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Aids HIV

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Patienten mit bekannter HIV Infektion oder mit Aids habe ich schon lange nicht mehr. Die Behandlung erfordert spezielle Kenntnisse und Erfahrungen, so dass sich Spezialpraxen für diese Patienten gebildet haben. Das verbessert natürlich auch die Qualität. Und auch Angehörige habe ich selten, weil bei uns die meisten HIV oder Aids Kranken Homosexuelle sind. Natürlich werde ich öfter auf das Thema angesprochen, weil meine Patienten wissen wollen, wie sie sich vor Ansteckung schützen können. Die Antwort ist ziemlich einfach: durch ein Kondom. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen, die HIV positiv sind, in jedem Fall andere beim Sexualverkehr anstecken. Die Sache ist komplizierter, wie weiter unten erklärt wird. Jedenfalls reicht Küssen für eine Ansteckung nicht aus, auch nicht ein Zungenkuss.

Schematische Darstellung eines HI Virus

Was ist HIV?

HIV ist die Bezeichnung für einVirus, nämlich das HI Virus (Human Immunodeficiency Virus = menschliches Immunschwäche Virus). Wenn man sagt, dass jemand HIV hat, meint man, dass er sich mit dem HI Virus angesteckt hat.  Wenn es auf Grund dieser Ansteckung zum Ausbruch bestimmter Krankheiten gekommen ist, spricht man von Aids (Acquired Immunodeficiency  Syndrome = erworbenes Immunschwäche Syndrom. Syndrom ist die Kurzbezeichnung für eine Kombination von Symptomen). Man muss also die Infektion (Ansteckung) mit dem Virus (HIV) von den Krankheiten, die später als Folge davon auftreten (= Aids), unterscheiden. Die Sache ist etwas kompliziert.

Was passiert nach der Ansteckung mit dem HI Virus?

Lebewesen bestehen aus Zellen. Jede Zelle enthält einen Zellkern. Im Zellkern sind die Gene enthalten. Wenn sich die Zelle teilt, sich also vermehrt, muss jede Tochterzelle auch einen Kern mitbekommen, in dem alle Gene enthalten sind. Der Kern muss sich also auch verdoppeln. Viele Zellen des Körpers müssen sich ständig teilen, weil sie abgenutzt werden. Z. B. die weißen Blutkörperchen, die eindringende Bakterien oder Viren vernichten, gehen bei ihrer Arbeit zu Grunde und müssen darum ständig ersetzt werden.

Das HI Virus ist sehr klein und benutzt wie alle Viren die Lebensprozesse in der Zelle für sich, schaltet sie um, um sich auf diese Weise zu vermehren. Und zwar macht es das so, dass es die Zelle dazu bringt, nicht sich selbst zu teilen, sondern neue Viren zu produzieren. Das HI Virus dringt vor allem in bestimmte weiße Blutkörperchen (T-Helferzellen) ein und benutzt den Kern dieser Zellen, um sich zu vermehren. Die T-Helferzellen sind für die Abwehr von krankmachenden Bakterien und Viren zuständig. Das HI Virus attackiert also die Zellen im Körper, die eigentlich dafür da sind, Viren zu vernichten. Das ist das heimtückische an dieser Krankheit. Aber es dauert im Schnitt 10 Jahre bis die Abwehrzellen so durchgehend vom Virus befallen sind, dass sie quasi vernichtet sind. Jetzt haben Bakterien, Pilze und andere Viren ein leichtes Spiel. Aids bricht aus.

Nach einer Ansteckung kommt es zunächst zu Krankheitssymptomen wie bei einer Erkältung, also Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Fieber. Diese Symptome gehen nach einigen Wochen vorbei, und es passiert die 10 Jahre gar nichts. Wenn aber die Abwehrzellen weitgehend vernichtet sind, entsteht Aids. Bakterien führen zu einer Lungenentzündung, Pilze können Mundhöhle und Verdauungswege befallen usw. usw. Unbehandelt führen diese Krankheiten, man nennt sie opportunistische Infektionen, zum Tode.

Ansteckung mit HIV

Das Virus lebt überwiegend im Blut, aber es ist auch in der Milch einer stillenden Frau oder im Sperma enthalten. Es wird übertragen, wenn Köperflüssigkeit von einem befallenen Menschen in den Körper eines anderen eindringt. Wenn also Blut eines infizierten Menschen mit der Haut eines anderen in Berührung kommt, passiert nichts. Wenn es aber eine offene Wunde gibt und das Blut kommt mit der Wunde in Berührung, kann es zur Übertragung kommen. Wenn ein Junkie eine Nadel benutzt, die ein HIV Infizierter auch schon benutzt hat,  kommt es zur Infektion. Die Übertragung beim Geschlechtsverkehr geschieht dadurch, dass  in der Scheide, beim Analverkehr am After, oder am Penis winzige Wunden entstehen können, durch die das Virus in den Körper eindringt. Beim homosexuellen Analverkehr entsteht besonders leicht am After eine kleine Wunde, durch die die Viren, wenn sie im Sperma enthalten sind, übertragen werden. Es scheint, dass deswegen HIV besonders bei homosexuellen Männern verbreitet ist. Eine Infektion durch den Mund, z. B. bei Oralverkehr, ist selten. Es gibt einige wenige Menschen, deren Erbanlagen sie immun gegen das HI Virus machen.

