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Impfung – Kinder und Jugendliche

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Michaela hatte vor zwei Monaten entbunden. Jetzt sollte, so hatte die Kinderärztin bei der letzten Vorsorgeuntersuchung gesagt, mit der Impfung angefangen werden, gegen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten usw. Michaela bekam einen kleinen Schreck: so schreckliche Krankheiten und ihr süßes Mädchen! Sie wollte sich erstmal informieren. Sie ging zu der Kinderärztin. Aber als sie um fünf Uhr immer noch im Wartezimmer saß, 21 Mütter noch vor ihr, ging sie wieder. Ihr Schwiegervater war doch Arzt, zwar Hautarzt, aber schon in Rente, so dass er mehr Zeit hatte.

Wie wirkt Impfung?
ImpfungEr war sehr genau, ihr Schwiegervater, und so fing er mit dem Grundsätzlichen an: „Impfung bedeutet, dass man dem Körper hilft, Abwehrstoffe gegen ansteckende Krankheiten zu bilden, ohne dass eine Ansteckung erfolgt ist. Wenn dann eine wirkliche Ansteckung mit Bakterien oder Viren passiert, kann der Körper die Eindringlinge sofort killen.“

„Aber bei einem gesunden Kind, das ein gutes Immunsystem hat, kann der Körper doch aus eigener Kraft mit den schädlichen Bakterien oder Viren fertig werden, oder?“

„Wenn der Körper noch nie Kontakt mit solchen Erregern hatte, z. B. Diphteriebakterien, braucht er einige Tage um Killerzellen zu produzieren, die die Diphteriebaktieren erkennen und unschädlich machen. In der Zeit vermehren sich die Bakterien ungehindert und schädigen den Körper. Die Krankheit bricht aus. Wenn der Körper durch den Impfstoff die Diphteriebakterien kennt, kann er schnell reagieren.“

„Aber warum muss man gegen so viele Krankheiten impfen? Kann man nicht mit einem Impfstoff gegen alle ansteckende Krankheiten impfen?“

„Nein, das kann man nicht. Das Immunsystem muss Bekanntschaft mit jeder einzelnen Krankheit machen. Das Problem ist, dass man gegen manche Krankheiten noch keinen Impfstoff herstellen kann, z. B. gegen die Hepatitis C oder den Herpes.“

Gegen welche Krankheiten kann man impfen?
In Deutschland gibt es eine Kommission aus Ärzten, sie heißt ständige Impfkommission (STIKO), die in jedem Jahr eine Empfehlung gibt, wann gegen welche Krankheit geimpft werden sollte. Das ist der Impfkalender. Der ändert sich manchmal, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse dafür sprechen. Die Impfkommission gibt Empfehlungen, weil es bei uns keinen Zwang zum Impfen gibt. Geimpft werden sollte gegen

Impfkalender

Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Grippe, Polio (Kinderlähmung), Hepatitis B, Pneumokokken:

4 Mal im Kindesalter, und zwar im Alter von 2, 3, 4, 11-14 Monaten,

gegen

Hirnhautentzündung, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken:

2 Mal im Kindesalter, und zwar im Alter von ca. 1 und 2 Jahren.

Zwischen dem 5. und 17. Lebensjahr sollte gegen diese Krankheiten noch einmal eine Auffrischimpfung erfolgen.

Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren sollten gegen Feigwarzen (Papillome), die sich an der Gebärmutter festsetzen, geimpft werden, weil aus den Feigwarzen später leicht Krebs entstehen kann.

Daneben gibt es eine Reihe von Impfmöglichkeiten gegen Krankheiten, die bei uns seltener sind, in anderen Ländern aber noch häufig vorkommen. Wenn man in solche Gegenden fährt, sind Impfungen dagegen sinnvoll. Das sind z. B. Gelbfieber, Cholera, Typhus, durch Zecken verursachte Gehirnentzündung.

Impfstoffe
„Nimmt man richtige Bakterien oder Viren zum Impfen? Dann wäre das ja eine richtige Ansteckung und die Impfung würde die Krankheit auslösen.“

„Als ich noch junger Arzt war, hat man z. B. bei der Impfung gegen Pocken und die Kinderlähmung, Viren benützt, die durch eine Vorbehandlung so abgeschwächt waren, dass sie zwar das Immunsystem anregten, aber nicht mehr vermehrungsfähig waren. Man nennt das Lebendimpfstoffe. In seltenen Fällen sind die Viren aber doch wild geworden und haben zur echten Pockenkrankheit oder Kinderlähmung geführt. Das war natürlich eine Katastrophe. Darum macht man das heute, wenn es geht, anders. Man nimmt nur Teile der Bakterien oder Viren, sogenannte Totimpfstoffe, die dem Immunsystem erlauben, sich das Bakterium oder Virus zu merken. Diese Teile können sich nicht vermehren. Aber die Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln sind auch heute noch Lebendsimpfstoffe, wenn auch ungefährliche.“

„Warum muss man dann mehrmals impfen? Du sagst doch, dass der Impfstoff dem Körper beibringt, wie die Krankheitserreger aussehen.“

