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Heuschnupfen (allergische Rhinitis)

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Niesen, Nasenlaufen, Jucken im Rachenraum, oft auch eine Bindehautentzündung in den Augen mit Jucken und Tränenfluss sind die Hauptsymptome. Nicht selten kommen dazu auch Gereiztheit und Konzentrationsstörungen. Diese Symptome treten innerhalb kurzer Zeit auf, wenn die Stoffe in der Luft sind, gegen die man allergisch ist, sogenannte Allergene. Allergene sind harmlose Stoffe, aber bei Menschen mit einer Allergie lösen sie eine Krankheit aus.

Ein Allergietest. Welche Substanzen lösen eine allergische Reaktion aus?

Die Schwellung der Schleimhaut im Nasenrachenraum kann gelegentlich dazu führen, dass die kleine Öffnung der Nasennebenhöhlen verschlossen wird. (Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume in den Knochen des Gesichts, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind. Sie haben eine kleine Öffnung zum Nasenraum, durch den der Schleim abfließen kann. Werden diese Öffnungen durch die Schwellung der Schleimhaut verstopft, dann fließt nichts mehr ab und Bakterien können sich in der Nasennebenhöhle vermehren.) Es entsteht eine eitrige Nasennebenhöhlenentzündung. Die Nase ist nun verstopft und das Nasenlaufen hört auf. Aber eine Verbesserung ist das natürlich nicht.

Was ist Heuschnupfen?

Der Heuschnupfen entsteht, wenn die Schleimhaut des Nasen- Rachenraums (und fast immer auch die Bindehaut des Auges) allergisch auf bestimmt Stoffe reagieren. Die allergische Reaktion besteht aus einer Entzündung der Schleimhaut (und der Bindehaut). Die Schleimhaut schwillt an. Die Blutgefäße sind erweitert.

Allergene, die Heuschnupfen auslösen können, sind meistens Pollen von verschiedenen Pflanzen. Wenn die blühen, also z. B. Birken oder Gräser oder Getreide usw., dann fliegen die mikroskopisch kleinen Pollen dieser Pflanzen durch die Luft und werden eingeatmet.  Auch die Haare von Haustieren und möglicherweise die Ausscheidungen der Milben können wie Allergene wirken. (Milben sind mikroskopisch kleine Lebewesen, die ähnlich wie Insekten aussehen. Sie leben auf unserer Haut, in unseren Betten und im Hausstaub.) Nimmt die Menge der Allergene, z. B. bei starkem Pollenflug zu, intensivieren sich die Symptome, unter Umständen bis zu einem Ausmaß, das nicht mehr auszuhalten ist. Es kann in extremen Fällen dazu kommen, dass die Nase kontinuierlich tropft und dass der oder die Arme ununterbrochen niesen muss.

Neben dem Heuschnupfen gibt es noch andere Allergien. Eine Allergie der Bronchien führt zu Asthma. Bei der Nahrungsmittelallergie reagieren Magen und Darm krankhaft auf bestimmte Nahrungsmittel. Auch die Haut kann allergisch reagieren, z. B. auf Nickel. Schließlich gibt es allergische Reaktionen, die zu einem lebensbedrohlichen Schock führen können. Nicht selten haben Menschen mehrere Allergien.

Warum manche Menschen allergisch sind, weiß man nicht. Bekannt ist nur, dass die Menschen in den Entwicklungsländern Allergien kaum kennen. Auch die Menschen auf dem Land bekommen seltener Allergien als Städter.

Behandlung, allgemeine Maßnahmen

Vor einer Behandlung sollte ein Test von einem Hautarzt durchgeführt werden, mit dem heraus gefunden werden kann, gegen was die Allergie besteht. Doch darf man das auch nicht überbewerten. Meistens kommt heraus, dass man gegen mehrere verschiedene Stoffe allergisch ist, z. B. Pollen von Birken und Gräsern und anderen Pflanzen. Die Allergie wechselt auch häufig im Laufe des Lebens. Erst sind es die Gräser, dann die Haselnuss, dann wieder eine andere Pflanze.

Die wirksamste Maßnahme bei einer Allergie ist es, den Stoff, der die Allergie auslöst, zu meiden. Wer gegen Katzenhaare allergisch ist, sollte sich keine Katze halten und er geht am besten auch niemanden besuchen, der eine hat. So ist es auch am besten, die Pollen zu meiden. Das geht aber nur, wenn man in Weltgegenden fährt, wo keine Pollen sind, z.B. auf dem Meer oder in der Wüste oder wo es nur Pollen gibt, auf die man nicht allergisch reagiert, vielleicht auf den Fidschi Inseln. Aber wer kann das schon?

