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Migräne

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Migräne befällt viel mehr Frauen als Männer.

Julia hatte diesen Kopfschmerz schon als junge Frau, kurze Zeit nachdem sie die Regel bekam. Sie spürt einen Tag vorher, dass er kommt. Meistens hat sie dann Heißhunger auf Süßigkeiten. Sie weiß nur nicht, wie stark der Anfall sein wird. Wenn es schlimm ist, ist sie einen Tag krank. Den Kopfschmerz kann sie nur schwer aushalten. Es ist ein pochender Schmerz, meistens auf der rechten Seite, der heftiger wird, wenn sie sich bewegt. Licht und Geräusche kann sie nicht ertragen, dazu ist ihr leicht übel. Sie legt sich darum ins Bett, dunkelt das Zimmer ab und kämpft gegen die Übelkeit. In besonders schweren Fällen hat sie auch Erbrechen. Am nächsten Tag ist alles vorbei. Wenn es weniger hart kommt, kann sie zur Arbeit gehen, aber es fällt ihr schwer. Medikamente helfen, aber verhindern kann sie den Anfall dadurch nicht. Manchmal kommt so ein Anfall kurz vor der Regel, manchmal wenn sie viel Stress hat, z. B. mit ihrem Freund oder wenn sie mal viel Alkohol getrunken hat. Aber oft kommt er aus heiterem Himmel.

Julia hat eine Freundin, die auch an Migräne leidet. Bei der kündigt sich der Migräneanfall an, indem sie Sehstörungen bekommt. Sie sieht für ein paar Stunden manche Dinge ganz unscharf. Der Arzt nennt es eine Aura.

Ursachen

Viele Krankheiten, harmlose und gefährliche, können Kopfschmerzen verursachen. Meistens sind es die harmlosen. Ein Gang zum Arzt ist immer dann geraten, wenn die Kopfschmerzen heftiger, andauernder oder sehr viel häufiger auftreten als gewöhnlich, wenn andere Symptome dazu kommen, besonders solche, die auf eine Erkrankung des Gehirns oder der Nerven hinweisen, wie Lähmungen, Gefühlsstörungen, auffällige psychische Störungen oder ähnliches, oder wenn sie nach einer Kopfverletzung auftreten.

Bei der Migräne findet man nichts an den Organen. Darum ist sie eine eigene Krankheit. Es gibt eine Menge Theorien über die Ursachen, von denen aber keine auch nur halbwegs bewiesen ist. Wir wissen nicht einmal, was da überhaupt weh tut. Das Gehirn selbst ist nicht schmerzempfindlich. Möglicherweise sind es Blutgefäße, die schmerzen. Die Hirnhaut, das ist eine harte Haut, die um das ganze Gehirn herum liegt, kann sehr weh tun. Schließlich können Schmerzen auch in Nerven entstehen. Und es gibt auch Hinweise dafür, dass Schmerzzustände für die Regulation unseres Seelenlebens notwendig sind, so wie ein Unwetter in der Natur. Aber wir tappen da völlig im Dunkeln.

Behandlung

Julia weiß, heilbar ist ihre Migräne nicht. Sie kommt und sie geht, wie sie will. Wenn die Schmerzen heftig sind, helfen bei ihr Schmerzmittel und zwar am besten die Kombination aus Aspirin, Paracetamol und Koffein, was Julia rezeptfrei in der Apotheke bekommt. Aber ihre Freundin bevorzugt Schmerzmittel wie Ibuprofen und Phenazon. Es gibt noch ein Mittel, die Triptane, die auch sehr wirksam sind. Eine Verhinderung der Migräneanfälle wäre natürlich am besten, aber das gelingt in der Regel nicht.

Julia ist sich ziemlich sicher, dass die Anfälle häufiger kommen, wenn sie starken Stress hat und ihr Leben durcheinander gerät. Das bedeutet aber nicht, dass ihr Leben allzu gleichmäßig verläuft. Sie braucht viel Aktivität, um sich wohl zu fühlen. Wichtig ist, dass sie sich immer in der Lage fühlt, mit den täglichen Herausforderungen im Privatem und im Beruf auch fertig werden zu können. Julia weiß auch, was sie tun muss, um den Anfall möglichst erträglich zu gestalten. Ihr tut es gut, wenn ihr Freund für sie da ist, aber sie in Ruhe lässt. Sie nimmt die Schmerzmittel und legt sich ins Bett. Julia weiß auch, dass sie sparsam mit den Schmerzmitteln umgehen muss, weil sie sonst davon Kopfschmerzen bekommen kann. Schmerzmittel regelmäßig genommen, können nämlich Kopfschmerzen verursachen. Es ist wichtig, daran zu denken. Sonst kann es leicht passieren, dass die Medikamente, die zur Behandlung genommen werden, die Krankheitssymptome verstärken. Julia hofft darauf, dass die Migräne, so wie sie gekommen ist, eines Tages auch wieder verschwindet, und dafür besteht keine geringe Wahrscheinlichkeit. Julia sagt dazu, dass sie nicht nur manchmal Migräne hat, sondern viele andere gute Eigenschaften. Sie meint, die seien wichtiger.

Hauptsymptome: starker Kopfschmerz, meist halbseitig, pochend, der Schmerz wird stärker bei körperlicher Anstrengung, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit, manchmal Erbrechen, Anfall kündigt sich oft an, manchmal auch Aura

Behandlungsregeln: Bei dem bleiben, was hilft. Schmerzmittel, wenn nötig. Aber immer so wenig wie möglich (Aspirin. Paracetamol, Koffein, Ibuprofen, Phenazon, Triptane). Ruhe im Anfall. Wenn die Anfälle so häufig sind, dass sie das Leben durcheinander bringen, ist eine Neuordnung des Lebens notwendig.

Beitrag von , letztmals geändert am 16.01.2016, 11:49 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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