Anzeigen


Artikel alphabetisch

A

Abnehmen – was sagt der Arzt?

Aids HIV

Alkoholismus – Coabhängigkeit

Alkoholismus – was hilft?

Amoklauf

Arm gebrochen

Arteriosklerose

Arthrose

Asthma (Asthma bronchiale)

B

Bandscheibenvorfall

Basaliom und Spinaliom, Hautkrebs

Bauchschmerzen

Betreuung bei Demenz

Betreuung bei Psychose

Blasenentzündung (Zystitis)

Blut im Urin – Blasenkrebs

Blutdruck, Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Borderline

Brustkrebs (Mammakarzinom)

Bulimie – Entstehung und Behandlung

Burnout

C

Chemotherapie – Wirkung und Nebenwirkungen

COPD – chronische Bronchitis

D

Demenz

Demenz verstehen

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Typ 1 (Kinder und Jugendliche)

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Typ 2

Durchfall

E

Ebola Fieber

EHEC

Ein guter Arzt – wie finde ich ihn?

Eine schnelle Geburt

Entzündung

Erkältung

F

Fieber

G

Gleichgewichtsstörungen im Alter

Gräte stecken geblieben. Was tun?

Gürtelrose, Herpes Zoster

H

Haarausfall

Hämorrhoiden (Hämorriden)

Hepatitis

Herpes

Herzinfarkt – Entstehung und Behandlung

Heuschnupfen (allergische Rhinitis)

Hirntumor

I

Impfung – Kinder und Jugendliche

Insektenstich – was tun?

K

Kopfschmerzen

Kopfverletzung, Druck im Schädel

Koronare Herzkrankheit

Krankenhaus – wie funktioniert es, wie finden?

Krebs – was ist das eigentlich?

L

Leukämie – Blutkrebs

Lungenentzündung (ambulant erworbene Pneumonie)

Lungenentzündung (nosokomiale Pneumonie)

Lungenkrebs – Aufklärung

M

Magenkrebs (Magenkarzinom)

Malignes Melanom, Hautkrebs

Migräne

Minipsychose

Multiple Sklerose (MS)

N

Narkose – Wie funktioniert sie?

Neurodermitis

Nierenversagen

O

Organspende

Osteoporose

P

Parkinsonismus

Pilz in den Nägeln

Potenz, Impotenz

Prostata, Vergrößerung (benigne Prostatahyperplasie)

Prostatakrebs – Vorsorge und Behandlung

Psychose – mein Sohn kifft

Psychose: Mutter und Tochter

R

Rheuma, Arthritis

S

Schlaflos

Schlaganfall (transiente ischämische Attacke)

Schmerz und Depression

Schmerzen und Schmerzmittel

Schwerhörigkeit im Alter

Sodbrennen – Stress

Spastik

Sterben und Tod

Strahlenkrankheit

Symptom, Anamnese, Diagnose, Therapie

T

Tauchen – wie reagiert der Körper?

Tinnitus – Behandlung

V

Vitamine

Vogelgrippe

Vorzeitige Wehen (Probewehen)

Vorzeitiger Samenerguss

W

Wechseljahre


Lungenentzündung (ambulant erworbene Pneumonie)

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Meine Sprechstundenhilfehilfe sah, wie schlecht es Herrn Eilig ging und ließ ihn vor den anderen in mein Sprechzimmer. Er hatte Fieber um die 40 Grad, fühlte sich ganz elend und hustete.

Er meinte, dass es irgendwie schlimmer sei als eine Grippe. Es habe vor drei Tagen angefangen. Ich hörte ihn mit dem Stehtoskop (Hörschlauch) ab. Beim Atmen brodelte es leise über der rechten unteren Lunge. Das hörte sich an wie eine Lungenentzündung, die durch Bakterien verursacht war. Ich schickte ihn zum Radiologen, der im selben Haus seine Praxis hat. Das Röntgenbild bestätigte meine Diagnose. Eine Lungenentzündung, eine ambulant erworbene Pneumonie. Pneumonie ist der medizinische Ausdruck für Lungenentzündung. Ambulant erworben heißt: Die Pneumonie ist nicht im Krankenhaus entstanden, wo die Bakterien meist nicht mehr empfindlich gegenüber vielen Antibiotika sind.

Behandlung

Ich verschrieb ihm ein Antibiotikum. Zusätzlich sollte er eine Tablette Paracetamol nehmen, wenn er zu starke Kopfschmerzen bekäme oder sich allzu elend fühle. Er soll unter allen Umständen die nächsten Tage im Bett bleiben. Er soll soviel abhusten, wie er könne, am besten in Bauchlage, dann kommt der Auswurf leichter raus. Durch das Fieber verliert er viel Flüssigkeit, darum soll er im Laufe eines Tages mindestens eineinhalb Liter zu sich nehmen. Zur Toilette soll er aufstehen, um den Kreislauf in Gang zu halten. Aber aufstehen soll er vorsichtig und sich bei Schwindel sofort hinsetzen, denn es könne passieren, dass der Blutdruck kurz absackt und er hinfällt.


Anzeigen



Es gibt eine rechte und eine linke Lunge; der Arzt sagt Lungenflügel.

Die Sprechstundenhilfe nahm noch Blut ab und dann nichts wie ab mit dem Taxi nach Hause ins Bett. Herr Eilig lebte in Scheidung, darum alleine. Aber seine Schwester könnte für zwei, drei Tage bei ihm bleiben. Morgen würde ich einen Hausbesuch bei ihm machen. Wenn es dann nicht besser ist, muss er ins Krankenhaus; denn mit einer Lungenentzündung ist nicht zu spaßen.

