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Organspende

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

 

Es sollten mehr Menschen nach ihrem Tod Organe spenden.

Es sollten mehr Menschen nach ihrem Tod Organe spenden.

 

Sind die Bedenken, Organe zu spenden, gerechtfertigt?

Mein alter Freund Bernd kam vor kurzem zu mir: „Ich frage mich, ob ich Organspender werden soll. Das heißt ja, dass nach meinem Tod Organe für eine Transplantation entnommen werden dürfen. Was meinst du dazu?“

„Solltest du machen. Bevor deine Organe in der Erde verwesen oder sie verbrannt werden, können sie Leben retten. In Deutschland warten ungefähr 8 000 Menschen auf eine Niere.  Viele sind noch jung, z. T. sind es Kinder. Die warten 6 bis 10 Jahre auf eine Transplantation und müssen in der Zeit mehrmals die Woche zur Dialyse (Blutwäsche).“

„Warum warten die so lange?“

„Weil es nicht genug Spendernieren gibt. Bei den anderen Organen ist es noch viel knapper.“

„Ist es denn wirklich ungefährlich? Oder muss man nicht doch fürchten, dass die Ärzte im Krankenhaus einen früher aufgeben, wenn man schwer krank ist, weil sie die Organe haben wollen?“

„Nein, das halte ich für abwegig. Ärzte werden während ihres ganzen Berufslebens darauf gedrillt, Leben zu erhalten. Du weißt doch, dass sie auf der Intensivstation oft Patienten mit irrsinnigem Aufwand am Leben erhalten, obwohl jeder denkt, die sollen sie in Frieden sterben lassen. Außerdem sind immer mehrere Ärzte bei der Entscheidung und der Entnahme von Organen beteiligt.“

 

Wie ist das Auswahlverfahren der Patienten, die ein fremdes Organ bekommen?

„Ja, aber man hat doch von Schummeleien gehört.“

„Ja, man hat Patienten auf der Warteliste nach oben geschummelt und andere, die eine Transplantation vielleicht nötiger hatten,  nach hinten gesetzt. Ich halte das auch für einen Skandal. Aber sag du mal als Arzt zu einem Patienten, wir haben zwar ein Herz, aber in Luxemburg gibt es einen, der wird ohne das Herz in zwei Monaten sterben. Sie halten es noch vier Monate aus. Du weißt aber, dass in der Zeit mit ziemlicher Sicherheit kein passendes Herz gefunden wird.“

„Nee, das ist nicht schön.“

„Wenn mehr Menschen sich zur Organspende bereit fänden, dann wäre das alles nicht so dramatisch. Weil es aber so wenige sind, ist die Auswahl auch schwer.“

„Geht es denn nur nach der Wartezeit?“

„Nein. Wenn ein Organ zur Verfügung steht, dann wird über eine Zentrale der Patient gesucht, zu dem das Organ am besten passt. Das hängt mit dem Eiweiß, aus dem die Körperzellen bestehen, zusammen. Jeder Mensch hat sein eigenes Eiweiß (Protein), außer eineiige Zwillinge. Wenn es sehr unterschiedlich ist, dann akzeptiert der Körper das fremde Organ auf keinen Fall. Nur wenn es einigermaßen ähnlich ist, kann man die Abstoßungsreaktion mit Medikamenten, die der Patient lebenslang nimmt, unterdrücken. Erstes Auswahlkriterium ist darum, ob das Organ nicht abgestoßen würde. Wenn dafür mehrere Patienten in Frage kommen, zählt die Not des Patienten und die Wartezeit.“

 

Welche Organe kann man transplantieren?

„Welche Organe kann man denn transplantieren?“

„Herz, Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm, Lunge daneben auch Gewebeteile, z. B. die Hornhaut des Auges, Blutgefäße, Sehnen.“

„Und wie macht man das?“

„Ja, das ist nicht so einfach. Wenn man ein Organ aus dem Körper entfernt, dann bekommt es ja kein Blut mehr und stirbt nach kurzer Zeit ab. Wenn man das Organ heraus nehmen und gleich in einem Operationsraum nebenan dem Empfänger einpflanzen kann, dann ist die Zeit, in der das Organ nicht durchblutet wird, sehr kurz. Das ist aber nur selten möglich, z. B. wenn eine Mutter eine Niere für ihr krankes Kind spendet. Wir haben ja zwei Nieren und kommen mit einer aus. Aber das Herz kann man nicht spenden, es sei denn man ist tot und braucht es nicht mehr. Das bedeutet, dass Organspender und der Patient, zu dem das Organ passen würde, oft sehr weit voneinander entfernt sind. Also gibt es auch eine Transportzeit.“

 

Die Organentnahme

„Aber wie kann ein Toter Organe spenden? Du hast doch eben gesagt, dass die Organe sehr schnell absterben, wenn sie nicht mehr durchblutet werden und das ist doch der Fall, wenn einer tot ist.“

„Ja. Darum kommt eine Organspende eigentlich nur in Frage, wenn der Betreffende im Krankenhaus stirbt.“

„Warum?“

„Wenn ein Mensch sehr krank ist, dann kommt er auf die Intensivstation. Da werden alle Körperfunktionen unterstützt. Das Herz wird überwacht, die Atmung wird künstlich unterhalten usw. Egal was durch die Krankheit geschädigt wurde, solange das Gehirn noch funktionieren kann, auch wenn der Patient bewusstlos ist, solange lebt er noch. Wenn aber das Gehirn z. B. nach einem schweren Schlaganfall abstirbt, dann ist der Patient tot.“
„Kann bei einem solchen Menschen das Herz noch schlagen, kann er atmen?“

