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Gräte stecken geblieben. Was tun?

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Es gibt in der ärztlichen Praxis glücklicherweise auch Ereignisse, die dramatisch erscheinen, aber in der Regel harmlos sind. So kommen gelegentlich Patienten völlig aufgelöst in meine Praxis oder rufen mich aufgeregt an, weil sie beim Fischessen eine Gräte verschluckt haben, die ihnen im Hals stecken geblieben ist. Meistens ist das aber harmlos.

Was passiert im Hals?

Wenn eine Fischgräte verschluckt wird, dann gleitet sie normalerweise durch die Speiseröhre in den Magen. Die Salzsäure des Magens löst den Kalk heraus, die Gräte wird dann ganz weich und wird weiter wie ein Stück Fleisch verdaut. Eine Fischgräte ist ähnlich aufgebaut wie ein Knochen. Nun kann es eben passieren, dass die Gräte beim Schlucken mit dem spitzen Ende in die Schleimhaut des Rachens gebohrt wird und darum da stecken bleibt. Unter Umständen kann man sie mit etwas Brot oder Wasser, das man schluckt, wieder los kriegen und sie in den Magen befördern. Aber manchmal gelingt das eben nicht und sie bleibt da, wo sie ist. Aber auf die Dauer hilft ihr auch das nicht.


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Das Stück Gräte, das in der Schleimhaut steckt, wird von den Zellen der Schleimhaut abgebaut. Nach einem Tag etwa ist es nicht mehr da. Der Rest der Gräte ist nun frei und nimmt seinen Weg in den Magen. Vielleicht tut die verletzte Stelle noch etwas weh beim Schlucken. Das ist der normale Gang der Dinge.

Man sieht hier schematisch Mund- und Nasenhöhle im Querschnitt. Im Rachen kann eine Fischgräte stecken bleiben.

Hausmittelempfehlungen, wie Saures schlucken oder Sauerkraut essen, bringen nichts, sind auch überflüssig. Saures, das man schluckt, darf nicht so konzentriert sein und wirkt auch nicht lange genug ein, um die Gräte aufzulösen.

Mögliche Komplikationen

Das Problem ist ein anderes und wird besonders deutlich, wenn die Patienten anrufen. Normalerweise kann man die Patienten beruhigen, dass sie nichts tun sollen und darauf vertrauen, dass sich das Problem auf die Weise, wie oben beschrieben von alleine löst. Man kann aber natürlich nicht ausschließen, dass sich die Angelegenheit ausweitet. Vielleicht ist es eine besonders große Gräte. Oder sie hat sich nicht in die Rachenschleimhaut gebohrt, sondern in den Kehldeckel, der beim Schlucken die Luftröhre abdichtet. Wenn es da nun aus irgendeinem Grund zu einer Schwellung kommt, kann das zu Atembeschwerden führen. Schließlich kann es an der Einstichstelle auch zu einer größeren Entzündung kommen. All diese Komplikationen sind nicht wahrscheinlich, aber ausschließen kann ich sie als Arzt auch nicht.

Ein Laie könnte in so einem Fall eine Empfehlung abgeben, er hat keine Verantwortung. Das ist aber beim Arzt anders. Wenn es zu Komplikationen kommt, wird der Patient sich beschweren. Ich kann aber dem Patienten auch nicht sagen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass es zu Komplikationen kommt, weil es darüber keine verlässlichen Werte gibt. Es ist eine Situation, in der Ärzte sehr oft sind. Wenn ein Mensch nicht so heftig auf den Kopf fällt, wird er eine Beule bekommen und dann wars das. Aber in ganz seltenen Fällen kann auch eine Ader im Kopf verletzt worden sein, und das wäre lebensgefährlich. (Darüber gibt es eine Geschichte in Gesundheitsthema. Siehe den Link unten.) Oder eine harmlose Erkältung kann sich zu einer Lungenentzündung ausweiten usw. usw.

Wenn also der Patient schon in meine Praxis kommt, werde ich versuchen, die Gräte mit einer Pinzette heraus zu ziehen. Wenn sie zu tief sitzt, schicke ich ihn zum Hals-, Nasen-, Ohrenarzt, der Spezialinstrumente hat. Viel hängt davon ab, ob ich dem Patienten eine vernünftige Haltung zutraue. Einerseits sollte er nicht überbesorgt sein und seinem Körper auch Selbstheilungskräfte zutrauen, andererseits soll er vernünftig abwägen können, ob sich die Situation verschlimmert hat und darum ein Arzt hinzugezogen werden sollte. Bei kleinen Kindern ist die Sache ebenfalls anders. Da wäre ich grundsätzlich sehr viel vorsichtiger und würde immer den Hals-, Nasen-, Ohrenarzt empfehlen.

Hauptsymptome: Die Sache erledigt sich meist von selbst. Die im Hals stecken gebliebene Gräte tut etwas weh. Wenn sie besonders groß ist oder bei Kindern kann theoretisch die Atmung behindert werden.

Behandlung: In der Regel abwarten. Die Gräte löst sich von selbst und gleitet in den Magen. Wenn die Sache dramatisch ist, sich dem Arzt vorstellen.

Beitrag von , letztmals geändert am 23.03.2016, 21:09 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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