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Koronare Herzkrankheit

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Der Katheter wird durch die große Schlagader (Arterie)  bis zum Herzen vorgeschoben.

Karl ist einer meiner Freunde. Zeit seines Lebens hat er sich nicht gern bewegt. Er hat auch ziemlich heftig geraucht.  Aber vor ca. 15 Jahren  hat er seine Leidenschaft für das Laufen entdeckt und dann auch das Rauchen gelassen.  So um die 10 Kilometer ist er bestimmt jeden zweiten Tag gelaufen. Einmal im Jahr hat er auch an Wettkämpfen teilgenommen, meist an einem Halbmarathon.  Karl, der früher eher beleibt war,  ist  schlank geworden. Er ist jetzt 69 Jahre alt.

Symptome Kürzlich lief Karl wieder einen Halbmarathon. Danach war er aschfahl, schwankte hin und her. Auf der Brust hatte er Druck. „Ist aber nicht viel, geht bald vorbei“, meinte er.

Nach einer längeren Pause, in der er nicht gelaufen war, fühlte Karl beim Joggen einen stärken Druck auf der Brust und er wurde kurzatmig, schon nach einem Kilometer. Er musste  stehen bleiben. Dann versuchte er es noch einmal. Der Druck kam wieder. Karl brach das Training ab und ging endlich zum Arzt. Der machte ein bedenkliches Gesicht und setzte ihn noch am selben Tag auf ein Fahrradergometer. (An einem solchen Ergometer kann die Leistung, mit der in die Pedale getreten wird, gemessen werden.)  Langsam steigerte der Arzt den Widerstand für Karl beim Treten und beobachtete dabei das EKG, also die abgeleiteten elektrische Ströme, die entstehen, wenn das Herz pumpt. Und da war es zu sehen: Mit zunehmender Anstrengung zeigte das EKG Veränderungen. Karl fühlte auch den schmerzhaften Druck auf der Brust. Der Arzt brach den Test ab. Karl hatte eine Angina pectoris (Schmerzen in der Brust, die entstehen, wenn der Herzmuskel nicht ausreichend durchblutet wird).

Die Herzkranzgefäße Nach ein paar Tagen wurde, eine Herzkatheteruntersuchung gemacht. Ein sehr dünner Schlauch, der Arzt nennt ihn Katheter, wurde am Handgelenk (manchmal macht man es in der Leistenbeuge) in eine große Schlagader eingeführt und unter Röntgenkontrolle bis kurz vor das Herz geschoben, wo die Herzkranzgefäße abgehen. (Der Arzt sagt Gefäße, nicht Adern.) Das Herz, das ja im wesentlichen nur aus Muskel besteht, bekommt Sauerstoff und Nährstoffe nicht durch das Blut, das durch das Herz gepumpt wird, sondern wie alle Organe durch eigene Gefäße, die wie ein Kranz außen um das Herz herum laufen (darum Herzkranzgefäße) und den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Als die Spitze des Katheters im Abgang eines Herzkranzgefäßes  lag, spritzte der Arzt  etwas Kontrastmittel durch diesen Katheter. Das Kontrastmittel floss durch die Herzkranzgefäße, die nun beim Röntgen solange zu erkennen waren, wie das Kontrastmittel hindurch floss.  Der Arzt konnte sehen, dass bei Karl zwei Stellen durch Verkalkung ziemlich eng geworden waren. Wenn das Herz sich anstrengen musste und darum mehr Sauerstoff brauchte, z. B. beim Joggen, konnte nicht mehr genug Blut herangeschafft werden. Das hatte dem Karl den Herzdruck verursacht. Mit dem Katheter wurden an diese Stellen kleine Röhrchen, sogenannte Stents, gesetzt. Die Stents bleiben in der Ader, weiten sie und machen sie so wieder voll durchgängig.

