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Nierenversagen

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Nierenversagen ist immer eine gefährliche Sache. Substanzen, die der Körper nicht mehr gebrauchen kann, können nicht ausgeschieden werden, andere verliert der Körper im Übermaß. Einen solchen Zustand nennt man Urämie. Fallen die Nieren ganz aus, wird es nach fünf bis zehn Tagen dramatisch. Ohne Behandlung führt das zum Tode. Doch kann man heute durch eine Blutwäsche (Dialyse) diese böse Konsequenz oft vermeiden. Wenn die Nieren teilweise noch funktionieren ist eine Erholung je nach Situation mit oder ohne Blutwäsche möglich.

Die Nieren auf den männlichen Körper aufgemalt. Man sieht die Nierenbecken, die in die Harnleiter übergehen, die in der Blase münden. Oben auf den Nieren (gelb) die Nebennieren, die für die Hormonproduktion (vor allem Cortison) zuständig sind. Die Nebennieren haben mit der Nierenfunktion nicht direkt etwas zu tun.

 

Was tun die Nieren?

Die Funktion der Nieren ist es, Substanzen, von denen zu viel im Körper vorhanden sind, auszuscheiden, dabei aber die zurück zu halten, die gebraucht werden.

  • Es gibt Substanzen, die total entfernt werden müssen. Dazu gehören z. B. die Abbauprodukte von Alkohol, von denen möglichst nichts im Körper vorhanden sein soll.
  • Andere Substanzen, die beim normalen Stoffwechsel (das sind die chemischen Prozesse in den Körperzellen, die das Leben ausmachen) als Abfallprodukte entstehen, müssen auch entfernt werden. Sie entstehen immer wieder neu, so dass es ständig eine gewisse Menge davon im Körper gibt. Dazu gehört z. B. das Kreatinin. (Wenn man den Gehalt davon im Blut bestimmt, kann man etwas darüber erfahren, wie gut die Nieren funktionieren.)
  • Es gibt viele Substanzen, die der Körper braucht, aber in einer genau bestimmten Menge. Wenn es zu viel davon gibt, muss er sie ausscheiden, wenn zu wenig zurück halten. Dazu gehören z. B. alle Salze und auch das Wasser. Eine genaue Regulation des Wassergehaltes ist besonders wichtig.
  • Manchmal ist es auch so, dass Substanzen gewissermaßen überlaufen. Bei der Zuckerkrankheit (Diabetes) können die Körperzellen mit dem Zucker, der über die Nahrung aufgenommen wurde, nicht viel anfangen. Er sammelt sich im Blut und wird schließlich über die Nieren ausgeschieden. Der Urin enthält also Zucker.
  • Doch gibt es auch viele Substanzen im Blut, z. B. Eiweiß, die normalerweise nicht über die Nieren ausgeschieden werden. Wenn Eiweiße „verbraucht“ sind, werden sie erst in der Leber abgebaut und die Abbauprodukte werden entweder neu im Stoffwechsel benutzt oder ausgeschieden.

Die Ausscheidung und damit die Regulation geschieht über das Blut. Das Blut durchströmt die Nieren, die die Substanzen und Wasser heraus filtern oder zurück halten, je nach Bedarf. Das ist, wie man sich vorstellen kann, ein hoch komplizierter Prozess. Im Blut sind mehrere hundert verschiedene Substanzen enthalten (dazu noch die roten und weißen Blutkörperchen). Die Nieren müssen von jeder einzelnen Substanz „entscheiden“ raus damit oder zurück halten. Die Nieren müssen „wissen“, was sie in jedem einzelnen Fall tun sollen, wobei ja alle Substanzen mit dem Blut gleichzeitig in den Nieren ankommen. Bei diesem Regulationsprozess sind viele Hormone und andere Substanzen sowie Körperfunktionen beteiligt.

Akutes Nierenversagen

Die Ausscheidung der Stoffe, die dem Körper schädlich sind oder von denen er zu viel hat, und der Rückhalt der Substanzen, die er braucht, ist ein aktiver Vorgang, für die die Nieren viel Energie benötigen. Es ist wie bei einer Pumpe, die für den Betrieb auch Energie, z. B. in Form von Strom oder Benzin, braucht. Diese Nierenpumpe kann auf verschiedene Art geschädigt werden. Entweder es geht etwas an der Niere kaputt, z. B. durch eine Krankheit, oder die Niere bekommt zu wenig Blut. Über das Blut bekommen die Nieren den nötigen Sauerstoff und den „Treibstoff“, also die Energie. Der Körper kommt mit einem Mangel an Energie, ziemlich lange aus, weil er sehr viele Reserven hat. Jede einzelne Zelle hat eine solche Energiereserve. Eines braucht der Körper aber so gut wie ununterbrochen, nämlich Sauerstoff. Zwar kommen die meisten Organe, wie Muskeln, Knochen, Haut usw. auch länger, vielleicht bis zu zwei Stunden ohne Sauerstoffzufuhr aus. Drei Organe aber nicht: Das Gehirn, das Herz und die Nieren. Wenn die Sauerstoffzufuhr oder die Blutzufuhr, was auf dasselbe rauskommt, unterbrochen wird, entstehen an diesen Organen schon nach wenigen Minuten schwere Schäden. Das gilt eben auch für die Nieren. Bei einem Herzstillstand oder wenn der Blutdruck so sehr abfällt, dass die Körperorgane nicht mehr richtig durchblutet werden, können die Nieren schwer geschädigt werden. Nierengewebe kann absterben. Die Nieren können ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Es entsteht akutes Nierenversagen.

