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Krebs – was ist das eigentlich?

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Zellen sind die Bausteine der Lebewesen

Der Körper besteht aus verschiedenen Organen: Haut, Knochen, Muskeln, Gehirn, Magen, Lunge usw. All diese Organe bestehen aus Zellen und zwar hat jedes Organ seine besonderen Zellen. So sind die Hautzellen anders als die Leberzellen oder Muskelzellen oder Nervenzellen. Die Wände der Adern (die Blutgefäße) bestehen ebenso aus besonderen Zellen. Die Blutgefäße  durchziehen alle Organe. Jedes Organ (einzige Ausnahme Knorpel und Hornhaut des Auges) enthält Blutgefäße und fast alle Organe werden auch von Nerven versorgt. Außen sind die Organe von einer dünnen Membran umhüllt (der Kapsel). So ist jedes Organ aus mehreren Zellarten aufgebaut. Die Bauchspeicheldrüse z. B. enthält Zellen, die das Insulin produzieren, das für den Stoffwechsel notwendig ist, und  Zellen, die Verdauungssäfte produzieren, die durch feine Kanälchen in den Darm fließen. Sie ist versorgt mit Blutgefäßen, die die nötigen Nährstoffe heranschaffen und das Insulin abtransportieren, sie enthält Nerven und sie hat eine Kapsel. Das ist ein Beispiel dafür, dass die Organe aus sehr verschiedenen Zellen aufgebaut sind.

Zellen werden verbraucht und müssen erneuert werden

Nun gibt es Zellen, die sehr schnell verbraucht sind, wie die Hautzellen, die an der Oberfläche verhornen und dann als Schuppen abfallen, oder die Darmzellen, die von den Verdauungssäften angegriffen werden und darum ständig erneuert werden müssen. Darum haben die meisten Organe Stammzellen, die den Nachschub an Zellen liefern. Die Stammzellen sind Zellen in den Organen, die keine andere Aufgabe haben als sich zu teilen. Wenn eine Stammzelle sich teilt, entstehen zwei neue Zellen. Eine davon bleibt Stammzelle, die andere wird z. B. eine fertige Darmzelle. Diese fertige Darmzelle teilt sich nicht mehr, sondern stirbt irgendwann ab und wird durch eine neue Zelle ersetzt. Das Gehirn macht eine Ausnahme. Die Zellen des Gehirns bleiben ein Leben lang erhalten.

Die Zellen vermehren sich normalerweise nicht unbeschränkt. Die Haut wird nicht dicker und dicker, die Leberzellen hören mit der Teilung auf, wenn die Leber eine bestimmte Größe erreicht hat.

Jede Zelle hat einen Kern. In dem Kern ist das genetische Material der Zelle gespeichert. Dass eine Zelle z. B. eine Leberzelle wird und keine Muskelzelle, das wird durch das genetische Material der Zelle bestimmt. Bei der Zellteilung muss sich auch der Kern teilen und jeder Tochterkern muss das ganze genetische Material mitbekommen. Also muss das genetische Material vor der Teilung verdoppelt werden. Das heißt, von den Genen, die im Zellkern enthalten sind, muss eine Kopie erstellt werden.

Entartung der Stammzellen zu Krebs

Bei dem Kopiervorgang kann leicht ein Fehler entstehen, so dass die neu entstandene Zelle einen Fehler in ihren Genen hat. Der Fehler kann nun so beschaffen sein, dass die Zelle nicht leben kann, dann stirbt sie eben ab. Wenn sie aber mit dem Fehler lebensfähig ist, gibt sie den genetischen Fehler an alle weiteren Tochterzellen ab. Manchmal ist der Fehler von der Art, dass sich die Zelle immer weiter teilen muss und dass sie nicht mehr die typischen Eigenschaften des Organs hat, in der sie entstanden ist. Die Zelle teilt sich, ohne aufzuhören und es sind auch keine ordentlichen Organzellen, obwohl man ihnen im Mikroskop noch ansehen kann, woher sie stammen.

Jetzt ist Krebsgewebe entstanden. Zuerst entsteht ein kleiner Zellhaufen. Der kleine Haufen wird zu einem kleinen Knoten, der allmählich immer größer wird. Einen Tumor nennt der Arzt das jetzt. (Wobei jede Vergrößerung, also auch eine harmlose Beule am Kopf, in der Medizin Tumor heißt. Meistens ist allerdings  mit dem Wort  eine bösartige Geschwulst gemeint.) Vielleicht hat der kleine Zellhaufen Blutgefäße, weil die von sich aus hinein wachsen, aber er hat bestimmt keine Nerven und keine Kapsel. Er wächst in das Organ, in dem er entstanden ist, hinein. Man nennt das „infiltratives Wachstum“. Schließlich ist er so groß, dass kleine Zellbrocken durch die Lymphe oder das Blut fortgeschwemmt werden und sich in anderen Teilen des Körpers ansiedeln. Tochtergeschwülste (Metastasen) sind entstanden.

