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Narkose – Wie funktioniert sie?

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Kein Schmerzmittel ist so stark, dass es die Schmerzen, die bei einer Operation entstehen, ganz unterdrücken könnte. Man braucht andere Methoden dafür. Die gebräuchlichste ist die Narkose. Mit Narkose meint man die Bewusstlosigkeit, die künstlich hergestellt wird, um Schmerzlosigkeit während einer Operation herzustellen. Aber man nennt das auch Anästhesie (ein griechisches Wort). Der Facharzt für diesen Teil der Medizin ist der Anästhesist, das Fachgebiet die Anästhesie. Anästhesie meint unter Medizinern also das Fachgebiet, das sich damit beschäftigt, wie unter einer Operation Schmerzfreiheit erzielt wird. Aber Ärzte nennen auch den Zustand der Schmerzfreiheit, also z. B. eine Narkose Anästhesie.

Der Anästhesist neben dem Patienten überwacht alle wichtigen Funktionen.

Der Anästhesist neben dem Patienten überwacht alle wichtigen Körperfunktionen.

 

Formen der Anästhesie

Es gibt verschiedene Methoden, Schmerzlosigkeit herzustellen. Die einfachste Form ist die Vereisung, wie sie im Sport angewandt wird. Durch die Kälte werden die Nerven in ihrer Funktion behindert. Die Schmerzempfindung an der vereisten Stelle lässt nach.

Bei kleinen Eingriffen, wenn der Arzt z. B. nur einen kleinen Schnitt machen will, kann man mit einer Spritze in das Gewebe Taubheit an dieser Stelle herstellen. Durch das Medikamenmt werden alle Nervenendigung in dem unterspritzten Hautareal für eine Zeitlang betäubt. Schmerz, Berührungsempfindung usw. sind ausgeschaltet.


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Etwas weitgehender ist es, den Nerven, der ein bestimmtes Körpergebiet versorgt, zu betäuben, so dass an dieser Stelle kein Schmerz (und kein anderes Gefühl) empfunden wird. Der Zahnarzt macht das mit einer Spritze, die den Nerven betäubt, der den Zahn versorgt. Wenn ein Eingriff an der Hand notwendig ist, kann man die Nerven, die die Hand versorgen, am Unterarm oder an der Hand betäuben. Dann ist die Hand oder ein Teil der Hand nicht nur taub, auch die Muskeln sind zeitweise nicht bewegungsfähig. – Man nennt das Leitungsbahnanästhesie.

Man kann auch die Nerven an der Stelle, wo sie das Rückenmark verlassen, betäuben, um so Gefüllosigkeit am Unterleib oder an den Beinen herzustellen. Man nennt das peridurale (das heißt um die Dura herum. Die Dura ist eine Haut, die das Rückenmark umschließt.) Anästhesie. Dafür sticht man mit einer dünnen Nadel vom Rücken bis zur Wirbelsäule, was kaum schmerzhaft ist, und umspritzt die austretenden Nerven an dieser Stelle mit einem Medikament, das die Nerven vorübergehend lähmt.

Man kann die Nadel auch durch die Lücken der Wirbelsäule bis zum Rückenmark vorschieben, was noch wirksamer ist. Man nennt das Spinalanästhesie (Spina meint in der Medizin u. a. die Wirbelsäule. Eine Beschreibung der Anatomie finden Sie im Artikel „Bandscheibenvorfall“ bei Gesundheitsthema.)

Diese beiden letztgenannten Methoden der Anästesie beeinträchtigen das Bewusstsein nicht. Das ist manchmal erwünscht, wie z. B. bei einem Kaiserschnitt. Die Mutter kann ihr Baby bei vollem Bewusstsein in Empfang nehmen.

Wie funktioniert eine Narkose?

Bei der Narkose geht man einen anderen Weg, um Schmerzfreiheit herzustellen. Man führt eine künstliche Bewusstlosigkeit herbei. Durch die Bewusstlosigkeit kann man zuverlässig den Schmerz, der bei einer Operation entsteht, ausschalten. Zusätzlich hat die Narkose den Vorteil, dass der Patient nicht mitbekommt, was passiert. Es ist ja kein Vergnügen zu erleben, wie am eigenen Körper herumgeschnitten wird, selbst wenn es keine Schmerzen macht. Die Narkose ist weitaus die häufigste Methode, die bei Operationen angewandt wird.

Wenn man eine sehr große Dosis von Schlaftabletten nimmt, passiert folgendes: Zuerst wird man ruhig, dann schläfrig, dann schläft man ein, ist aber erweckbar, dann wird man bewusstlos, ist also nicht mehr erweckbar, dann setzt die Atmung aus – man stirbt. (Die heutigen Schlaftabletten verklumpen im Magen, wenn man viele davon nimmt.)

