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Burnout

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

“Herr Doktor, ich kann nicht mehr“, begann sie. „Morgens komme ich nicht aus dem Bett. Ich fühle mich müder als abends. Jeden Tag quäle ich mich zur Arbeit. Früher habe ich die gern gemacht, aber jetzt ist mir alles zu viel, selbst die Kollegen gehen mir auf die Nerven. Ich habe Angst, Angst, Angst.“ Sie schaute mich verzweifelt an und schwieg.
Ich wollte etwas mehr von ihren Beschwerden wissen.
„Der Rücken tut mir weh, besonders morgens nach dem Aufwachen. Früher war ich nie krank, aber jetzt bin ich ständig beim Arzt.“ Offensichtlich hatte sie den Arzt gewechselt; denn bei mir war sie ja noch nicht gewesen.
„Erst hatte ich wieder ziemlich mit der Wirbelsäule zu tun, dann bin ich gefallen und habe mir am Fuß etwas gebrochen. Dann hatte ich eine ziemlich heftige Erkältung, es war schon eine richtige Grippe.“

Wenn Menschen immer nur für andere da sind und dafür nichts an Anerkennung oder Fürsorge zurück bekommen, kann sich ein Burnout entwickeln.

Frau Lenz wollte eigentlich nur von ihren vielen Beschwerden sprechen. Ich wollte aber etwas von ihrer Lebenssituation erfahren. Das war nicht ganz einfach, weil sie offensichtlich darüber nicht gerne Auskunft gab. Aber ich erfuhr doch das wichtigste.

Lebensgeschichte

Frau Lenz war die Ältere von zwei Töchtern. Ihr Vater war Beamter bei der Stadtverwaltung, die Mutter Hausfrau. Frau Lenz hatte die Schule besucht und war dann auch in die Verwaltung gegangen. In ihrer Jugend war sie sehr unternehmungslustig gewesen und wollte sich nicht binden. Sie hatte Beziehungen, die nicht lange hielten. Da sie aber eine schöne, lebenslustige Frau war, hatte sie nie Probleme einen Freund zu finden. Ihren Beruf machte sie gerne, da sie viel Kontakt mit Menschen hatte, doch besondere Ansprüche stellte er nicht. Sie war unterfordert. Von ihrem letzten Freund hatte sie sich vor zwei Jahren getrennt und war seitdem alleine. Kurz vorher war der Vater gestorben, die Mutter hatte sich mehr um die Schwester gekümmert. So erzählte es mir Frau Lenz.

Ich schrieb sie für eine Woche krank und bestellte sie für einen Besprechungstermin.

Was mir Frau Lenz zunächst erzählt hatte, war nur die halbe Geschichte. Es dauerte einige Zeit, bis ich auch die andere Hälfte erfuhr. Der Vater war Alkoholiker und Frau Lenz hatte sich schon als Mädchen sehr um ihn gekümmert. Die Mutter hatte sich ganz vom Vater zurück gezogen, Frau Lenz früh sich selbst überlassen und sich der Schwester zugewandt, die früh geheiratet hatte und auch bald Kinder bekam. Mit dem Alkoholismus wurde es beim Vater immer schlimmer, so dass er vorzeitig pensioniert wurde. Schließlich wurde er sehr krank und Frau Lenz kümmerte sich jahrelang sehr intensiv um ihn.

Mit dem Tod des Vaters hatte Frau Lenz das emotionale Zentrum ihres Lebens verloren. Sie hatte sich aufgeopfert, ohne es zu merken. Sie war für den Vater da und konzentrierte sich darum weder auf einen Partner noch auf ihren Beruf. Jetzt, wo der Vater nicht mehr da war, fehlte ihr etwas. Aber das hat sie lange nicht sehen wollen. Für sie war es unerklärlich, dass ihre Lebenslust sie verlassen hatte. In ihrer Verfassung war ihr alles zu viel. Sie sah dabei nur die Arbeit, wie schwer die ihr plötzlich fiel und hielt das für den Auslöser ihrer depressiven Verfassung. Richtig an ihrer Sicht war, dass sie sich überall verausgabt hatte und nicht darauf geachtet hatte, dass sie auch genügend zurück bekam.

Die Lösung

Es brauchte einige Wochen psychotherapeutische Behandlung bis Frau Lenz aus der Talsohle heraus war und noch einige Monate bis sie die Kraft hatte, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Sie intensivierte die Beziehung zu ihrer Schwester und den beiden Neffen. Sie fand auch noch einmal einen neuen Partner, mit dem sie aber nicht zusammenzog. Sie hatte Freundinnen, mit denen sie eine vertrauensvolle und feste Beziehung verband. So war sie nicht allein und würde es auch nicht im Alter sein. Sie war an vielem interessiert, wodurch sie sich viel Abwechslung verschaffte.

Das Wichtigste aber war, dass sie verstand, wie sehr sie ihren Eltern und ihrer Schwester geholfen hatte. Sie hatte die Unterstützung und schließlich Pflege des Vaters übernommen und damit den anderen den Rücken frei gehalten. An ihrem Arbeitsplatz hatte sie eine ähnliche Funktion. Auf unaufdringliche Art hat sie vielen Kollegen, die aus den verschiedensten Gründen in Schwierigkeiten gerieten, geholfen. Es war für sie ein Aha Erlebnis, als sie realisierte, dass ihr unmittelbarer Vorgesetzter auch Alkoholprobleme hatte. Ihr hatte er sich anvertraut und sie hatte ihn oft gedeckt, wenn er ausfiel.

Symptome: Ein Gefühl des Ausgelaugtseins, “der Akku ist leer”, Verstimmung, Kraftlosigkeit, Antriebsschwäche, negative Weltsicht, verschiedenartige Körperbeschwerden

Behandlung: Psychotherapie

Beitrag von , letztmals geändert am 04.08.2014, 18:56 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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