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Osteoporose

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Herr Hagen ist vor einigen Jahren in Rente gegangen. Seine Frau, die sich daran gewöhnen musste, dass ihre drei Kinder aus dem Hause sind, hat sich nun ganz auf ihn gestürzt und verwöhnt ihn. Ich habe den Eindruck, dass er den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzt oder, wenn schönes Wetter ist, im Garten und sich kaum bewegt. Vor einiger Zeit kam er in die Praxis. Sein Rücken tue ihm an einer Stelle weh, seit zwei Wochen schon.

Ich schlug mit der Faust sanft am Rücken von oben nach unten auf die Wirbelsäule. So in der Mitte sagte er: „Da ist es.“
„Machen Sie mal einen kleinen Hopser mit beiden Beinen“, forderte ich ihn auf. „Ja, das tut auch weh, an der gleichen Stelle“, sagte er.
„Wahrscheinlich ist ein Wirbelkörper zusammengebrochen. Sie sind jetzt 66 Jahre alt und haben wahrscheinlich Osteoporose.“

Ein einfaches Röntgenbild und die Knochendichtemessung eines Orthopäden bestätigten die Diagnose.

Aufbau des Knochens

Der Knochen hat außen eine harte Schale. Die meisten Knochen, z. B. der Oberschenkelknochen, der Oberarmknochen, die Knochen der Finger sind Röhren, die innen hohl sind. Sie heißen darum auch Röhrenknochen. Aber ganz hohl sind sie doch nicht. Das Innere wird ausgefüllt von einem Geflecht feiner Knochenbälkchen. Es gibt auch Plattenknochen, wie z. B. der Knochen, der den Schädel bildet. Außen und innen besteht er aus einer Platte kompakter Knochensubstanz, zwischen denen sich ein schmaler Hohlraum mit den Knochenbälkchen befindet. Die Wirbelkörper wiederum haben in etwa die Form eines Würfels. Auch hier besteht nur die Außenwand aus kompakter Knochensubstanz. Das Innere ist durchsetzt von den Knochenbälkchen. Der Hohlraum zwischen den Knochenbälkchen ist fast überall ausgefüllt mit Knochenmark, das für die Blutbildung verantwortlich ist.

Die Knochensubstanz besteht aus Eiweiß, in das Kalk eingelagert ist. Das macht ihn hart. Wenn man einen Knochen in Salzsäure legt, dann wird der Kalk heraus gelöst und der weiche Knochen bleibt übrig. Er isr dann wie ein Knochen aus Gummi. So geschieht es im Magen des Hundes, der einen Knochen gefressen hat. Die weiche Knochensubstanz kann dann im Darm verdaut werden. Die Knochensubstanz ist von einer Vielzahl kleiner Blutgefäße und von Zellen durchsetzt. Die Zellen bauen den Knochen ständig um. Es gibt Zellen, die die Knochensubstanz um sich herum abbauen, andere bauen ihn wieder auf. Der Knochen ist also ein lebendiges Gewebe, anders als z. B. die Haare.

Ursache der Osteoporose

Schnitt durch einen gesunden Oberschenkelknochen (links) und einen Knochen mit Osteoporose (rechts)

Es gibt viele Krankheiten, die eine Osteoporose verursachen können. Aber das ist nicht so häufig. Hier ist von der weitaus häufigsten Form die Rede, von der Osteoporose, die ohne erkennbare Ursache im Alter auftritt.

Im Alter überwiegt allmählich der Abbau der Knochensubstanz. Das fängt bei Frauen mit den Wechseljahren an, bei den Männern Mitte 50. Die Knochenschale wird dünner, im Inneren verschwinden Knochenbälkchen. Die Folgen sind, dass die Knochen leichter brechen, z. B. bei einem Sturz. Besonders leicht bricht der Teil am Oberschenkel, den man den Oberschenkelhals nennt. Oft auch brechen Wirbelkörper in sich zusammen und sind dann platt wie eine Coladose, die man zusammengestaucht hat. Das passiert oft aus heiterem Himmel, ohne dass eine besondere Belastung vorgelegen hätte. Der Mensch wird dadurch kleiner und der Rücken wird krumm. So war es bei Herrn Hagen. Krumm war er noch nicht, aber einen Zentimeter kleiner als früher war er geworden, wie die Messung ergab.

