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In hundert Jahren ist alles vorbei:
Dann haben, sagt ein amerikanischer Dermatologe, Männer überhaupt keine Kopfhaare mehr. Aber niemand kann sich wegen dieser haarigen Prognose etwa graue Haare wachsen lassen: Graue Haare gibt es gar nicht.
Grauhaarigkeit entsteht durch die Mischung weißer und pigmentierter Haare. Und die ersten weißen Haare bekommt der Europäer im Durchschnitt mit 35 Jahren: haarsträubend früh.
Doch wem stehen schon noch die Haare zu Berge, wie weiland dem Propheten Hiob, als ein Geist über ihn kam? Ein Toupet soll gut anliegen, sich nicht sträuben. Man sieht: Überall Haare in der Suppe. Selbst da, wo es nur noch um ein Haar geht, lässt sich Hoffnung nicht einmal an demselben herbeiziehen: Der Kahlkopf des Mannes muss als Manifestation des anlagemäßig bedingten, alterstypischen Behaarungsmusters gelten.
Wo die Haarforscher hinlangen, muss jede Illusion Haare lassen: Auf Irrtümern und Spekulationen beruhe die Anschauung, der Männer Glatze sei auf Seborrhoe, Schuppenbildung, verminderte Durchblutung oder verstärkte Spannung der Kopfhaut zurückzuführen. So ist jedwede Therapie der Kahlheit ein Haarsardspiel: Wird haarscharf auf das Portemonnaie gezielt?
Wer weiß. Auch darüber kann man sich in die (letzten) Haare geraten. Wo ist Wahrheit? Gibt es Klarheit? Erst in hundert Jahren? Wenn alles vorbei ist? Mähnen, Locken, Tollen und Friseure? Erst dann wird die Haarspalterei aufhören. Dann wird wieder Haarmonie sein. Es sei denn, jemand hätte dann noch Haare auf den Zähnen.