Andere Gründe für akutes Nierenversagen sind z. B. eine Blutvergiftung (Sepsis) oder wenn plötzlich viele rote Blutkörperchen zerfallen (was bei manchen Infektionen geschehen kann, z. B. EHEC) oder wenn Muskelgewebe zerfällt, z. B. durch eine umfangreiche Quetschung. Der rote Blutfarbstoff in den Blutkörperchen (das Hämoglobin) oder in den Muskeln (das Myoglobin) kann die Nierenkanälchen, in denen die Ausscheidung geschieht, verstopfen.

Chronisches Nierenversagen

Es kann auch geschehen, dass die Nieren zunächst nur wenig, dann aber mehr und mehr geschädigt werden. Es gibt viele mögliche Ursachen dafür. Die Nieren können von einer dauerhaften Entzündung befallen sein, die nicht ausheilen will. Wenn die Harnleiter verstopfen, kann der Urin, der aus der Niere kommt, nicht mehr abfließen. Besteht ein solcher Stau längere Zeit, d. h. Wochen wird die Niere geschädigt. Oder die Adern (der Arzt sagte Gefäße), die die Nieren mit Blut versorgen, sind krank, z. B. wegen einer Arteriosklerose. Das kann die Gefäße stark verengen, so dass nicht mehr genug Blut zu den Nieren kommt. Oder nach einer akuten Schädigung, wie oben besprochen, bleiben Schäden zurück, die sich über die Jahre mehr und mehr bemerkbar machen. Dauerhafter Gebrauch von manchen Schmerzmitteln, wie Paracetamol, kann zu einer Nierenschädigung führen. Bei einem solchen allmählichen, chronischen Nierenversagen kommt es irgendwann nach Jahren dazu, dass die Arbeit der Nieren nicht mehr ausreicht.

Beim Nierenversagen, sei es nun akut oder chronisch, können viele Substanzen nicht mehr richtig ausgeschieden oder auch zurück gehalten werden.

Behandlung

Die erste Maßnahme beim akuten und chronischen Nierenversagen ist zu überprüfen, welche Substanzen dem Körper fehlen, welche er zu viel hat. Ist das Blut zu sauer oder zu alkalisch? Hat er zu viel Wasser oder zu wenig? Was dem Körper fehlt, kann man oft ersetzen. Durch Ausgleich einer Substanz kann man manchmal auch andere ins Gleichgewicht bringen. Was im Körper zu viel ist, kann man heute meist durch eine Blutwäsche (Dialyse) heraus holen. Bei akutem Nierenversagen kann man hoffen, dass die Nieren sich wieder erholen. Wenn das nicht geschieht, ist entweder eine dauerhafte Dialyse notwendig oder eine Nierentransplantation (siehe dazu: https://www.organspende-info.de/organ-und-gewebespende/organe/nierentransplantation). Bei akutem Nierenversagen ist die Behandlung auf einer Intensivstation notwendig.

Die zweite Maßnahme ist, die zu Grunde liegende Krankheit zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln. Die wichtige Frage ist also, was hat das Nierenversagen verursacht? Wenn z. B. die Durchblutung der Nieren durch Blutverlust, Blutdruckabfall oder andere Ursachen leidet, gilt es das so schnell wie möglich zu beheben. Einen Funktionsausfall kann man in diesen Fällen durch Dialyse kurz oder auch für länger überbrücken und hoffen, dass sich die Nieren wieder erholen. Eine Nierenbeckenentzündung, die durch Bakterien verursacht wurde, muss mit Antibiotika behandelt werden. Eine chronische Nierenentzündung (Glomerulonephritis) braucht andere Medikamente. Sind die Gefäße, die zur Niere führen betroffen, kann man das gegebenenfalls durch eine Operation beheben. Kurz, je nach der Grundkrankheit sind verschiedene Behandlungsmaßnahmen erforderlich.

Hauptsymptome: Die Nieren können nicht mehr alles ausscheiden, was aus dem Körper entfernt werden muss, und nicht mehr zurück halten, was der Körper braucht. Beim akuten Nierenversagen geschieht das plötzlich und manchmal total. Beim chronischen Nierenversagen ist es ein langsamer Prozess.

Behandlung: Beim akuten Nierenversagen muss man, so gut es geht, das Zuviel und Zuwenig im Blut ausgleichen. Die weitere Behandlung richtet sich nach der Grundkrankheit, die zum Nierenversagen geführt hat.

Einen Organspendeausweis können Sie sich selbst unter der folgenden Adresse ausdrucken: http://www.organspende-info.de/aktivitaeten/ausweis/erstellen

Einen solchen Organspendeausweis können Sie jederzeit ohne jemanden zu fragen oder zu informieren auch wieder vernichten. Nur wenn der Ausweis bei Ihnen gefunden wird, können nach Ihrem Tod Organe entnommen werden. 

Beitrag von , letztmals geändert am 09.08.2016, 19:37 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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