Aufbau der Lunge

Die Lunge besteht aus vielen kleinen Bläschen. In der Wand der Bläschen verlaufen kleine Blutgefäße. Wenn die Luft eingeatmet wird, wandert der Sauerstoff aus der Luft durch die dünne Bläschenwand in die kleinen Blutgefäße hinein und wird dort von den roten Blutkörperchen gebunden, die ihn in den Körper transportieren. Bei einer Entzündung, die durch Bakterien verursacht ist, bildet sich in den Bläschen Flüssigkeit, schließlich Eiter. Die Flüssigkeit verstopft die Bläschen, die nun nicht mehr für die Sauerstoffaufnahme zur Verfügung stehen. Man hört das leise Brodeln beim Atmen und sieht im Röntgenbild, dass die Lunge an den entzündeten Stellen nicht Luft sondern Flüssigkeit enthält. Bei Herrn Eilig war nur der untere Teil der rechten Lunge befallen. Wenn aber schließlich die ganze rechte und linke Lunge betroffen sind, führt das zwangsläufig zum Tode, weil nicht mehr genug Sauerstoff aufgenommen werden kann. Früher ist das nicht selten geschehen. Heute ist das selten, weil man mit den Antibiotika die bakterielle Entzündung stoppen kann. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Bakterien nicht immun sind gegenüber dem verordneten Antibiotikum, man sagt: nicht resistent sind.

Es gibt auch Lungenentzündungen, die von anderen Erregern verursacht werden (z. B. Viren, Pilze), oder die aus einer Entzündung in den Bronchien entstehen, aber die haben meist andere Symptome und werden unter Umständen anders behandelt.

Resistenzbestimmung

Wenn ich mir der Diagnose bei Herrn Eilig auch ziemlich sicher war, so konnte ich nicht wissen, gegen welches Antibiotikum die Bakterien empfindlich waren. Ich hatte Herrn Eilig gebeten, noch in der Praxis etwas Auswurf abzuhusten, den wir in einem sterilen Röhrchen sofort ins Labor schickten. Dort sollte untersucht werden, welche Bakterien es waren und gegen welches Antibiotikum sie empfindlich sind. Das ist eine Resistenzbestimmung. (Sind die Bakterien resistent, d. h. immun gegen bestimmte Antibiotika?) Aber das Ergebnis würde ich erst am übernächsten Tag haben. Die Zeit durfte ich nicht verstreichen lassen. Also verordnete ich Herrn Eilig ein Antibiotikum, von dem ich wusste, dass es in den meisten Fällen bei einer Lungenentzündung hilft. Wenn es nicht anschlagen würde, wüsste ich schon am übernächsten Tag, welches doch wirken würde.

Als ich Herrn Eilig am nächsten Tag zu Hause besuchte, war das Fieber schon bei 38 Grad. Also schlug das Antibiotikum an. Herr Eilig machte auf meine Anordnung so weiter und nach einer Woche war er zwar noch ziemlich schlapp aber fast fieberfrei. Nach zwei Wochen wollte er wieder arbeiten gehen. Aber ich überzeugte ihn, dass er eine weitere Woche Rekonvaleszenz, also Erholung, brauchte; denn, wie gesagt, mit einer Lungenentzündung ist nicht zu spaßen.

Herr Eilig war mir sehr dankbar, obwohl ich nichts besonderes geleistet hatte. Die Diagnose war leicht und die Behandlungsstrategie üblich. Er erzählte mir später einmal, dass er nach der Trennung seiner Frau wie ein Hund gelitten habe. „Die Lungenentzündung passte irgendwie dazu. Ich wäre damals am liebsten gestorben.“

 

Hauptsymptome: hohes Fieber, Schüttelfrost, Husten, evtl. etwas eitriger Auswurf, starkes Krankheitsgefühl, evtl. Schmerzen in der Brust

Behandlung: Antibiotika, Bettruhe, evtl. Fieber senken, bei schwerem Verlauf Krankenhaus

Beitrag von , letztmals geändert am 23.03.2016, 18:53 Uhr.

Artikel nach Stichworten

von A bis Z

Artikel nach Fachgebieten

Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

Ärztlicher Hinweis

Die verfügbare Information auf der Website gesundheitsthema.de ist dazu bestimmt, die existierende Arzt-Patienten-Beziehung zu unterstützen aber keinesfalls zu ersetzen.

Zweck dieser Website ist die Information zum Thema Gesundheit anhand von möglichen Krankheitsverläufen aus der Praxis.

Sie richtet sich an alle, die sich für medizinische Themen interessieren oder über Krankheitsbilder informieren möchten.

Verwenden Sie Informationen aus dieser Webseite aber nicht als alleinige Grundlage für Ihre gesundheitsbezogenen Entscheidungen. Fragen Sie bei körperlichen Beschwerden immer auch Ihren Arzt.

Unsere Artikel unterliegen nach ihrer Veröffentlichung nicht mehr einer ständigen, expliziten Kontrolle. Auch wenn wir ständig um Verbesserungen unserer Artikel bemüht sind, können einzelne Beiträge ggf. falsch sein. Maßnahmen, die in der dargestellten Patientengeschichte von Nutzen sind, können wegen besonderer Umstände in einem anderen Fall von Nachteil sein.