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Entzündung

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Wenn man sich einen tiefen Splitter in den Finger gerammt hat, dann merkt man am nächsten Tag, dass die Stelle gerötet ist, dass sie wärmer ist als das umliegende Gewebe, dass es schmerzt und dass die Stelle etwas geschwollen ist.

Das sind die vier äußeren Zeichen einer Entzündung, die schon die Ärzte im Altertum kannten. Eine Entzündung kann in jedem Organ vorkommen, beim Splitter ist es die Haut, beim Knochenbruch der Knochen, bei starkem Ärger vielleicht die Magenschleimhaut, bei einer Allergie die Bindehaut des Auges, beim Rheuma die Gelenkkapsel usw. Das sind Beispiele für eine Entzündung in einem Organ. Liegt sie im Inneren des Körpers, kann man nur den Schmerz wahrnehmen. Es gibt aber auch Entzündungen, die Folgen für den ganzen Körper haben, weil der Entzündungsherd so groß ist. Bei einer Lungenentzündung z. B. können große Teile der Lunge befallen sein. Oder Entzündungsherde bestehen an vielen Stellen des Körpers, z. B. bei einer Blutvergiftung (Sepsis) . Dann entstehen zusätzlich Fieber, Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, Schlappheit, Kopfschmerzen.

Die Entzündungsreaktion

Eine Entzündung entsteht immer, wenn das Gewebe eines Organs geschädigt wird. Also eine Verletzung, die zu einer Wunde führt, äußerlich oder innerlich, Hitze, die zu einer Verbrennung führt, radioaktive Strahlen, die das Gewebe schädigen, Säure, die das Gewebe verätzt, Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten usw. Man kann diese Liste noch sehr verlängern. Alles was das Gewebe verletzt, führt zur Entzündung. Aber es sind nicht die Bakterien, etwa in der Nasennebenhöhle, die die Entzündung auslösen, sondern es ist die Gewebeschädigung, die die Bakterien verursachen, die den Körper mit einer Entzündung reagieren lässt.


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So sehen Stäbchenbakterien unter dem Mikroskop aus.

Bei einer Verletzung von Gewebe erweitern sich die kleinen Blutgefäße (Adern), so dass mehr Blut zu der verletzten Stelle fließen kann. Darum ist die entzündete Stelle rot und wärmer. Gleichzeitig tritt Flüssigkeit aus dem Blut durch die Gefäßwand in das umliegende Gewebe, was die Schwellung verursacht. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut nehmen den Schaden wahr, sie riechen ihn gewissermaßen und wandern durch die Gefäßwand in den zerstörten Bereich. Von diesen weißen Blutkörperchen gibt es viele Arten. Sie räumen den Schutt weg, also zerstörte Gewebezellen, beseitigen gegebenenfalls Gifte, wenn die Entzündung z. B. durch ein Gewebegift verursacht wurde (Beispiel giftbildende Bakterien), töten Bakterien oder Viren oder Pilze und fressen sie auf. Das machen die Leukozyten in Arbeitsteilung.

Die verschieden Entzündungsformen sollen an Beispielen erläutert werden.

Beispiel Operation

Bei jeder Operation wird durch das Schneiden des Operateurs Gewebe verletzt, z. B. die Haut, das Fettgewebe darunter, Muskel, Blutgefäße, innere Organe, Knochen usw. Der Operateur wird zwar das Gewebe so weit schonen wie möglich und was er durchtrennen musste, wird er wieder zusammennähen, aber ein zusammengenähtes Gewebe ist trotzdem an der Schnittstelle verletzt. An den Schnittwunden, außen an der Haut und im Inneren des Körpers entsteht eine Entzündung, so wie sie oben beschrieben wurde. Aber der Körper beginnt sofort mit der Reparatur. Eine Wunde verheilt.

An den Rändern der Verletzung sprossen neue kleine Blutgefäße in den Wundbereich. Gleichzeitig wuchern die Bindegewebszellen. Diese Zellen finden sich überall im Körper so gut wie in jedem Organ. Sie können sich sehr schnell vermehren und sie bilden das Kollagen. Kollagen ist eine Substanz, die aus sehr festen Fasern besteht. (Die Sehnen und die Haut bestehen zu einem großen Teil aus Kollagenfasern.) Die Bindegewebszellen und die von ihnen gebildeten Kollagenfasern nähen gewissermaßen die Wunde zusammen. Es entsteht so eine Narbe. An der Haut kann man sie sehen, aber im Inneren des Körpers ist es genau so. Muskeln, Knochen, Darm, Lunge, große Blutgefäße, sie alle bilden an Stellen, wo sie verletzt wurden Narben. Lediglich im Gehirn ist es etwas anders.