Was man aber kann, ist den Kontakt mit Pollen reduzieren. Ausflüge ins Grüne sollte man nicht bei Pollenflug machen, wenn man durch Pollen Heuschnupfen bekommt. Bei schönem, sonnigen Wetter fliegen mehr Pollen durch die Luft als bei oder nach Regen, der sie auswäscht. Wenn man nach Hause kommt, kann man sich die Haare waschen, die viele Pollen einfangen oder man schützt die Haare mit einem Kopftuch oder einem Hut. Die Kleider, die man draußen trägt und auf denen sich viele Pollen gefangen haben, die bei Bewegung in der Luft herumwirbeln, legt man irgendwo sicher ab und das Fenster lässt man am besten geschlossen. Das alles dient dazu, dass man zu Hause etwas Ruhe vor dem Ärgsten hat. Bei einer sogenannten Hausstauballergie sind Maßnahmen hilfreich, die die Ansammlung der Milbenausscheidungen vermindern. Also Bettwäsche kochen, Matratzen und Kopfkissen abwaschbar, keine Teppiche in der Wohnung, statt kehren nur saugen, nur feucht Staub wischen.

Kaffee, Kälte und sportliche Anstrengung helfen, die Symptome zu reduzieren. Auch im Schlaf hat man meist Ruhe und bei starkem Stress. Aber natürlich kann man nicht den ganzen Tag Sport treiben und Eis essen und dann nur noch schlafen. Man braucht Medikamente.

Behandlung mit Medikamenten

Medikamente, die bei Heuschnupfen helfen sollen, müssen die Entzündungsreaktion des Körpers verhindern. Das Allergen kann man ja eben oft nicht beseitigen. Während normalerweise die Entzündung ein Teil eines Heilungsvorganges ist, z. B. bei einer Verletzung, ist die Entzündung im Falle des Heuschnupfens die Krankheit selbst. Nun produziert der Körper zwei Hormone, die Entzündungen hemmen, nämlich Kortison und Adrenalin. (Für diese Hormone und die im folgenden genannten Medikamente gibt es nur diese komplizierten Namen.) Die werden vermehrt bei körperlicher Anstrengung und bei Stress, aber auch durch Kaffee ausgeschüttet, was zu der erwähnten Erleichterung führt. Speiseeis wirkt, weil die Kälte die Blutgefäße im Rachenraum verengt.

Die Entzündung ist ein höchst komplizierter Vorgang, der auch nur zu einem kleinen Teil verstanden ist. Was man aber weiß, ist, dass bestimmte Zellen, die unter und in der Schleimhaut liegen, die sogenannten Mastzellen, beteiligt sind. Sie sondern eine Substanz ab, nämlich das Histamin, und dieses Histamin ist für die Veränderungen in der Nasenschleimhaut verantwortlich. Es gibt drei Gruppen von Medikamenten.

1. Medikamente, die die Mastzellen lähmen (z. B. Cromociglinsäure). Man nennt sie Mastzellenstabilisatoren. (Wie gesagt, ein einfacheres Wort gibt es nicht). Sie werden als Tropfen fürs Auge oder als Spray für die Nase angewandt. Das muss mehrmals am Tag geschehen und es braucht einige Tage bis die Wirkung eintritt. Wenn man weiß, wann die Allergie kommt, sollte man eine Woche vorher mit der Behandlung beginnen.

2. Wenn die Mastzellenstabilisatoren nicht wirken, kommt als zweites ein Antihistaminikum in Frage. Dieses Medikament wird als Tablette eingenommen, kann aber auch als Spray für die Nase oder Tropfen fürs Auge angewandt werden. Es verhindert, dass das Histamin, das ein wichtiger Faktor bei der Entzündung ist, seine volle Wirkung entfalten kann.

3. Als drittes kommen Kortisonpräparate in Frage. Sie haben die stärkste Wirkung. Kortison ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere produziert. Aber er macht es in feiner Abstimmung, genau an seinem Bedarf orientiert. Wenn man Kortison zusätzlich nimmt, kann das zu erheblichen Schäden führen. Gegen den Heuschnupfen werden Kortisonpräparate als Spray benutzt, die zwar die Schleimhäute erreichen, aber nicht in den Körper eindringen können. So vermeidet man die schädlichen Nebenwirkungen.

Manchmal ist es notwendig, zwei dieser Medikamente zu kombinieren.

Man kann auch eine Desensibilisierung versuchen. Man testet erst, gegen was der Körper allergisch ist. Dann führt man dem Körper im Winter, wenn es keine Allergene gibt,  regelmäßig mit einigen Tagen Abstand das Allergen, erst in ganz niedriger Dosierung, allmählich in immer größerer Menge zu. So kann sich der Körper langsam an das Allergen gewöhnen, ohne allergisch zu reagieren.

Wer aber die Allergie ganz oder weitgehend los werden will, der versuche es mit einer Psychoanalyse. Die hilft oft sehr, wenn auch nicht immer. Das ist gewissermaßen ein Geheimtip. Allerdings braucht man für eine Psychoanalyse Geduld.

Hauptsymptome: Jucken im Nasenrachenraum, Niesen, Nasenlaufen, Bindehautentzündung mit Jucken und Tränenfluss

Behandlung: Die Stoffe, die den Heuschnupfen auslösen, so gut wie möglich meiden. Wenn nötig Medikamente (Mastzellenstabilisatoren, Antihistamine, spezielle Kortisonpräparate)

Beitrag von , letztmals geändert am 15.11.2015, 17:46 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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