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Kopfverletzung, Druck im Schädel

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Diese Geschichte ist eine meiner dramatischsten Geschichten. Ich habe sie bei einem Spaziergang mit einem Freund erlebt. Eine an sich harmlose Verletzung hatte Folgen, wie es ganz selten mal geschieht.

Das Gehirn ist auf allen Seiten von Knochen umgeben.

Die Verletzung

Wir waren durch den Wald gegangen und zum Parkplatz zurück gekommen. Mein Freund bestieg schon sein Fahrrad, als er mir noch etwas erzählte. So kurvte er langsam auf dem Rad um mich herum. Dabei verlor er das Gleichgewicht und fiel um. Ziemlich langsam geschah das, aber er schlug mit dem Kopf seitlich auf den Boden. Auch das war nicht sehr heftig. Er stand auf, fluchte etwas und meinte, dass er sich am Kopf weh getan habe. Aber es war keine äußerliche Wunde zu sehen. Er fuhr mit seiner Geschichte fort, die er mir noch zu Ende erzählen wollte. Aber  nach ein paar Minuten, meinte er, dass er sich doch nicht so wohl fühlte.

„Komm, setz dich in meinen Wagen und ruh dich etwas aus.“ meinte ich. Das tat er auch, aber es wurde nicht besser. Ich merkte, wie er unkonzentriert wurde. Ich ahnte etwas und forderte ihn auf, sich anzuschnallen. Ich fuhr los. Mein Freund wurde langsam schläfrig. Das nächste Krankenhaus war mein Ziel. Aber es musste ein Krankenhaus sein, wo sie was vom Kopf verstehen. Ich gab Gas. Es war sein und mein Glück, dass ich auf eine Polizeistreife traf. Ich erklärte ihnen schnell.
„Ich bin Arzt. Mein Freund hat eine schwere Kopfverletzung. Bitte fahren Sie mit Blaulicht ins Universitätskrankenhaus. Ich fahre hinter ihnen her. Es kommt auf Minuten an.“
Die Polizisten waren glücklicherweise keine Umstandskrämer. Sie glaubten mir und so fuhren wir los, ich hinter ihnen her.

Die Behandlung

Als wir im Krankenhaus ankamen, war er schon bewusstlos. Im Laufschritt wurde er in den OP gefahren. „Auf welche Seite ist er gefallen?“ Im OP war nicht einmal Zeit, groß auf Sterilität zu achten. Auf der Schläfenseite, auf die er gefallen war, wurde ein kleines Loch in den Schädel gebohrt und da kam auch schon das Blut heraus. Der Rest war dann Routine, wenn auch bis zum Schluss aufregend.

In den Schädelknochen wurde ein größeres Loch gesägt, so dass man die Quelle der Blutung heran kam. Der Schädelknochen hatte an der Seite, auf die mein Freund gefallen war, einen Riss bekommen. Das war nicht das Schlimme. Aber es war genau an einer Stelle, wo eine Arterie (Schlagader) unter dem Knochen entlang lief. Sie war durch den Knochenbruch gerissen. Das Blut spritzte in den Schädelraum mit dem hohen Druck, den das Blut in den Arterien hat. Das Gehirn geriet so unter Druck und mein Freund war ohnmächtig geworden.

Durch die Öffnung konnte das Blut heraus und das Gehirn war nicht mehr unter Druck. Die Arterie wurde verschlossen und dann konnte auch die Wunde wieder verschlossen werden. Der Blutverlust war nicht unerheblich, aber auch nicht dramatisch.

Es dauerte etwas, aber mein Freund erholte sich vollständig.

Erhöhter Druck im Schädel

Das Gehirn ist sehr weich und hält Druck gar nicht gut aus. Durch den knöchernen Schädel ist es gut geschützt. Aber da liegt auch das Problem. Wenn das Gehirn anschwillt, wenn ein Tumor im Kopf wächst, wenn es in das Gehirn oder in den Schädelraum hinein blutet, wenn also die Gewebsmasse oder das Blut im Schädelinnenraum vermehrt wird, dann entsteht dort ein erhöhter Druck. Das Hirngewebe oder das Blut kann ja nicht ausweichen. So war es auch bei meinem Freund. Ein kleiner, an sich harmloser Riss im Knochen hatte die Arterie verletzt. Das Blut spritzte also mit dem hohem Druck, der in den Arterien herrscht, in den Schädelraum. Wäre es eine Vene (Blutader) gewesen, in der das Blut einen geringen Druck hat, dann wäre es nicht so dramatisch gewesen. Es hätte zwar in den Schädelinnenraum hinein geblutet, aber der Druck im Schädelraum wäre nicht so angestiegen.

Ein hoher Druck im Schädel kann aus verschiedenen Gründen entstehen. Ein Aneurysma im Kopf kann platzen. Aneurysmen sind Erweiterungen der Arterien, die leicht platzen. Bei einem Schlaganfall wird Hirngewebe nicht mehr durchblutet (z. B. wegen einer Arteriosklerose = Gefäßverkalkung), das Gewebe stirbt ab. Dabei können auch kleine Gefäße in Mitleidenschaft gezogen werden, aus denen es bluten kann. Eine Hirngeschwulst oder die Hirnmetastase (Tochtergeschwulst) einer Geschwulst im Körper, sie alle brauchen Platz und können zu einer Erhöhung des Druckes führen. Auch bei einem heftigen Schlag auf den Kopf, z. B. bei einem Unfall,  kann das Gehirn soweit Schaden nehmen, dass es anschwillt. Auch das führt gegebenenfalls zu erhöhtem Druck.

Wenn der Druck im Schädel ansteigt, dann drückt er die Blutgefäße, die das Blut ableiten, mehr und mehr zu. Der Schädelinnendruck wird unter Umständen genau so groß wie der Druck, mit dem das Blut in den Gefäßen fließt. Die Gefäße werden abgeklemmt, wie ein Schlauch, auf den man tritt. Im Gehirn fließt schließlich kaum noch Blut und das Gewebe stirbt ab.

Bei meinem Freund war es die Kopfverletzung, die das dramatische Ereignis ausgelöst hat. Die gerade noch rechtzeitige Operation hat ihn gerettet. Aber es ist sicher extrem selten, dass eine so leichte Kopfverletzung solche Folgen hat  Häufiger entsteht ein erhöhte Innendruck im Schädel im Endstadium einer Erkrankung im Gehirn.

Hauptsymptome: Der erhöhte Innendruck im Schädel macht Kopfschmerzen, zunehmende Schläfrigkeit, schließlich Bewusstlosigkeit. Wenn ein Unfall der Grund ist, sieht man manchmal von außen nicht viel. Der erhöhte Innendruck kann auch das Endstadium von Erkrankungen im Schädelraum sein.

Behandlung:  Schwere Kopfverletzungen brauchen eine schnelle und intensive Behandlung. Manchmal kann man nicht erkennen, dass es eine schwere Verletzung ist. Dieses Risiko ist nicht vermeidbar. Man muss  nicht gleich bei jeder kleinen Kopfverletzung ins Krankenhaus gehen. 

Informationen über das Gehirn, Schäden des Gehirns und was man dagegen tun kann, auch unter: www.rub.de/np-ratgeber

 

 

Beitrag von , letztmals geändert am 16.01.2016, 11:43 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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