Beispiel Bakterien

Jeder Operateur versucht möglichst steril zu arbeiten. Das heißt, es sollen keine Bakterien in die Operationswunde gelangen. Wenn das doch geschieht, sagt der Arzt: „Die Wunde hat sich entzündet.“ Aber er meint, die Wunde ist mit Bakterien infiziert und neben der normalen Wundentzündung hat sich eine bakterielle Entzündung noch darauf gesetzt. Verletzungen, die man sich gewöhnlich zuzieht, sind immer mit Bakterien infiziert.

In der Wunde sind abgestorbene Zellen enthalten und die aussprossenden Blutgefäße brauchen etwas Zeit, um den kleinen Spalt, der trotz Naht bleibt, zu durchsetzen, so dass die weißen Blutkörperchen anfangs nicht so leicht dahin gelangen können. Wenn sich Bakterien in diesem Spalt einnisten können, haben sie leichtes Spiel. Sie leben von den abgestorbenen Zellen in dem Wundspalt und können sich vermehren. Das führt  zum Absterben weiterer Zellen, und wenn das so weiter geht, ist Eiter entstanden. Eiter besteht aus Bakterien und abgestorbenem Zellmaterial. Das kann natürlich auch im Inneren des Körpers passieren. Dann spricht man von einem Abszess. Der muss unbedingt geöffnet werden, weil sonst die Bakterien über die Blutbahn zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen können.

Bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen sind auch meistens Bakterien im Spiel. Sie können sich auf der Schleimhaut der Nasennebenhöhle festsetzen und die Zellen, aus denen die Schleimhaut besteht, schädigen. Die Schleimhaut entzündet sich. Sie sondert vermehrt Schleim ab, und alles, was unter Entzündungsreaktion beschrieben wurde, passiert auch dort. Die Durchblutung nimmt zu, weiße Blutkörperchen wandern in den Bereich und bekämpfen die Bakterien usw. Nur die Reparatur ist anders als bei einer Wunde. Wenn der Körper die Bakterien beseitigt hat, brauchen nur die beschädigten Schleimhautzellen erneuert werden. Es entsteht normalerweise keine Narbe.

Eine Darmentzündung, die durch Typhusbakterien verursacht wurde, eine Blasenentzündung, Lungenentzündung, Nierenbeckenentzündung, Mittelohrentzündung, Hirnhautentzündung verlaufen im Prinzip genauso. Wie gefährlich eine solche Entzündung ist, hängt davon ab, wie heftig sie ist, wie ausgebreitet sie ist usw. Eine Blasenentzündung ist darum meistens harmlos, weil die Bakterien mit dem Urin heraus gespült werden. Eine Hirnhautentzündung, die durch Bakterien verursacht wurde, ist lebensgefährlich, weil sich die Bakterien in den Furchen des Gehirns festsetzen, wo Antibiotika nicht hingelangen können. Obwohl also die Entzündungsreaktion gleich ist, gibt es für jedes Organ und jede Bakterienart, die eine Entzündung auslöst, Besonderheiten.

Beispiel Allergie

Allergien führen zu Entzündungen. Beispiele dafür sind der Heuschnupfen, aber auch Hautallergien gegen Nickel oder Nahrungsmittelallergien. Die Entzündungsreaktion ist die gleiche, wie oben beschrieben. Aber der Körper hält harmlose Pollen, Nickel oder bestimmte Nahrungsmittel für gefährlich. Im Falle einer allergischen Entzündung wird kein Gewebe zerstört. Das macht die Situation weniger gefährlich. Warum das bei manchen Menschen so ist, wissen wir nicht. Die Allergien haben in den letzten Jahrzehnten in den Industrienationen zugenommen. Wahrscheinlich hängt das mit der größeren Hygiene zusammen.