„Der Körper kann vieles noch, auch ohne Gehirn. Das Herz z. B. schlägt auch von sich aus. Die Atmung funktioniert zwar nicht ohne Gehirn, aber man kann künstlich beatmen und durch Infusion dafür sorgen, dass die Elektrolyte und andere Blutbestandteile so gut es geht normal sind. Dann lebt der Körper noch einige Zeit, aber nicht mehr der Mensch.“

„Ich verstehe. Du meinst, ohne Gehirn ist es nicht mehr der Mensch.“

„Ja. Wenn also das Gehirn tot ist, kann man alles vorbereiten. Die Organe werden getestet. Zu welchem Empfänger auf der Warteliste passen sie am besten? Dafür gibt es eine zentrale Datei. Dann werden die Organe heraus genommen und gekühlt, damit sie bis zur Einpflanzung erhalten bleiben. Alles muss sehr, sehr schnell gehen. Wenn der richtige Patient gefunden ist, wird er benachrichtigt. Wenn er nicht schon da ist, geht er in das Krankenhaus, wo die Transplantation stattfinden kann, und das Körperorgan wird dahin geschafft.“

 

Wann ist ein Mensch tot? Hirntod

„Wie kann man feststellen, ob das Gehirn nun wirklich tot ist?“

„Es gibt da einige Tests. Ganz sicher ist es, wenn man feststellt, dass kein Blut mehr ins Gehirn gelangt. Man spricht dann von Hirntod.“

„Aber es kann doch sein, dass die Durchblutung im Gehirn für einige Zeit stoppt und dann langsam wieder in Gang kommt. Dann nennt man jemanden hirntot und er ist es aber gar nicht.“

„Nein, das kann nicht sein. Wenn die Durchblutung im Gehirn einmal ganz stoppt, kann man sie – nach dem heutigen Stand der Medizin – nicht wieder in Gang bringen und von alleine kann es noch viel weniger passieren.“

„Woran liegt das?“

„Es liegt daran, dass das Gehirn in der knöchernen Schädelhöhle eingeschlossen ist. So ist es vor Verletzung geschützt. Aber das hat eben auch Nachteile.Wenn kein oder zu wenig Blut ins Gehirn kommt oder wenn das Gehirn schwer verletzt wird, dann schwillt es sehr schnell an, es entsteht im Schädel ein Überdruck und wenn der größer ist als der Blutdruck, kann nichts mehr fließen.“

„Kann man denn das Gehirn nicht transplantieren? Davon liest man doch in Sciencefiction-Geschichten.“

„Nein, kann man nicht. Abgesehen von vielen anderen Problem, kann das Gehirn alles, was durchschnitten wurde, nicht wieder zusammenwachsen lassen. Also die Verbindung des Gehirns z. B. zu den Sinnesorganen wie Auge und Ohr, kann nicht wiederhergestellt werden. Jedenfalls haben wir nicht die geringste Ahnung, wie das geschehen könnte.“

„Und was ist mit dem Wachkoma? Ist da nicht auch das Gehirn abgestorben?“

„Nein ist es nicht. Beim Wachkoma ist das Gehirn stark geschädigt, aber es ist nicht tot. Das kann man sehr genau vom Hirntod unterscheiden.“

 

Alte Organe für alte Menschen

„Gut“, meinte Bernd „ich werde bald 62 Jahre alt. Meine Organe sind doch schon alt. Wie wollte ein junger Mensch damit leben?“

„So kann man das nicht sehen. Auch wenn deine Organe nicht mehr jung sind, du bist gesund und leistungsfähig und das liegt daran, dass deine Organe noch prima funktionieren. Im übrigen versucht man auch, alte Organe alten Menschen einzupflanzen. Wenn du nicht gerade eine Tuberkulose hast oder eine Blutvergiftung (Sepsis), dann ist dein Alter kein Hinderungsgrund. Selbst wenn der Organspender Krebs hat, kann er unter Umständen Organe spenden. Wahrscheinlich nicht die Leber, weil sich in der oft Tochtergeschwülste finden, aber vielleicht das Herz. Das muss immer im Einzelfall geprüft werden.“

„Aber ich würde doch am liebsten zu Hause sterben.“

„Ja, dann geht das mit der Organspende eben nicht. Dieser Wunsch von dir geht da vor. Aber wenn du z. B. plötzlich schwer erkrankst oder einen schweren Unfall hast, dann kommst du ja ins Krankenhaus, um behandet zu werden. Wenn du dann trotz aller ärztlichen Bemühungen stirbst, dann kommt eine Organspende in Frage.“

 

Bernd hat sich entschlossen, einen Organspendeausweis bei sich zu tragen. Das ist eine kleine Karte, wie sie der Junge oben im Bild in der Hand hat. Auf der steht, dass er nach seinem Tod als Organspender in Frage kommt. Aber es würde auch genügen, wenn er einen Zettel bei sich trüge, auf dem steht, dass er Organe spenden will. Den Zettel muss er freilich unterschreiben.

 

Organspender sein, ist ohne Risiko. Es rettet Menschen das Leben.

 

Weitere Informationen bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation: http://www.dso.de/dso/aufgaben-und-ziele.html

 

 

Beitrag von , letztmals geändert am 25.10.2015, 09:04 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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