Bei der Narkose wird ein Mittel, das wie ein Schlafmittel wirkt, in ausreichender Dosis in die Blutbahn gespritzt. Das Gehirn wird von dem Narkosemittel überflutet, der Patient verliert das Bewusstsein. Nun könnte der Anästhesist das Mittel so steuern, dass die Atmung noch erhalten bleibt. So hat man es früher bei der Äthernarkose gemacht. Aber um kein Risiko einzugehen, wird ein Schlauch (Tubus) in die Luftröhre eingeführt (das nennt man Intubation) oder im Rachen eine Maske auf den Eingang zur Luftröhre gesetzt, so dass man den Patienten künstlich beatmen kann. Zusätzlich wird durch ein Medikament die Muskulatur vorübergehend gelähmt, damit der Operateur nicht durch angespannte Muskulatur behindert wird, was natürlich nur bei künstlicher Beatmung möglich ist. – Das ganze nennt man auch Vollnarkose.

Wenn die Bewusstlosigkeit nur oberflächlich sein soll, kann man durch Lachgas, das man den Patienten durch eine Maske einatmen lässt, eine entsprechende Narkose erreichen. Man nennt das eine Inhalationsnarkose (von inhalieren = einatmen) Aber das macht man heute kaum noch.

Man kann auch alle diese Methoden miteinander kombinieren, also spinale oder epidurale Anästhesie, Narkose durch Anwendung des Narkosemittel durch die Blutbahn, Einatmung eines Narkosemittels.

Ablauf der Narkose

Ein bis drei Tage vor der Operation findet ein Gespräch mit dem Anästhesisten statt. Der Arzt will wissen, ob der Patient Krankheiten hat oder hatte. Man kann auch bei schweren Krankheiten operieren, aber die Ärzte müssen sich darauf einstellen. Bei einem Diabetes z. B. wird man den Bluzucker genau überwachen. Wenn eine Lungenkrankheit besteht, muss die Betamung sorgfältig geplant und vielleicht von Medikamenten unterstützt werden. Zusätzlich finden Untersuchungen statt, ein EKG, Untersuchung des Blutes usw.

Am Abend vorher, spätestens am Morgen des Operationstages, bekommt der Patient die „Praemedikation“ (heißt auf Deutsch: Vormedikation), eine Beruhigungstablette, die ihm die Angst vor der Operation nimmt.

Zu Anfang einer Narkose legt der Arzt einen „Zugang“. Er legt eine Kanüle in eine Ader, meist an der Hand. So kann er Medikamente schnell zuführen, aber auch Flüssigkeit oder, wenn nötig, auch Blutkonserven.

Dann wird das Narkosemittel gespritzt, was dem Patienten schlagartig das Bewusstsein nimmt. Zusätzlich wird ein Medikament gespritzt, das die Bewegungsfähigkeit aufhebt.

Man muss den Patienten also künstlich beatmen. Das darf nicht zu wenig sein, damit der Körper nicht an Sauerstoffmangel leidet. Es darf aber auch nicht zu viel beatmet werden, weil sonst zu wenig Kohlensäure im Blut ist, was wieder die Zusammensetzung des Blutes beeinträchtigen kann. Während der künstlichen Beatmung wird darum laufend die Menge von Sauerstoff, Kohlensäure usw. im Blut gemessen. Zusätzlich werden Blutdruck, Puls und die Herztätigkeit, gegebenenfalls auch die Nierentätigkeit, die Hirnströme, bestimmte Blutwerte überwacht. Die Überwachung all dieser Größen ist das Monitoring.

Wenn die Operation beendet ist, kann der Anaesthesist sehr schnell die Narkose beenden, so dass der Patient aufwacht. Dafür gibt es den sogenannten Aufwachraum, wo der Patient aber noch eng überwacht wird. Läuft alles gut, kann er nach wenigen Stunden auf die Station zurück. Bei sehr schweren Eingriffen oder bei schlechtem Gesundheitszustand wird man den Patienten erst mal auf die Intensivstation verlegen, wo er kontinuierlich überwacht werden kann.

Narkose: Die moderne Narkose ist sehr gut durch den Narkosearzt zu steuern. Durch die ständige Überwachung der wichtigen Körperfunktionen (Atmung, Kreislauf, Blutwerte usw.) ist sie heute mit nur wenigen Risiken behaftet.

Beitrag von , letztmals geändert am 23.03.2016, 18:50 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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