Beispiel Autoimmunkrankheit

Autoimmunkrankheiten sind manche Formen von Rheuma, bestimmte Formen von Entzündungen des Dünn- oder Dickdarms. Bei dieser Krankheit reagiert der Körper ähnlich wie bei einer Allergie, aber er hält eigenes Gewebe für den Schädling und greift eigene Zellen an. Darum werden bei dieser Erkrankung die Organe durch die Entzündungsreaktion geschädigt. Das kann sehr gefährliche Ausmaße annehmen.

Woran erkennt man eine Entzündung?

Die äußeren Zeichen sind oben beschrieben. Aber der Arzt kann durch eine Reihe von Labortests feststellen, ob im Körper eine Entzündung sitzt. Wenn die weißen Blutkörperchen vermehrt sind, wenn die roten Blutkörperchen in einem Röhrchen mit Blut schneller nach unten sinken (BSG BlutSenkungsGeschwindigkeit), wenn bestimmte Eiweiße, die in der Leber gebildet werden (und zur Reparatur von geschädigten Zellen benötigt werden) im Blut vermehrt sind, sind das Hinweise für eine Entzündung. Je nachdem welche weißen Blutkörperchen vermehrt sind, welche Eiweiße vermehrt gebildet werden, kann der Arzt Rückschlüsse ziehen, ob es sich um eine bakterielle Entzündung, eine durch Viren verursachte Entzündung, eine Allergie oder eine Immunkrankheit handelt.

Besonderheiten

Jedes Körperorgan reagiert auf seine Weise. So kann hier nur sehr allgemein erklärt werden, was eine Entzündung ist. Wenn man sich sehr oft ärgert und der Magen darum zu viel Salzsäure produziert oder die Schutzschicht aus Schleim auf der Mageninnenwand nicht ausreichend ist, dann greift die Salzsäure den Magen an und es entsteht eine Magenschleimhautentzündung. Die läuft auch ab, wie oben beschrieben. Aber die Ursache und auch die Folgen sind andere. Im schlimmsten Fall entsteht ein Defekt der Magenschleimhaut, ein Geschwür (Ulcus). Wenn man sich beim Schneiden der Fingernägel verletzt, kann sich die Wunde mit Bakterien infizieren und es kann ein Umlauf, eine eitrige Entzündung im Nagelbett (Panaritium) entstehen.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme ist immer, wenn möglich, die Ursache, also das, was das Gewebe schädigen kann, zu beseitigen. Das tut man ja in der Regel automatisch, indem man das meidet, was einen verletzen kann: z. B. allzu viel Sonne, um einem Sonnenbrand (Entzündung der Haut) vorzubeugen, gifte Dämpfe, bissige Tiere usw.

Eine Wunde wird man desinfizieren, also die Bakterien abtöten, z. B. durch Wasserstoffsuperoxyd oder Jodtinktur. Im Körperinneren kann man Bakterien nur durch Antibiotika erreichen. Aber die verschiedenen Bakterien sind nicht alle gegen das gleiche Antibiotikum empfindlich. Bei Viruserkrankungen ist es unterschiedlich. Gegen manche gibt es Medikamente, gegen manche nicht. Gegen Pilze und Parasiten gibt es glücklicherweise meistens ein wirksames Medikament. Bei Allergien muss man vermeiden, mit den allergieauslösenden Stoffen in Berührung zu kommen. Geht das nicht, kann man Medikamente dagegen benutzen, z. B. Medikamente die Antihistaminika (Einzahl Antihistaminikum) heißen oder Kortison. Am schwierigsten ist es bei den Autoimmunkrankheiten. Dagegen gibt es auch eine Reihe von Medikamenten, die aber erhebliche Nebenwirkungen haben.

Aber die meisten Fälle sind ja nicht besonders gefährlich und da helfen Hausmittel sehr gut.

Hauptsymptome: Rötung, Wärme, Schwellung, Schmerz. Ist die Entzündung ausgedehnt oder betrifft sie den ganzen Körper kommen Fieber, Krankheitsgefühl, Schwäche, Appetitlosigkeit hinzu.

Behandlung: Die Entzündung kann durch viele verschiedene Faktoren verursacht werden. Für eine sachgerechte Behandlung muss darum die Ursache heraus gefunden werden.

 

Beitrag von , letztmals geändert am 23.03.2016, 18:44 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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