Es gibt Situationen, in denen die Einführung eines Stents nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Dann kann man eine Bypassoperation erwägen. Dabei wird eine Arterie (Schlagader), die an der inneren Brustwand verläuft, abgelöst und hinter der engen Stelle der Herzkranzarterie in diese eingepflanzt. So wird die enge Stelle umgangen und der Herzmuskel erhält Blut aus einer zusätzlichen Arterie.

Bei Karl war es nach dem EKG nahezu sicher, dass er eine Verengung in den Herzkranzgefäßen hatte. Darum hat man gleich eine Katheteruntersuchung gemacht, weil man mit dem Katheter auch die Stentröhrchen einführen konnte. Wenn die Sache nicht so sicher ist, genügt heute eine Röntgenuntersuchung mit einem Spezialröntgengerät, um beurteilen zu können, ob Verengungen in den Herzkranzgefäßen vorliegen.

Die verengten Stellen kommen durch Verkalkungen der Gefäßwand zustande. Auf solchen Verkalkungsherden kann sich  ein Gerinnsel bilden und dann ist das Gefäß dort nicht mehr durchgängig. Das Muskelgewebe dahinter bekommt kein Blut mehr und stirbt ab. Ein Herzinfarkt wäre das. Aber Karl hatte Glück gehabt. So weit ist es nicht gekommen. Die Untersuchungen ergaben auch keinen Hinweis dafür, dass ein Herzinfarkt früher schon mal abgelaufen war. In der Regel macht ein Herzinfarkt zwar sehr heftige Symptome, so dass man das merkt, aber er kann er auch ganz ohne Symptome verlaufen, so dass man nur an den Herzveränderungen, die sich nach einem Herzinfarkt ausbilden, erkennen kann, dass es einen Herzinfarkt gegeben hat.

Behandlung Die erste Maßnahme ist immer die Vermeidung der Faktoren, die die Entwicklung einer Arteriosklerose befördern. Das sind Übergewicht, Rauchen, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes. Bis auf leicht erhöhte Cholesterinwerte im Blut war bei Karl keiner dieser Risikofaktoren mehr gegeben. Er hatte ja früher schon abgenommen und aufgehört zu rauchen.

Nachdem die zwei verengten Stellen durch die Stents wieder gut durchgängig waren, war die Situation stabil. Die Untersuchung auf dem Fahrradergometer ergab ein befriedigendes Resultat. Doch war die Blutversorgung des Herzmuskels insgesamt nicht mehr so wie früher. Karl braucht Medikamente. Er nimmt nun regelmäßig Aspirin, was die Bildung von Blugerinnsel erschwert. Zusätzlich bekommt er sogenannte Betablocker.

Große Bedeutung haben auch die Nitro Präparate. Sie helfen, wenn die Situation nicht stabil ist, wenn also Zustände auftreten, in denen der Herzmuskel auch ohne besondere Belastung unter Sauerstoffmangel leidet. Das merken die Menschen daran, dass akut Schmerzen auftreten. Karl braucht diese Medikamente vorläufig nicht.

Dass Karl nun wieder läuft, ist gut für sein Herz. Dadurch wird die Herzmuskeldurchblutung verbessert. Aber er soll  vermeiden, dass sein Puls über 130 Schläge pro Minute ansteigt. Die Nachuntersuchung auf dem Fahrradergometer ergab, dass die Durchblutung nicht mehr nachkommt, wenn sein Puls schneller als 130 wird.  Diese Anstrengung wäre also zu groß für sein Herz.

Hauptsymptome: Schmerzen oder Druckgefühl über der Brust bei körperlicher Anstrengung oder Stress. Bei einer Angina pectoris auch Schmerzen in Ruhe.

Behandlung: Medikamente (Nitro-Präparate, Aspirin, Betablocker, Kalziumantagonisten), evtl. Stents oder Bypassoperation, Sport

Beitrag von , letztmals geändert am 13.01.2016, 15:04 Uhr.

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Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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