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Durchfall

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Magen-, Darminfekte

Immer wieder gibt es Epidemien, bei denen die Menschen, die sich angesteckt haben, für einen oder ein paar Tage Durchfall (medizinisch: Diarrhoe) haben. Wenn es ganz heftig ist, schaffen die Patienten es nicht, in die Praxis zu kommen, und rufen oft an mit der Frage, was sie tun können. Nun kann ich am Telefon keine Diagnose stellen und einen Hausbesuch bei allen diesen Patienten würde ich auch nicht schaffen. Also muss ich mir ein Bild machen, wie gefährlich die Sache ist und den Patienten Verhaltensregeln geben, was sie tun sollen, damit sie schnell gesund sind oder wenigstens nach ein, zwei Tagen in die Praxis kommen können.

Akuter Durchfall macht auch Bauchschmerzen.

Meistens sind es ja Patienten, die ich schon kenne, von denen ich weiß, wie ihr Gesundheitszustand ist. Wenn es mal wieder eine Magen-Darm-Grippe gibt dann ist der Durchfall mit Bauchschmerzen oder Übelkeit oder mit Erbrechen verbunden, manchmal auch mit Fieber. Gerade solche Durchfallerkrankungen können am ersten oder zweiten Tag so heftig sein, dass der Patient das Haus nicht verlassen kann. In diesen Fällen lässt sich also nur eine Verdachtsdiagnose stellen.

Bei den akuten Durchfallerkrankungen verlieren die Menschen viel an Flüssigkeit und Elektrolyten (Salze). Ein ansonsten gesunder Mensch verträgt das, wenn er versucht, so gut es geht zu trinken – am besten Sportgetränke, die die richtige Mischung an Salzen haben. Aber bei Kindern und manchmal auch bei alten Menschen kann es kritisch werden, so dass sie austrocknen. Bei der Cholera, eine Durchfallerkrankung ausgelöst durch das Cholerabakterium, ist die Austrocknung durch Durchfälle und Erbrechen oft so stark, dass ohne intensive Behandlung schnell der Tod eintreten kann. Bei uns ist die Cholera fast ausgerottet, aber in vielen Entwicklungsländern verbreitet sie sich schnell durch verunreinigtes Trinkwasser bei Katastrophen.

Die bei uns üblichen Magendarminfekte, die zu Durchfällen führen, sind in der Regel vergleichsweise harmlos. Ich verordne den Patienten, dass sie solange nichts essen sollen, wie der Durchfall andauert, dass sie aber trinken sollen, so gut es geht. Gegen den Durchfall selbst sollte man nichts tun, damit die schädlichen Viren oder auch Bakterien schnell wieder aus dem Körper verschwinden. Nach ein, zwei Tagen hilft Naturjoghurt, dass sich die Darmflora (das sind die Bakterien, die in den Darm gehören) normalisiert.

Bei Alten und Menschen, die durch Krankheit schon geschwächt sind, ist die Sache unter Umständen etwas ernster und eine Vorstellung beim Arzt notwendig. Das gilt besonders für Säuglinge, die sehr schnell durch den Flüssigkeitsverlust in eine ernste Gefahr geraten können.

Der häufige Stuhlgang, auch der dünne Stuhl, der noch Verdauungssäfte enthält, führt oft dazu, dass der Po weh tut, so dass man ihn kaum noch abputzen kann. Wenn man früh genug nach dem Säubern Zinksalbe auf den Po schmiert, wie man es bei kleinen Kindern macht, kann das sehr gut helfen.

Ursache

Ausgelöst werden solche Durchfallepidemien durch Viren oder Bakterien. Die Viren verbreiten sich wie bei Erkältungskrankheiten, befallen den Darm und werden schließlich vom Körper vernichtet. Oder es sind schädliche Bakterien, die dem Darm schaden und die irgendwie eingeschleppt wurden. Wenn der Körper sie nicht kennt, braucht die Immunabwehr einige Zeit, um sie zu beseitigen.

Wir kommen ständig mit Bakterien durch Berührung und beim Essen in Kontakt. Die meisten sind harmlos und unser Körper kennt sie. Viele Arten brauchen wir für die Verdauung. In unserem Darm leben schätzungsweise 100 Billionen Bakterien, ca. 400 verschiedene Arten. Aber es gibt eben Bakterien, die unserem Darm schaden. Der reagiert dann mit Durchfall, um alles möglichst schnell wieder heraus zu befördern. EHEC Bakterien, Cholerabakterien, Typhusbakterien sind Beispiele für besonders schädliche Bakterien, die zu Durchfall führen können. Ohne Vorsichtsmaßnahmen führen sie zu Epidemien, was aber unsere Gesundheitsämter veranlassen würde, sofort Alarm zu schlagen.

Verdorbene Lebensmittel können zu Durchfall führen, wenn sich in den Lebensmitteln Bakterien vermehrt haben, die ein Gift bilden, das für unseren Darm schädlich ist.

In fremden Ländern kommen wir regelmäßig mit Bakterien in Kontakt, die schädlich sind und die unser Körper nicht kennt. Besonders wenn die hygienischen Verhältnisse nicht optimal sind, führt das zu Durchfall. In tropischen Ländern gibt es auch Parasiten, die zu Durchfall führen können, z. B. Amöben, die die Amöbenruhr verursachen.

Behandlung

Die Behandlung ist bei allen diesen Arten von Durchfall die gleiche. Alles muss raus! Viel trinken, möglichst Flüssigkeit mit Salzen. Nichts essen bis der Durchfall aufhört. Dann langsame Gewöhnung an Speisen. Wenn die Symptome nicht so heftig sind, braucht es keine weiteren Maßnahmen. Bei heftigen Symptomen ist Ruhe erforderlich. Nur bei der Notwendigkeit von Transport kann es sinnvoll sein, den Durchfall vorübergehend zu stoppen, z. B. durch das Medikament Imodium.

Chronischer Durchfall

Wenn ein Durchfall länger als 3 Wochen dauert, dann ist er chronisch. Auch ein chronischer Durchfall kann von Bakterien oder Viren oder Parasiten verursacht sein. Ebenso gut kann aber auch eine andere Krankheit dahinter stecken, eine harmlose oder auch eine ernste. Diabetes, Alkoholismus, Erkrankung der Bauspeicheldrüse, Zöliakie (Überempfindlichkeit gegenüber Gluten, ein Stoff der z. B. in Getreide vorkommt), Colitis ulzerosa ( = geschwürige Dickdarmentzündung), Crohn-Krankheit ( = chronische Entzündung im Dünndarm), manche Tumoren, Hormonstörungen, verschiedene Medikamente, Missbrauch von Abführmittel usw. Man sieht, dass in solchen Fällen eine genaue Untersuchung, die unter Umständen kompliziert ist, notwendig ist, um die Ursache des Durchfalls zu finden. Wenn man die Grundkrankheit behandeln kann, verschwindet gegebenenfalls auch der Durchfall.

Aber nicht selten findet man gar nichts, und dann spricht man von „Reizdarm“. Damit meint man, dass bei gesundem Darm jede Aufregung oder Anspannung zu starkem Stuhldrang führt. Hier hilft am besten eine Psychotherapie.

Hauptsymptome: Durchfall, evtl. mit Blut oder Schleim. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber. Bei chronischem Durchfall zusätzlich verschiedene andere Symptome.

Behandlung: Kurzfristiger Durchfall: Trinken, nicht essen. Ruhe. Bei chronischem Durchfall genaue Diagnostik und Behandlung der Grundkrankheit.

Beitrag von , letztmals geändert am 22.03.2015, 12:35 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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