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Herzinfarkt – Entstehung und Behandlung

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Herr Matte war morgens gegen fünf Uhr aufgewacht und spürte einen heftigen Schmerz in der Brust. Später sagte er dazu, dass er dachte, der Schmerz würde ihn vernichten und deswegen habe er zugleich große Angst gehabt. Seine Frau sah die Blässe und den kalten Schweiß auf der Stirn ihres Mannes, der sich stöhnend im Bett wälzte. Sie verstand, dass ihr Mann in großer Gefahr war und rief den Notarzt. Der war auch nach einer knappen viertel Stunde da. Er sah Herrn Matte, maß den Blutdruck, was ihm auch verriet, dass das Herz unregelmäßig schlug und gab den begleitenden Sanitätern die Order „Myokardinfarkt, ins Krankenhaus, schnell!“ Noch während die ihn auf eine Trage hievten, gab er Herrn Matte eine Spritze Morphium in den Oberschenkel. Frau Matte schaute ihn ängstlich an. „Wahrscheinlich ein Herzinfarkt“, meinte er.

Das Herz. Die Aorta ist bezeichnet. Die drei Äste, die von der Aorta nach oben abgehen, versorgen Arme und Kopf. Man sieht auch die zwei großen Adern (rechts und links von der Aorta, hier ohne Bezeichnung), die das Blut aus der Lunge, bzw. dem Körper ins Herz führen. Auf dem roten Herzmuskel erkennt man die dunkelroten Herzkranzgefäße, wie sie sich verzweigen. Die Stelle, wo sie von der Aorta abgehen, kann man nicht sehen.

 

Das Herz

Das Herz besteht aus Muskel und aus Sehnengewebe für die Herzklappen. Wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, presst er das Blut mit Druck in die große Schlagader, die oben vom Herzen abgeht (Aorta). Wenn das Herz dann erschlafft, gehen die Klappen an der Aorta zu, so dass das Blut nicht zurück fließen kann. Es strömt Blut, das aus der Lunge kommt, also sauerstoffreich ist, in das Herz nach, das beim nächsten Herzschlag wieder in die Aorta gepresst wird. Die Aorta verzweigt sich im ganzen Körper, der so mit Blut versorgt wird. Alle Adern, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen wegführen, sind Arterien. Gleich am Anfang der Aorta gehen Arterien ab, die von außen um das Herz herum laufen. Sie versorgen den Herzmuskel mit Blut. Das sind die sogenannten Herzkranzgefäße (der Arzt sagt Gefäß, nicht Ader.) Der Herzmuskel wird nicht von dem Blut versorgt, das durch das Herz gepumpt wird.

Infarkt

Einen Infarkt nennt man den Bereich eines Gewebes, der kein Blut mehr bekommt und dann abstirbt. Das kann in jedem Organ geschehen. Aber wenn z. B. der Oberschenkelmuskel kein Blut bekommt, wird seine Funktionsfähigkeit leiden. Man kann ihn nicht mehr bewegen. Dadurch wird der Bedarf an Sauerstoff und Nährstoffen stark reduziert. Auf diese Weise kann er eine Stunde und mehr ohne Durchblutung aushalten und erholt sich danach wieder. Aber der Herzmuskel kann seine Tätigkeit nicht einstellen. Er wird so lange arbeiten, wie es eben geht. An dem Sauerstoffmangel geht er darum schneller zugrunde.

Ursache des Durchblutungsstopps ist der Verschluss einer Arterie des Herzens. Das geschieht dadurch, dass sich auf einem Verkalkungsherd der Arterien (ein Plaque) ein Blutgerinnsel bildet, das die Arterie zunächst stark einengt, dann verschließt. Man nimmt an, dass sich eine Arterie auch zusammenpressen kann, wenn die Wand durch einen Plaque geschädigt ist. Jedenfalls ist fast immer die Arteriosklerose, also eine Schädigung der Gefäßwand, die schließlich auch zur Verkalkung führt, der Grund für einen Herzinfarkt. Eine Arteriosklerose entsteht besonders bei Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Diabetes.

Behandlung in der akuten Situation

Noch im Rettungswagen hatte der Notarzt die Herzströme mit einem EKG-Gerät gemessen, Herrn Matte eine Infusion angelegt und Medikamente gespritzt, die das Blutgerinnsel in der Herzarterie auflösen sollten. (Als erstes legt ein Arzt in Notfällen immer eine Infusion. Es kann nämlich der Blutdruck stark absinken und dann sind die Venen – das sind die unter der Haut liegenden Adern, die das Blut zum Herzen zurückführen – nicht mehr gut gefüllt. Wenn das geschieht, kriegt man keine Nadel mehr in sie hinein und man könnte nichts mehr in die Adern spritzen. Das aber ist oft notwendig. Wenn man keine gefüllte Vene mehr findet, muss man eine kleine Operation vornehmen, um eine Infusionsnadel zu legen, aber das kostet Zeit.) Es war keine Stunde seit dem Anruf von Frau Matte vergangen, als Herr Matte schließlich im Krankenhaus auf dem Behandlungstisch lag.

