermann sagte mir später einmal: „Seit dieser Krankheit kann ich nicht mehr vergessen, dass das Leben niemals eine Selbstverständlichkeit ist, weder mein eigenes noch das von denen, die ich liebe.“

Hauptsymptome: Brustkrebs im Frühstadium macht keine Symptome. Man kann nur einen kleinen Knoten tasten oder im Röntgenbild sehen. Im Spätstadium hängt es davon ab, welche anderen Organe befallen sind.

Behandlung: Operative Entfernung. Dafür gibt es keine Alternative. Bestrahlung. Bei fortgeschrittenem Krebs Chemotherapie, die oft auch dann noch erfolgreich ist.

 

Beitrag von , letztmals geändert am 17.11.2015, 07:56 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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