Nun sind diese Altersveränderungen nicht bei allen Menschen ausgeprägt. Manche Menschen entwickeln eine Osteoporose erst sehr spät und auch nur schwach. Wir kennen die genauen Ursachen nicht, aber die verminderte Produktion der Sexualhormone spielt dabei eine Rolle. Östrogen, ein weibliches Sexualhormon, und Testosteron, das männliche Sexualhormon, fördern den Aufbau des Knochens. Beide Hormone nehmen im Alter ab, was die Entstehung einer Osteoporose bgünstigt. Bei den Frauen ist sie ausgeprägter als bei den Männern. Darum nehemen manche Frauen nach Aufhören der Regel Östrogene. Aber das kann wieder andere Nebenwirkungen haben.  Ein anderer wichtiger Faktor, der die Osteoporose begünstigt, ist die körperliche Untätigkeit. Das spielte bei Herrn Hagen sicher eine große Rolle. Als er durch das Zusammensintern eines Wirbelkörpers Schmerzen bekam, war die Osteoporose bei ihm schon fortgeschritten.

Vorbeugung

Alle Muskeln setzen an Knochen an. Wenn der Muskel beansprucht wird, z. B. durch Arbeit oder Sport, zieht er am Knochen. Der Knochen reagiert mit einem verstärkten Aufbau. Ähnlich wirkt es, wenn der Knochen z. B. durch Gewichte belastet wird. Deswegen sagen die Physiotherapeuten: Der Knochen folgt dem Muskel. Muskelaufbau stärkt auch den Knochen. Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten kann man das Fortschreiten der Osteoporose aufhalten, zu einem gewissen Grade sogar rückgängig machen.

Umgekehrt genügen schon ein paar Tage Bettruhe, um den Knochenabbau in Gang zu setzen. Noch schwerwiegender ist es z. B. für die Astronauten, die im Weltall in einem schwerelosen Zustand leben. Muskulatur und Knochen werden nicht belastet. Die Folge ist auch hier ein Knochenabbau. Das geschieht zwar nicht ganz auf die gleiche Art wie bei der Osteoporose, aber es zeigt, wie empfindlich der Knochen auf nicht ausreichende Belastung reagiert. Darum müssen die Astronauten täglich ihre Muskeln und Knochen durch ein Krafttraining belasten.

Wie immer gilt auch hier in besonderer Weise: Vorbeugen ist besser als Heilen. Wichtig ist, dass die Ausbildung einer Osteoporose möglichst verhindert wird, so dass der Abbau des Knochens gar nicht erst fortschreitet. So werden auch Knochenbrüche vermieden. Das beste Mittel dagegen ist Training durch Sport oder körperliche Arbeit.

Ältere Menschen sollen auch täglich Vitamin D zu sich nehmen. Große Studien der jüngsten Zeit haben bewiesen, dass dadurch osteoporotische Veränderungen aufgehalten werden können. In der Nahrung sollte ausreichend Calcium enthalten sein. Am meisten davon findet sich in Milch und Milchprodukten, auch in manchen Mineralwässern und in Gemüse.

Die regelmäßige Einnahme von Östrogenen, wie es viele Frauen machen, verhindert zwar in der Regel eine Osteoporose, aber vergrößert die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken.

Behandlung

Bei Herrn Hagen war die Osteoporose schon etwas fortgeschritten, wie die Messung der Knochendichte ergab. Bei dieser Messung wird der Kalkgehalt des Knochens gemessen. Herr Hagen musste sich mehr bewegen und körperlich belasten. Weil wenig Verlass darauf war, dass er das freiwillig tat, verschrieb ihm der Orthopäde Physiotherapie. Er bekam Vitamin D, achtete auf ausreichend Calcium in der Nahrung und er bekam zusätzlich Medikamente, die den Knochenaufbau fördern. Der Zusammenbruch des Wirbelkörpers erforderte keine besonderen Behandlungsmaßnahmen. Nach einigen Wochen war der Wirbelkörper in dem abgeflachten Zustand verheilt und schmerzte nicht mehr.

Hauptsymptome: Zunächst bestehen keine Symptome. Später evtl. Schmerzen im Rücken. Es kommt leicht zu Knochenbrüchen, besonders der Wirbelsäule und des Oberschenkels, die auch schmerzhaft sind.

Behandlung: Vorbeugung durch Sport bzw. körperliche Arbeit, Vitamin D und Calcium in der Nahrung. Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die den Knochenaufbau fördern. Knochenbrüche brauchen gesonderte Behandlung.

Beitrag von , letztmals geändert am 05.10.2015, 12:00 Uhr.

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Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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