„Ja, aber um den Körper auf keinen Fall zu schädigen, sind die Impfstoffe eben doch nicht ganz so wie die Kranheitserreger. Von vielen Krankheitserregern gibt es viele verschiedene Typen, z. B. vom Masernvirus 23, die vom Impfen alle erfasst werden müssen. Es braucht darum einige Male, um dem Immunsystem klar zu machen, wie so ein Erreger beschaffen ist. Man nennt das Auffrischimpfung. Die Viren, die zu den Erkältungskrankheiten führen, verändern ständig ihre Gene, so dass auch ständig neue Impfstoffe gegen sie entwickelt werden müssen. Es gibt aber auch Krankheiten, wie z. B. der Keuchhusten, da hält der Impfschutz nur ein paar Jahre. Dann hat der Körper vergessen, wie die Keuchhustenbakterien aussehen. Schwer zu sagen, warum das bei den verschiedenen Krankheiten so verschieden ist.“

Erfolge der Impfung
„Aber hört man nicht immer wieder, dass impfen gefährlich ist. Im Internet gibt es Foren, auf denen auf das Impfen nur geschimpft wird. Das sei überhaupt nicht nötig, weil es die meisten Infektionskrankheiten gar nicht mehr gibt, weil es Nebenwirkungen gibt, weil nur die Pharmaindustrie daran verdienen will usw.“

„Na ja“, meinte der Schwiegervater „Risiken gibt es bei allen Dingen auf dieser Welt. Autofahren ist auch gefährlich und das Leben überhaupt. Entscheidend ist doch, ob der Nutzen größer ist als das Risiko von Nebenwirkungen. Wenn du einmal das Elend der Kinder mit Kinderlähmung gesehen hättest, die monatelang in der eisernen Lunge, wie es damals hieß, am Leben erhalten wurden oder für ihr Leben gelähmt waren, würdest du mich das nicht mehr fragen. Vor der Impfung gab es mehr als 4 000 Erkrankungen an Kinderlähmung jährlich in Deutschland, heute sind es weniger als 10 Erkrankungen. Diphterie, früher eine nicht selten tödliche Erkrankung der kleinen Kinder, kommt heute in Deutschland 0 bis 4 Mal vor. Dass es die Pocken heute auf der Welt nicht mehr gibt, ist der Impfung zu verdanken. Jetzt braucht man nicht mehr dagegen impfen, weil die Krankheit eben ausgerottet wurde. Und was die Pharmaindustrie angeht, natürlich verdient die daran und das führt oft dazu, dass sie Medikamente unter die Leute bringt, die weder nötig noch nützlich sind. Aber das Kind mit dem Bade auszuschütten ist auch nicht klug. Dass es heute viele Medikamnte gibt, auf die wir nicht mehr verzichten können, die Leben retten, daran ist doch auch kein Zweifel.

Nebenwirkungen
Natürlich hat die Impfung oft Nebenwirkungen: schon mal etwas Fieber und Abgeschlagenheit. Aber was ist das schon gegen die Krankheit selbst!“

„Und das, was man Komplikationen nennt? Gibt es nicht ernste Krankheiten und sogar Todesfälle nach Impfungen?“

„Nein, gibt es so gut wie nicht. Schwere Krankheiten oder Todesfälle nach einer Impfung müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Das Gesundheitsamt veranlasst, dass untersucht wird, ob ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Dass es nach einer Impfung zu einer Krankheit kommt, die anderer Art als eine Infektionskrankheit ist, heißt doch noch nicht, dass die Impfung das verursacht hat. Es hat sich einwandfrei gezeigt: Ein Zusammenhang zwischen ernster Krankheit und Impfung besteht, wenn überhaupt, nur selten. Ganz ohne Risiko ist nichts auf dieser Welt. Und wenn wir irgendwann mal feststellen sollten, dass das Impfen Folgen hat, die wir heute noch nicht übersehen, ja dann müssen wir eben dann reagieren. Wenn wir jetzt, nur weil es möglich ist, nichts tun, ja dann können wir als Ärzte gar nichts tun. Ausschließen kann man nie, dass etwas langfristige Folgen hat, die unangenehm sind.“

„Aber ist es nicht Stress für einen Säugling, wenn er in so kurzer Zeit mit so vielen Impfstoffen belastet wird, die sein Immunsystem strapazieren?“

„Ist es wohl auch. Wenn sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt, ist das Arbeit für den Körper. Aber anders können wir den Körper nicht davor schützen, irgendwann von den Krankheitserregern befallen zu werden. Es kommt darauf an, dass er darauf vorbereitet ist und sich erfolgreich zur Wehr setzen kann. Die Impfgegner schicken ihre Kinder unvorbereitet in den Kampf mit der Krankheit.“

Fazit: Durch Impfen lassen sich viele Krankheiten, die unter Umständen gefährlich sind, verhindern. Die Nebenwirkungen des Impfens sind heutzutage gering.


Die Website der ständigen Impfkommission (STIKO) findet man unter: http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/stiko_node.html

Beitrag von , letztmals geändert am 04.10.2015, 15:11 Uhr.

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Prof. Dr. med. Frank Matakas
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