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Magenkrebs (Magenkarzinom)

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Die Symptome

Herr Bolzak ist seit vielen Jahren mein Patient. Er ist jetzt 62 Jahre alt. Vor drei Jahren hatte ich ihn gründlich untersucht, vor allem Herz und Kreislauf. Es war alles in Ordnung. Danach habe ihn nicht mehr gesehen, bis er vor kurzem in die Sprechstunde kam.

„Herr Doktor, ich habe Bauchschmerzen. Nicht stark, aber sie gehen gar nicht mehr weg. Appetit habe ich auch nicht. Ich habe abgenommen, weil ich immer das Gefühl habe, dass der Magen voll ist.“

Wie lange hatte Herr Bolzak diese Beschwerden? Wieviel hatte er abgenommen?

„Ach, ich weiß nicht. Schon lange. Ich habe immer gedacht, dass die Sache bald vorbei ist. Meine Frau hat mir gesagt, dass ich zu Ihnen kommen soll. Wieviel ich abgenommen habe, weiß ich nicht. Aber meine Hosen sind alle zu weit.“

Also sind es doch ein paar Kilo. Herr Bolzak war nie dick gewesen. Ich bat ihn, sich auf die Untersuchungsliege zu legen und tastete seinen Bauch ab. Es tat ihm im Oberbauch auf Druck ziemlich weh. Aber einen Tumor konnte ich nicht fühlen.

„Ich lasse Ihnen von meiner Sprechstundenhilfe einen Termin für eine Magenspiegelung machen“, sagte ich ihm. Es war mir dringend.

 

Magenspiegelung

Bei der Magenspiegelung (Gastroskopie) wird ein dünner Schlauch durch die Speiseröhre vorsichtig bis in den Magen oder auch noch weiter bis in den Zwölffingerdarm (das Duodenum) vorgeschoben. In dem Rohr ist eine flexible Glasfaser enthalten, durch die der Arzt Bilder von der Speiseröhre, dem Magen und dem Zwölffingerdarm erhält, die er auf einem Monitor betrachten kann. Vorne an dem Rohr ist ein kleines Licht, weil es ja im Magen dunkel ist. Mit einer kleinen Zange lassen sich Gewebeproben entnehmen.

Weil der Würgereiz so groß ist, hat man bei Herrn Bolzak eine Kurznarkose gemacht.

Schon drei Tage später hatte ich den Befund von dem Facharzt für Krankheiten des Verdauungsapparates (Gastroenterologen) und nach einer Woche das Untersuchungsergebnis von den Gewebeproben, die entnommen worden waren: Magenkrebs. Das ist keine gute Sache. Ich hatte Herrn Bolzak umgehend bestellt, um mit ihm das Ergebnis zu besprechen.

 

Die Entwicklung des Krebses

Stomach (=Magen), Stage (=Stadium), stomach cancer (=Magenkrebs), Mucosa (=Schleimhaut), Submucosa (=Gewebelage unter der Schleimhaut), Outer Layer (= äußere Schicht, Serosa) - Man sieht wie der Krebs in der Schleimhaut entsteht und dann durch die verschiedenen Schichten nach außen wächst.

Stage (=Stadium), Stomach (=Magen), Cancer (=Krebs), Mucosa (=Schleimhaut), Submucosa (=Gewebelage unter der Schleimhaut), Muscle (=Muskel), Outer Layer (= äußere Schicht, Serosa) – Man sieht, wie der Krebs in der Schleimhaut entsteht und dann durch die verschiedenen Schichten nach außen wächst.

Herr Bolzak war ziemlich geknickt, als er wieder in die Sprechstunde kam. „Der Arzt, der die Spiegelung gemacht hat, meinte es sei Krebs.“

„Ja, leider hat er recht. Die Untersuchung des Gewebes hat es zweifelsfrei ergeben.“

„Das ist also das Ende“, meinte Herr Bolzak und dann weinte er leise. „Ich habe mich nicht getraut, es meiner Frau zu sagen.“

„Nein, so weit ist es wahrscheinlich auch nicht.  Ich will es Ihnen genau erklären (siehe das Bild rechts):

Der Krebs wächst erst in der Schleimhaut (Stadium 0).

Dann wächst er in das unter der Schleimhaut liegenden Gewebe (Stadium 1 oder 2).