Infiltratives Wachstum und Metastasierung machen die Bösartigkeit von Krebs aus. Der Arzt sagt, der Krebs ist maligne. Es gibt nun sehr unterschiedliche Grade der Bösartigkeit. Manche Krebsarten, wie z. B. der schwarze Hautkrebs metastasieren ziemlich früh, auch wenn der Knoten noch klein ist. Andere metastasieren erst sehr spät, wie z. B. der weiße Hautkrebs oder auch ein bestimmter Nierentumor. Es gibt auch gutartige Zellwucherungen, die kein Krebs sind, weil sie nicht in die Umgebung hinein wachsen und keine Metastasen bilden. Sie sind „benigne“.

Ursachen der Entartung zu Krebs

Manchmal entsteht die krebsige Entartung ohne erkennbaren Grund, aus Zufall gewissermaßen. Manchmal enthalten alle Zellen von Geburt an den „Krebsfehler“, der sich aber nur in einem bestimmten Organ irgendwann im Leben auswirkt. Es scheint aber so, dass am häufigsten äußerliche Einwirkungen die krebsige Entartung von Zellen verursachen. Das heißt, der genetische Fehler bei der Zellteilung entsteht durch bestimmte äußerliche Ursachen. Röntgenstrahlen oder radioaktive Strahlen können die Ursache sein. Das heißt, wenn sie auf eine Zelle treffen, die gerade im Teilungsprozess ist und ihr genetisches Material kopiert, kann es durch die Strahlung zu einem Kopierfehler kommen. Ähnlich können bestimmte Substanzen Kopierfehler verursachen. Darum heißen sie krebserregend. Beispiele dafür sind Tabakqualm, Asbestfasern, Gesteinsstaub, Benzol, Teer, Ruß usw. usw. Bei all diesen Ursachen kommt es auf die Menge an. Um ein Beispiel zu nennen: Einmal röntgen erhöht zwar, statistisch gesehen, die Wahrscheinlich Krebs zu bekommen. Aber diese Wahrscheinlichkeit ist so gering, dass sie weniger gefährlich ist als z. B. der Knochenbruch, den man mit dem Röntgen diagnostizieren will. Stark gegrilltes Fleisch enthält krebserregende Stoffe, aber wenn man es nicht jede Woche isst, ist die Wirkung sehr sehr gering.

Behandlung von Krebs

Wenn möglich, ist die operative Entfernung einer Krebsgeschwulst meist die beste Behandlung.

Wenn man den kleinen Zellhaufen, aus dem der Krebs am Anfang besteht, heraus operiert, dann ist die Sache erledigt. Das Problem ist also, den Krebs früh genug zu erkennen, bevor er Metastasen gebildet hat; denn wenn es einmal dazu gekommen ist, dass Krebszellen fortgeschwemmt wurden, dann muss man davon ausgehen, dass sie sich an vielen Stellen des Körpers angesiedelt haben. Dann ist die Sache nicht mehr damit getan, den Krebs an seinem Entstehungsort zu entfernen.

So ein kleiner Krebsknoten macht meistens keine Symptome. Erst wenn er größer ist, führt er in der Lunge zu Husten, im Darm zu Blutungen, in der Prostata zu Beschwerden beim Wasserlassen oder Schmerzen usw. Ein kleiner Knoten in der Brust macht keine Beschwerden, man kann ihn aber vielleicht tasten oder im Röntgenbild sehen. Darmkrebs entsteht besonders häufig auf den Darmpolypen. Die kann man bei der Darmspiegelung gut erkennen und leicht entfernen. Darum sind Vorsorgeuntersuchungen so wichtig. (Aber auch nicht immer. Bei der Prostata macht man sie unter Umständen nicht. Die Gründe dafür sind kompliziert und werden an anderer Stelle erklärt. Siehe den Link unten.)

Wenn Krebs diagnostiziert ist, ist die erste Maßnahmen, ihn operativ zu entfernen. Oft bestrahlt man das Operationsgebiet. Falls einzelne Krebszellen zurück geblieben sind, sollen die durch die Bestrahlung abgetötet werden. Kann man nicht ausschließen, dass schon Metastasen bestehen, ist eine Chemotherapie notwendig und sinnvoll.

Häufigkeit von Krebs

Jeder dritte Mensch in Deutschland bekommt irgendwann im Leben Krebs. Bei den Männern ist Prostatakrebs am häufigsten, bei den Frauen Brustkrebs. Drei Viertel aller Menschen, die Krebs bekommen, sind älter als 60 Jahre. Etwas mehr als die Hälfte aller an Krebs Erkrankten lebt nach der Diagnosestellung mehr als 5 Jahre. Wer diese 5 Jahre schafft, hat gute Aussicht genau so lange zu leben wie seine Altersgenossen ohne Krebs. Wenn eine Heilung bei der Krebserkrankung gelingt, dann zu 90 Prozent durch die operative Entfernung des Tumors und Bestrahlung.

Hauptsymptome: Im Frühstadium macht Krebs nur selten Symptome: Chronischer Husten, chronische Heiserkeit, Blut aus dem Darm, aus der Vagina, im Urin, ein Knoten, den man im Körper tastet, ein wachsendes Knötchen in der Haut, Schmerzen im Bauch können, müssen aber beileibe nicht, ein Hinweis sein.

Behandlung: Operative Entfernung, Bestrahlung, Chemotherapie

Unter dem folgenden Link finden Sie ein Verzeichnis der Internetadressen, die sich mit Krebs beschäftigen. http://www.krebs-webweiser.de  

 

 

 

Beitrag von , letztmals geändert am 10.11.2015, 14:51 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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