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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Typ 1 (Kinder und Jugendliche)

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Frau Schneider war bedrückt. „Bei meinem Ben ist ein Diabetes festgestellt worden“, erzählte sie. „Mir war das komisch vorgekommen. Er musste plötzlich so oft auf Toilette, sogar nachts. Das war früher nicht gewesen. Ich dachte, dass es daran lag, weil er so viel trank. Er gab auch zu, dass er viel mehr Durst hatte als früher. Ich habe ihm geraten, weniger zu trinken. Das hat er auch versucht. Aber den Durst hat er nicht ausgehalten. Als er dann auch noch abnahm – ich hatte ihn gewogen, weil er auch nicht gut aussah und sich ständig schlapp fühlte – sind wir zum Arzt gegangen und der hat gleich auf Diabetes getippt. Leider hatte er recht.“

Was ist Diabetes?

Der Körper braucht, um leben zu können, Energie. Die wichtigsten Energielieferanten in der Nahrung sind Kohlehydrate und Fette. Kohlehydrate (z. B. Getreide, Reis) werden in Magen und Darm von den Verdauungssäften aufgespalten und dabei entsteht Traubenzucker, der auch Glukose heißt. Glukose wird in den Zellen verbrannt und liefert so die fürs Leben nötige Energie. Die Glukose im Blut ist der Blutzucker. Traubenzucker, Glukose, Blutzucker, damit ist hier immer das gleiche gemeint. Fette können gespeichert werden und müssen aber auch in Glukose umgewandelt werden, bevor der Körper sie als Energiequelle benutzen kann.

Alle Körperzellen brauchen Glukose als Energielieferant. Aber die meisten Zellen brauchen zusätzlich, um die Glukose verbrennen zu können, ein Hormon, nämlich das Insulin. Fehlt das Insulin, können die Zellen die Glukose aus dem Blut nicht aufnehmen und der Blutzucker steigt an. Es entsteht ein Diabetes mellitus (oder einfach Diabetes) vom Typ 1. Früher hieß er juveniler Diabetes.

(Der Diabetes mellitus Typ 2 entsteht wenn Insulin zwar vorhanden ist, aber die Körperzellen damit nicht mehr zurecht kommen. Er entsteht oft bei Erwachsenen, die übergewichtig sind. Beiden Typen ist gemeinsam, dass der Blutzucker aus der Nahrung aufgenommen wird, aber nicht verwertet werden kann; beim Typ 1 weil Insulin fehlt, bei Typ 2, weil das Insulin nicht richtig wirkt. Der Typ 2 ist viel häufiger als der Typ 1.)

Insulin wird in bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse hergestellt. Wenn diese Zellen (sie heißen Langerhans Zellen) kaputt gehen, gibt es kein Insulin, es entsteht Diabetes. Das ist bei Ben geschehen. Warum das bei manchen Kindern oder Jugendlichen passiert, wissen wir nicht. Im Jahre 2007 z. B. hatten in Deutschland ca. 15 000 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre einen Diabetes Typ 1.

Der Körper versucht den Blutzucker, der nun nicht verwertet werden kann und im Blut ansteigt, über den Urin auszuscheiden. Vermehrter Harndrang ist die Folge. Darum verliert der Körper viel Wasser, es entsteht mehr Durst. So war es auch bei Ben gewesen. Weil der Köper die Glukose in den Muskel nicht aufnehmen und verbrennen kann, fehlte Energie. Ben war immer müde und kraftlos. Glukose wird aber auch gebraucht, um neue Körperzellen herzustellen. Darum hat Ben schließlich abgenommen.

Behandlung

Eine Insulinpumpe

Eine Insulinpumpe

Da die Langerhans Zellen nicht nachwachsen, muss Ben sein Leben lang Insulin spritzen. Vielleicht hat er Glück und es gelingt noch zu seinen Lebzeiten, die Langerhans Zellen im Reagenzglas zu züchten. Dann könnte man sie ihm vielleicht einpflanzen. Aber vorerst muss er Insulin spritzen, und zwar mehrmals täglich. Über den Magen kann man Insulin nicht aufnehmen.

Der Blutzucker muss innerhalb ziemlich enger Grenzen gesteuert werden. Das macht der Körper, wenn alles in Ordnung ist, sehr genau. Die Normalwerte liegen zwischen 70 und 140 mg (1 mg ist ein tausendstel Gramm) Glukose pro Deziliter (1 Deziliter ist ein zehntel Liter) Blut. Nach dem Essen z. B., wenn durch die Aufnahme von Kohlehydraten, die Glukose im Blut ansteigt, wird viel Insulin ausgeschüttet. Bei Hunger ist es weniger und andere Hormone (z. B. Cortison oder Glukagon) sorgen dafür, dass die Glukosereserven des Körpers angezapft werden. Genau das muss Ben jetzt selbst machen. Er wird lernen, sich mit einer feinen Nadel, die er immer bei sich haben wird, in den Finger zu stechen (wenn man es richtig gelernt hat, tut es wirklich sehr wenig weh) und mit einem Teststreifen zu messen, wie hoch der Blutzucker ist. Inzwischen gibt es auch kleine Apparate, die an der Haut, z. B. des Oberarms befestigt werden und die Blutzuckerwerte liefern, so dass man nicht stechen muss. Ben wird auch mit der Zeit auch lernen, abzuschätzen, wie das, was er gegessen hat, auf den Bluzucker wirkt.