Wenn er noch nicht in Lymphknoten gewandert ist, besteht eine sehr gute Überlebenschance, bei Stadium 0 etwa 90%, bei 1 und 2 etwa fifty-fifty. Allerdings muss der Tumor heraus operiert werden. Dazu sage ich Ihnen gleich noch etwas. Erst im Stadium 3 und 4, wenn der Krebs die Muskelschicht durchwachsne hat, nimmt die Lebenserwartung stark ab.“

„Und wie ist es bei mir?“ wollte Herr Bolzak wissen.

„Bei Ihnen handelt es sich um Stadium 2, so ist des Ergebnis der Gastroskopie. Der Krebs ist nicht sehr groß, das ist ebenfalls wichtig. Aber ob schon Lymphknoten befallen sind, kann man noch nicht sagen. Als ich Sie neulich untersuchte, habe ich keine vergrößerten Lymphknoten, was dafür sprechen würde, dass sie von Krebs befallen sind, tasten können. Zur Sicherheit machen wir noch eine Röntgenuntersuchung. Aber ein genaues Urteil über den Lymphknotenbefall erlaubt erst die Operation. Dann sieht man es.“

Herr Bolzak wollte noch wissen, was es mit dem Lymphknotenbefall auf sich hat. Ich erklärte es ihm.

„Alle Körperteile werden von Lymphgefäßen durchzogen. Die leiten Gewebeflüssigkeit, die sich im Gewebe ansammelt, ab in die Blutbahn. An manchen Stellen sind in die Lymphbahnen die Lymphknoten eingebaut. Das sind gewissermaßen Filter, in denen gefährliche Bestandteile der Lymphflüssigkeit zurückgehalten und zerstört werden können. Aus dem Krebsgewebe wird Flüssigkeit, die auch Krebszellen enthält, über die Lymphgefäße abgeleitet. In den Lympknoten bleiben die Krebszellen zunächst hängen und können sich da vermehren. Die nächste Stufe ist dann, dass irgenwo im Körper Tochtergeschwülste (Metastasen) auftauchen. Dann ist kein Halten mehr.“

 

Behandlung

Herr Bolzak wurde innerhalb der nächsten zwei Wochen operiert. Der Teil vom Magen, in dem der Krebs saß, wurde heraus geschnitten. Zusätzlich wurden die Lymphknoten in der Umgebung des Magens entfernt. Ich bekam den Op Bericht, der auch das Ergebnis der Gewebeuntersuchung enthielt. In einigen Lymphknoten fanden sich schon Krebszellen. Das war kein gutes Zeichen. Eine Bestrahlung kam nicht in Frage, weil die Magenkrebszellen dagegen nicht empfindlich sind. Auch eine Chemotherapie war nicht angesagt.

Der Tumor war bei Herrn Bolzak noch nicht sehr groß. Darum brauchte man nicht den Magen entfernen, nicht einmal größere Teile. Das macht man nämlich, wenn der Krebs schon größere Teile der Magenwand befallen hat.

 

Wie geht es weiter?

Herr Bolzak, der nach dem Krankenhausaufenthalt zu mir kam, schien ausgeglichen. “Ich kenne das Ergebnis,” sagte er. “Wenn ich Glück habe, hat der Krebs noch nicht gestreut. Dann wäre ich geheilt. Aber sicher ist das nicht. Es kann auch anders kommen. Es ist bestimmt nicht schön zu wissen, dass man unter Umständen sehr bald sterben wird. Aber die anfängliche Panik ist weg. Manchmal denke ich an meine Kinder, an meine Frau und bin traurig. Ich weiß, dass ich viel Gutes im Leben erlebt habe. Was will ich eigentlich mehr! Und sterben muss ich auf jeden Fall.”

Was sollte ich Herrn Bolzak noch sagen? Er hatte recht. Wenn sich herausstellen sollte, dass der Krebs schon gestreut hat, wird man vielleicht noch eine Chemotherapie kombiniert mit Bestrahlung versuchen. Aber dann wird es auf jeden Fall darauf ankommen, dass er die Zeit, die er noch hat, ohne Schmerzen oder Siechtum leben kann.

 

Symptome: Zu Anfang gibt es keine, dann nur schwache Symptome, wie Völlegefühl, leichte Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit. Erst später werden die Schmerzen heftiger, man nimmt ab.

Behandlung: In jedem Fall muss der Krebs heraus operiert werden. 

   

 

 

 

 

 

Beitrag von , letztmals geändert am 05.10.2015, 09:54 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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