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Hämorrhoiden (Hämorriden)

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Frau Wiesen, Anfang 50, erzählte mir vor einiger Zeit, dass sie beim Stuhlgang Blut bemerkt habe. Das Blut sei richtig rot, wie eben Blut. Manchmal brenne es auch am Po.

Schmerzen im Bauch habe sie nicht, aber am Po tue es oft weh. Also wahrscheinlich Hämorrhoiden. Die Sache war ihr sichtlich etwas peinlich.

Frau Wiesen gestand mir, dass sie diese Beschwerden schon jahrelang hat. Sie hat Salben versucht und Sitzbäder. Im Internet hat sie sich informiert. Manches hat ihr kurzfristig Erleichterung verschafft, so dass sie hoffte, die Sache sei vorbei. Aber im großen und ganzen ist es nur schlimmer geworden. Frau Wiesen war erleichtert, dass sie mir das alles nun mal erzählt hat. Ich habe sie nicht untersucht, da ich sie auf jeden Fall zum Spezialisten schicken würde.

Ich erklärte ihr, wie es sich mit den Hämorrhoiden verhält.

Auf diesem Bild sind die krankhaft erweiterten Adern gut zu sehen. Vorne, aufgeschnitten sind sie blau gezeichnet. Hinten hängen sie wie eine Traube herunter. Nicht eingezeichnet ist, wie die Adern für den Verschluss sorgen.

Normale Anatomie

Für den Darmverschluss sorgt hauptsächlich der Schließmuskel, der unwillkürlich funktioniert. Er ist normalerweise geschlossen, was wir aber gar nicht bemerken. Daneben gibt es den Schließmuskel, den wir willkürlich anspannen können. Der wird nur benutzt, wenn wir bewusst den Po zukneifen, z. B. bei Durchfall. Der dritte feinmechanische Verschluss wird durch die Hämorrhoiden gewährleistet. So nennt man Blutadern, die kurz vor dem Ausgang in der Darmwand liegen, und zwar innen, ringsherum unter der Schleimhaut. Diese Adern sind prall mit Blut gefüllt und verstopfen so den Innenraum des Darmes kurz vor dem Ausgang. Wenn wir beim Stuhlgang pressen, drückt der Kot die Adern leer und kann vorbei gleiten. Das ist der normale Mechanismus. Auf dem nebenstehenden Bild sind die normalen Adern nicht eingezeichnet. Man muss sie sich unter der Schleimhaut, die den Darm innen auskleidet, denken.

Krankhafte Veränderungen

Die Adern in der Darmwand, also die Hämorrhoiden, können weiter werden, ähnlich wie Krampfadern. Wenn sie an einer Stelle platzen, blutet es. Oder die Oberfläche entzündet sich und erzeugt Jucken oder Brennen. Sie können sich immer mehr weiten, gewissermaßen ausleiern. Dann hängen sie von der Darmwand in das Darminnere und die Enden werden unter Umständen mit dem Stuhl aus dem After gedrückt. Medizinisch heißt das Prolaps. Am Anfang ziehen sie sich wieder von alleine zurück. Schließlich aber können sie so groß sein, dass sie nach dem Stuhlgang aus der Darmöffnung heraus hängen und mit dem Finger wieder zurück gedrängt werden müssen oder das gelingt schon nicht mehr.

Die Ursachen des Hämorrhoidalleidens kennen wir nicht. Vermutlich spielen ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und Veranlagung eine Rolle.

Behandlung

So wie es Frau Wieser erzählte, waren ihre Hämorrhoiden noch nicht sehr stark erweitert. Von dem Proktologen (wie der Spezialarzt für das Darmende heißt) erfuhr ich, dass er, ähnlich wie bei der Verödung von Krampfadern, die Hämorrhoiden verkleinert hat. Er hat aber die Adern erhalten, weil sie für den sicheren Darmverschluss gebraucht werden.

Es war ein kleiner Eingriff, der ambulant durchgeführt wurde und keine Schmerzen verursachte. Ein paar Tage später tat es Frau Wieser für eine kurze Zeit dann doch weh. Durch die Behandlung war eine kleine Wunde entstanden, die abheilen musste. Aber sie bekam starke Schmerzmittel und damit ging es gut.

Mit dem After Probleme zu haben, das gefällt keinem Menschen. Darum haben Scharlatane hier ein leichtes Spiel. Viele Menschen versuchen es mit den angepriesenen Wundermittel und geben viel Geld dafür aus. Direkt schaden tun diese Mittel in der Regel nicht, aber sie verzögern eine sachgerechte Behandlung. Je weiter das Hämorrhoidalleiden fortgeschritten ist, desto schwieriger wird die Behandlung.

Hauptsymptome: Rotes Blut beim Stuhlgang, Brennen, Jucken am After, evtl. ein Prolaps (s. Text)

Behandlung: Verödung durch Spezialisten

 

Beitrag von , letztmals geändert am 16.01.2016, 19:14 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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