Das Morphium hatte schon gewirkt und Herr Matte war ruhiger geworden. Er bekam auch Medikamente, die dem Herzen helfen, die Mangeldurchblutung besser zu überbrücken. Aber der Puls war noch unregelmäßig und der Blutdruck ziemlich niedrig. Die Krankenhausärzte hatten sich beraten, auch mit Frau Matte gesprochen und sich entschlossen, zu versuchen, die Herzarterie wieder ganz durchgängig zu machen. „Man könnte es auch ohne das versuchen. Die Zeit, die bei Ihrem Mann seit Eintreten des Infarktes bis jetzt verstrichen ist, ist kurz. Deswegen würde eine Fibrinolyse (Auflösung des Gerinnsel durch Medikamente) möglich sein. Aber mit dem Katheter können wir doch mehr erreichen“, meinte der Arzt.

Nicht immer macht ein Herzinfarkt so heftige Beschwerden. Manchmal kann er auch ganz stumm verlaufen. Man kann sagen, dass die heftigen Schmerzen bei Herrn Matte dazu geführt haben, dass er früh behandelt wurde.

Der Arzt schob Herrn Matte einen Katheter (ein dünner Schlauch) durch eine Arterie des Beines bis an den Abgang der Herzkranzgefäße. Er spritzte ein Kontrastmittel durch den Katheter und konnte so die Herzkranzgefäße unter dem Röntgenschirm sichtbar machen. Er konnte so auch sehen, an welcher Stelle der Verschluss statt gefunden hatte. Ein kleines Röhrchen aus Kunststoff, ein Stent, der an der Spitze des Katheters befestigt war, wurde an diese Stelle des Herzkranzgefäßes geschoben. Dadurch wurde die Arterie an dieser Stelle wieder weit.

Einen Tag später ging es Herrn Matte sichtbar besser.

Die Folgen des Infarkts

Wenn ein Bereich des Herzmuskels nicht mehr durchblutet wird, stirbt er ab. Es hängt dann von der Größe dieses Infarktes ab, welche Folgen das hat. Kleinere Infarkte verkraftet das Herz natürlich besser als große. Das abgestorbene Muskelgewebe wird durch eine Narbe ersetzt. Damit ist das Herz schwächer geworden. Es kann nicht mehr so viel leisten, was besonders bei Anstrengungen bemerkbar wird. Aber auch die Stelle, wo sich der Infarkt bildet, ist wichtig. Wenn sich das Herz zusammenzieht, muss das eine Aktion sein, in der sich die verschiedenen Herzmuskelbereiche aufeinander abgestimmt zusammen ziehen. Das geschieht durch ein Leitungssystem, das von Nerven gesteuert wird, die in der Herzwand liegen. Sind die an einer Stelle durch den Infarkt geschädigt, dann kommt es zu Rhythmusstörungen. Die Herzaktionen laufen unregelmäßig ab, was in der akuten Situation lebensgefährlich sein kann.

Nach einer Woche konnten die Ärzte erkennen, wie groß der Infarktbereich bei Herrn Matte war. Tatsächlich war er durch die schnelle Behandlung sehr klein. Das würde Herrn Matte kaum Beschwerden machen. Nach weiteren vier Wochen, die Herr Matte zu Hause verbringen konnte, wäre alles ausgeheilt.

Langfristige Behandlung

Herr Matte war durch das Ereignis ziemlich geschockt. Vor einem halben Jahr erst war er in Rente gegangen und er hatte sich so viel vorgenommen, was er alles tun wollte. Jetzt das! Etwas zerknirscht war er, als der Krankenhausarzt kurz vor der Entlassung, ein paar Tage später der Hausarzt mit ihm über die weitere Vorgehensweise sprachen. Das Rauchen hatte er ja schon aufgegeben. Aber dieser Bauch! Und Bewegung schien ein Fremdwort für ihn zu sein. Er hatte im Dienst fast vierzig Jahre am Schreibtisch gesessen.

Das Problem war nicht das überstandene Ereignis. Das war ja glimpflich ausgegangen. Das Problem war das Gefäßsystem. Wenn es an einer Stelle arteriosklerotische Veränderungen gab, dann gab es an anderen Stellen auch welche. Herr Matte musste einiges an seiner Lebensführung ändern, wenn er nicht bald einen weiteren Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bekommen wollte. Das hieß abnehmen, sportliche Aktivitäten, Kontrolle von Blutdruck und des Stoffwechsel zum Ausschluss eines Diabetes, regelmäßige Medikamenteneinnahme. Seine Frau stellte auch den Speiseplan um.

Die Medikamente, die Herr Matte nun nahm, waren Aspirin, dass die Bildung von Blutgerinnsel verhindern kann, und sogenannte Betablocker, die den Blutdruck niedrig halten und dem Herzmuskel helfen. Er ging auch brav in eine Herzsportgruppe und wunderte sich, wie viel Spaß ihm das machte. Jetzt sind drei Jahre her und es ist nichts weiter passiert.

Hauptsymptome: Heftige Schmerzen in der Brust, manchmal in den linken Arm oder andere Körperregionen ausstrahlend, Rhythmusstörungen des Herzschlags, schwere körperliche Beeinträchtigung. Unter Umständen sind die Beschwerden schwach oder kaum bemerkbar.

Behandlung: Ein Herzinfarkt ist ein dringlicher Notfall. Möglichst schnelle Medikamentengabe zur Auflösung des Blutgerinnsels in den Arterien des Herzens. Es kommt dabei auf Minuten an.

 

Beitrag von , letztmals geändert am 13.01.2016, 12:38 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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