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Erkältung

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Frau Schneider kam wieder mit einer Erkältung in die Sprechstunde. Es war in diesem Jahr das vierte Mal. Sie erzählte es in allen Einzelheiten. Zuerst ein Kratzen im Hals und am Abend hatte sie auch ein leichtes Frösteln.

Am zweiten Tag kamen Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit hinzu. Fieber hatte sie diesmal nicht. Am meisten litt sie unter der Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, womit die Abgeschlagenheit und das Krankheitsgefühl gemeint sind. „Ich weiß“, sagte sie „drei Tage kommt sie, drei Tage ist sie da, drei Tage geht sie, egal was man macht. Ich bin heute am vierten Tag, will aber und muss diesmal arbeiten gehen. Geben Sie mir etwas gegen die Symptome.“

Manche Patienten kommen, um sich krank schreiben zu lassen, andere wollen Medikamente gegen die Symptome, weil sie trotz der Krankheit arbeiten wollen. Beide haben recht. Auch eine Erkältung, wenn sie nicht ganz milde verläuft, ist ein Grund zu Hause zu bleiben, evtl. auch sich ein, zwei Tage ins Bett zu legen. Andererseits ist sie in der Regel nicht so schlimm, dass es gefährlich wäre zu arbeiten, vorausgesetzt man ist ansonsten gesund. Ein Problem ist, dass man gegebenenfalls viele Menschen ansteckt. Allerdings, bei Fieber sollte man besser nicht arbeiten.

Was passiert im Körper?

Die sogenannte Erkältungskrankheit wird durch Viren verursacht. Es gibt an die 200 verschiedene Virustypen, die eine Erkältung verursachen können, und es entstehen durch Mutation (Veränderungen des Erbgutes) immer neue. Man könnte gegen die Viren einen Impfstoff herstellen, aber das ist sehr kostspielig und lohnt sich nicht. Die Erkältungskrankheit ist nicht so gefährlich und man müsste gegen jedes Virus, das neu „auf den Markt kommt“, einen eigenen Impfstoff entwickeln, was natürlich einen ungeheuren Aufwand bedeuten würde.

Inhalation hilft bei Schnupfen und Husten

Viren können sich nicht eigenständig wie die anderen Lebewesen vermehren. Sie brechen in eine Körperzelle ein und benutzen den Zellkern und die sonstigen Bestandteile der Zelle, um sich zu vermehren. Die verschiedenen Zelltypen des Körpers haben ihre besondere Art des Funktionierens. Nervenzellen haben z. B. eine anderen Stoffwechsel als die Zellen der Schleimhaut im Rachenraum. Darum bevorzugen auch die Viren besondere Zellen. Die Erkältungsviren besiedeln die Schleimhautzellen der Nase, des Rachenraums und der Bronchien. Diese Zellen werden krank und reagieren mit einer Entzündung. Es entstehen Husten, Heiserkeit, Schnupfen. Aber weil die Viren auch in die Blutbahn gelangen, ist auch der ganze Körper betroffen. Daher rühren die Kopfschmerzen, die Gliederschmerzen, evtl. auch das Fieber.

Erkältung und Grippe

Die Erkältung heißt auch grippaler Infekt. Aber sie ist keine Grippe. Die Grippe wird auch durch Viren verursacht, die auch bevorzugt die Schleimhäute in Nase, Rachenraum und den Bronchien befallen. Darum macht sie ähnliche Symptome wie die einfache Erkältung, also Schmerzen im Rachenraum, in der Luftröhre, Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, aber anders als die Erkältung zusätzlich oft hohes Fieber. Die Grippe kann sehr gefährlich werden. Die Grippeviren können die Zellen im Gehirn befallen (was zu einer Hirnentzündung = Encephalitis führt), die Herzmuskelzellen (was zu einer Herzmuskelentzündung = Myokarditis führt) und die Muskelzellen (was zu einer Muskelentzündung = Myositis führt).

Übertragung

Die Viren vermehren sich in den Zellen. Aber der Körper ist nicht müßig. Er erkennt, dass es sich um fremde Eindringlinge handelt und mobilisiert die Abwehr. Das sind Killerzellen aus dem Arsenal der weißen Blutkörperchen, die die Viren ausfindig machen und zerstören bzw. auffressen. Bei der Infektion mit einem Virus muss der Körper, das heißt die Immunabwehr erst mal realisieren, dass es sich um feindliche Eindringlinge handelt. Wenn sie das Virus nicht kennt, dauert es ein paar Tage bis genug Abwehrzellen gebildet sind. Um nämlich ein Virus angreifen und einverleiben zu können, muss die Abwehrzelle an ihrer Zelloberfläche Instrumente ausbilden, mit denen sie das Virus überhaupt anpacken kann. Wenn der Körper das Virus schon kennt, hat das Virus keine Chance. Die Abwehrzellen, die dieses Virus vernichten können, sind schnell mobilisiert. Der Körper ist immun. Ein Virus, das einmal eine Erkältungswelle verursacht hat, kann das nicht ein zweites Mal tun. Alle, die schon mal mit diesem Virus infiziert waren, sind immun dagegen. Also hat das Virus nur eine Chance, wenn es sich durch Mutation verändert hat. Der Körper kennt also dieses Virus nicht, er kann daran krank werden. Aber die Erkältungskrankheiten laufen oft harmlos ab, weil der Körper ähnliche Viren, die früher schon mal eine Erkältungswelle verursacht haben, kennt.