Nahrungsaufnahme lässt den Blutzucker ansteigen, hungern lässt ihn sinken. Insulin lässt den Blutzucker sinken, weil er in die Zellen wandern kann, wo er verbraucht wird. Zu wenig Insulin lässt ihn ansteigen. Auch körperliche Anstrengung führt zu erniedrigtem Blutzucker, weil mehr davon verbraucht wird, vorausgesetzt es gibt Insulin.

Meistens spritzen sich Diabetiker morgens und abends eine vom Arzt festgelegte Menge Insulin, und zwar eine Insulinart, die über 12 Stunden langsam verbraucht wird. Um die Schwankungen des Blutzuckers nach dem Essen auszugleichen, muss der Blutzucker vor den Mahlzeiten gemessen werden. Je nach dem Wert wird dann zusätzlich Insulin gespritzt, das schnell wirkt und schnell verbraucht wird. Ist der Blutzucker vor oder während körperlicher Anstrengung niedrig, muss der Diabetiker etwas essen.

Ben ist ein temperamentvoller Junge und die erste richtige Einstellung mit Insulin war schwierig. Darum hat ihm der Facharzt, bei dem er nun in Behandlung ist, empfohlen, eine Insulinpumpe zu tragen. Diese Pumpe ist klein, wird am Körper getragen und spritzt in kleinen Abständen Insulin unter die Haut durch ein kleines Schläuchlein. Aber Ben muss trotzdem mehrmals am Tag den Blutzucker messen. Diese Pumpen werden ständig weiter entwickelt. Vielleicht wird Ben bald eine Pumpe benutzen, die den Blutzucker automatisch misst und die richtige Menge Insulin automatisch spritzt.

Gefahren des Diabetes

Wenn Ben das gut macht, kann er seinen Blutzucker fast so regeln, wie es der Körper normalerweise tut. Ben wird auf jeden Fall sehr gewissenhaft sein müssen. Wenn er zu viel Insulin spritzt oder wenn er z. B. die übliche Dosis Insulin spritzt aber nicht genug isst oder wenn er zwar gut isst aber sich körperlich sehr anstrengt, kann der Blutzucker zu stark absinken. Hypoglykämie nennen es die Ärzte. Das ist lebensgefährlich. Wenn er zu wenig Insulin spritzt oder viel isst und das Insulin reicht nicht oder wenn er sich wenig bewegt, dann steigt der Blutzucker. Hyperglykämie heißt das. Lebensgefährlich ist das erst, wenn der Blutzucker extrem hoch ist, also vielleicht das 5fache des Normalen.

Wenn Ben immer wieder einen nur mäßig zu hohen Wert hat, wird er das zunächst nicht merken. Aber nach einer Reihe von Jahren werden die Blutgefäße verkalken. Ben würde ernste Probleme beim Sehen bekommen oder Schmerzen in den Nerven oder Durchblutungsstörungen in den Beinen oder oder oder. Früher war das normales Schicksal von Diabetikern, heute können sie bis ins Alter fit bleiben. Früher einmal war Diät, also eine Verminderung der Kohlehydrate in der Nahrung, die einzig mögliche Behandlung. Ben aber kann, wenn er mit der Insulingabe gewissenhaft ist, essen was er will. Es gibt auch erfolgreiche Leistungssportler, die Diabetiker sind.

Die Zuckerkrankheit wird Ben einiges abverlangen. Aber er kann normal leben und ansonsten gesund bleiben. Das ist die Hauptsache.

Symptome: Vermehrter Durst, vermehrter Harndrang, Müdigkeit, Gewichtsabnehme. Wenn der Blutzucker mal extrem hoch wird, kann Bewusstlosigkeit eintreten. Diabetes Typ 1 tritt meist im Kindes- oder jugendlichen Alter auf, kann aber auch später entstehen.

Behandlung: Täglich mehrmals den Blutzucker messen und dann die richtige Dosis Insulin spritzen. Manchmal ist eine Insulinpumpe sinnvoll.

Information über Blutzuckermessgeräte und Insulinpumpen für die Eltern:

http://www.accu-chek.de/services/de/eltern/index.jsp

Apparate, die das Stechen überflüssig machen:

http://www.diabetes-kids.de/artikel/neue-methode-zur-zuckermessung-von-abbott-vorgestellt-den-zuckerwert-mit-einem-scan-jederzeit-im-blick-4180

Ausführliche Informationen über Diabetes beim  Deutschen Zentrum für Diabetesforschung DZD:

http://www.dzd-ev.de/?id=14720

 

 

Beitrag von , letztmals geändert am 19.03.2016, 20:17 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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