Aber für eine Ansteckung reicht es nicht aus, dass ein paar Viren in den Körper gelangen. Zu einer Infektion kommt es nur dann, wenn eine erhebliche Zahl an Viren übertragen wird. In den ersten Wochen nach einer Ansteckung ist die Zahl der Viren, die nun im Blut kreisen, besonders hoch. Wenn ein Mensch in diesem Stadium ungeschützten Verkehr mit einem anderen hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er andere ansteckt. Unter einer regelmäßigen Behandlung werden die Viren zwar nicht ganz beseitigt, aber sie werden weitgehend reduziert. Die Viruslast, wie man das nennt, wird gering. Unter Umständen sind Viren gar nicht mehr nachweisbar. Aber ohne kontinuierliche Therapie kommen die Viren wieder. Bei einer erfolgreichen Therapie, ist nach dem gegenwärtigen medizinischen Erkenntnisstand eine Übertragung durch ungeschützten Verkehr unwahrscheinlich. Das gilt aber nur für feste Partnerschaften, weil die Sexualpartner in den anderen Fällen nicht wissen, was mit dem anderen ist. Und darum ist der Schutz mit einem Kondom in solchen Fällen eben doch notwendig.

Da aber der Sexualverkehr mit einem Kondom vielfach abgelehnt wird, ist neuerdings eine andere Form des Schutzes vor Ansteckung entwickelt worden, die Präexpositionsprophylaxe, kurz Prep. (Prophylaxe heißt Vorbeugung, Exposition heißt sich einer Sache aussetzen, hier also der Ansteckungsgefahr, prä heißt vor. Also das Ganze: Vorbeugung vor der Situaion, in der man sich anstecken könnte.) Es handelt sich dabei um eine vorsorgliche Therapie. Man nimmt einmal vor dem Geschlechtsverkehr, zwei Mal danach eine Tablette, die zwei Wirkstoffe gegen die Viren enthält. Menschen, die sehr häufig mit wechselnden Partnern Verkehr haben, können diese Tablette auch täglich nehmen. Wenn einm al eine Ansteckung erfolgt ist, kriegt man die Viren nicht mehr aus dem Körper. Wenn aber die Viren erstmals in den Körper eindringen, kann ein Medikament verhindern, dass sie sich ausbreiten und Fuß fassen.

Das HI Virus hat sich übrigens an den Menschen angepasst. So kann es zwar auch in bestimmten Affenarten leben, nicht aber in anderen Lebewesen.

Die Ansteckung mit dem HIV führt nur zu leichten Symptomen, die wie eine Erkältung aussehen. Danach gibt es Jahre lang keine Beschwerden. Darum kann man eine Diagnose nur stellen, indem man einen HIV Bluttest macht.

Vorbeugung und Behandlung

Die beste Vorbeugung ist, dass man Sexualverkehr nur mit einem Menschen hat, der seinerseits auch keine weiteren Sexualpartner hat und auch nicht hatte. Das ist aber angesichts der menschlichen Natur nur für eine begrenzte Zeit realisierbar. Zwei Partner, die wissen, dass sie nicht infiziert sind, können sich schützen, indem sie jeden Geschlechtsverkehr mit anderen Menschen meiden. Jeder Kontakt zu einem Dritten ist gefährlich, weil ja der Dritte vielleicht schon infiziert ist, es aber noch nicht weiß. Darum ist das Kondom in einem solchen Fall das einzige Mittel, das wirklich schützen kann, und zwar den Mann wie die Frau, im heterosexuellen wie homosexuellen Verkehr.

Wenn sich das Virus im Körper nach einer Infektion bereits vermehrt hat, kann die konsequente  Behandlung eine weitere Vermehrung des Virus  behindern. Vernichten kann man es im Körper nicht. Die bekannten Medikamente erschweren das Eindringen der Viren in die weißen Blutkörperchen und sie stören die Vermehrung der Viren, wenn sie doch schon in die Zellen eingedrungen sind. Man kann die Menge der Viren, die im Blut enthalten sind, und die T-Helferzellen zählen und kann so den Gesundheitszustand des Menschen beurteilen. HIV infizierte Menschen müssen ihr Leben lang Medikamente gegen das Virus nehmen, können so aber alt werden.

Ein Problem ist, dass die Medikamente nicht frei von Nebenwirkungen sind. Das Virus kann sich auch sehr schnell verändern, indem es mutiert. Damit ist gemeint, dass es seine eigene Erbsubstanz verändert. Aus dem Schäferhund wird ein Pinscher. Dadurch können die Medikamente wirkungslos werden, was es notwendig macht, ständig neue Medikamente zu entwickeln. Schließlich ist die Herstellung der meisten Medikamente sehr aufwändig, darum teuer. Aber die vorhandenen Medikamente reichen aus, um den Ausbruch von Aids zu verhindern oder, wenn Aids schon entstanden ist, die Viren soweit zu schädigen, dass wieder genügend Abwehrzellen entstehen können.

Hauptsymptome: Nach einer Ansteckung kurz Symptome wie bei einer Erkältung, danach Jahre lang nichts. Später bricht die körpereigene Abwehr gegen Krankheitskeime zusammen. Unbehandelt erfolgt der Tod an Infektionskrankheiten, gegen die sich der Körper nicht mehr wehren kann.

Behandlung: Da das Virus nicht vernichtet werden kann, lebenslang Medikamente, die das Virus bei seiner Vermehrung im Körper behindern.

Beitrag von , letztmals geändert am 30.11.2015, 10:00 Uhr.

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Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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