Manche Menschen haben drei Mal im Jahr und öfter eine Erkältung, kleine Kinder oft doppelt so häufig. Das ist nicht besorgniserregend, wenn auch lästig. Andere Menschen sind jahrelang nicht erkältet, offensichtlich, weil sie eine schnell und effizient arbeitende Immunabwehr haben. Aber das bedeutet nicht, dass sie insgesamt gesünder sind.

Die eigentliche Übertragung erfolgt meist durch die sogenannte Tröpfcheninfektion. Wenn ein erkälteter Mensch hustet, dann werden vielleicht einige hundert oder auch nur dutzend feine Tröpfchen mit ausgehustet. In diesen Tröpfchen schwimmen Viren, die ungefähr 1 tausendstel Millimeter im Durchmesser sind. Ein Tröpfchen ist meist größer als 5 tausendstel Millimeter und sinkt schnell zu Boden, wo es unschädlich ist, weil die Viren am Boden haften bleiben. Trocknet das Tröpfchen aber noch in der Luft, so bleiben die Viren übrig, die in dem Tröpfchen geschwommen sind. Da sie kleiner als 5 tausendstel Millimeter sind, können sie in der Luft schweben und von einem gesunden Menschen eingeatmet werden. Sehr oft werden die Viren durch die Hände, manchmal auch über Gegenstände, die man anfasst, übertragen, weil sie auch längere Zeit außerhalb des Körpers überleben.

Nun macht ein Virus noch keine Erkältung. Es müssen schon einige mehr sein, die Eingang in den Körper finden.

Jeder ist überzeugt, dass die Erkältung etwas mit Kälte und Frieren zu tun hat. Vielleicht ist das auch so, obwohl die Wissenschaft den Zusammenhang nicht beweisen konnte. Jedenfalls, ohne Viren geht es nicht. Darum sind z.B. die Menschen, die in der Antarktis im ewigen Eis in Forschungsstationen leben, nicht erkältet. Wenn aber ein Versorgungsschiff kommt und neue Viren über die Mannschaft als blinde Passagiere mitkommen, sind die Menschen in den Forschungsstationen nachher regelmäßig erkältet.

Behandlung

Medikamente, die die Viren bei ihrer Vermehrung behindern, lohnen sich nicht. Bis die wirken, hat der Körper die Sache schon im Griff. Also beschränkt sich der Arzt auf Bekämpfung der Symptome, wenn überhaupt etwas getan werden muss. Nur bei einem sehr geschwächten Körper, z.B. bei einem sehr alten Menschen, nach einer Chemotherapie oder nach schweren Operation usw. ist Vorsicht geboten. Ansonsten ist es besser, dem Körper die Arbeit zu überlassen. Gegebenenfalls sollte er allerdings dafür geschont werden. Es gibt bewährte Hausmittel gegen die Symptome, z. B. Inhalation von Kamilledämpfen gegen Husten und Schnupfen. Paracetamol hilft, wenn es nötig ist gegen Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber und Krankheitsgefühl. Nasentropfen, die die Nasenschleimhaut abschwellen, sind in sehr heftigen Fällen nützlich. Gegen einen Hustenreiz, der quälend ist, gibt es Hustensaft.

Wichtig ist es, sich fit gegen eine Ansteckung zu machen. Durch Abhärtung und Sport kann man das Immunsystem stärken, so dass Erkältungen seltener werden.

Komplikationen

So war auch die Erkältung bei Frau Müller nicht besorgniserregend. Aber sie hatte früher viel geraucht und darum bekam sie schnell, auch nach einer harmlosen Erkältung, eine eitrige Bronchitis. Wenn die Schleimhaut der Bronchien durch die Viren angegriffen sind, dann können sich dort leicht Bakterien ansiedeln. Diese eitrige Bronchitis, die manchmal auch begleitet wurde von einer eitrigen Entzündung der Nebenhöhlen, ist langfristig nicht ungefährlich. Sie kann, wenn sie häufig ist, mit der Zeit zu einer dauerhaften Schädigung der Bronchien führen, die schließlich in einer  COPD (= chronic obstructive pulmonary disease) mündet. – Aber das sind keine häufigen Ereignisse. Die Erkältung ist in der Regel  eine harmlose Erkrankung.

 

Hauptsymptome: Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, evt. Auch schon mal nicht sehr hohes Fieber

Behandlung: In der Regel sind bewährte Hausmittel das beste, also Ruhe, Inhalation mit Kamille, usw. Evtl. z. B. auch Paracetamol oder Nasentropfen.

Beitrag von , letztmals geändert am 15.11.2015, 17:58 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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