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Prostata, Vergrößerung (benigne Prostatahyperplasie)

Herr Meier hat, wie so viele Männer, eine vergrößerte Prostata, eine benigne Prostatahyperplasie. Anfangs nahm er das auf die leichte Schulter, aber mit der Zeit machte es ihm doch Beschwerden. Um seine Symptome zu verstehen, muss man sich die Anatomie klar machen.

Auf dem Bild nebenan sieht man in der Mitte unter den Darmschlingen die Harnblase, die hier als runder Hohlraum gezeichnet ist. Genau unter der Blase liegt die Prostata. Die Harnröhre, die von der Blase nach unten abgeht, läuft erst durch die Prostata, dann durch den Penis nach außen. In der Prostata mündet auch der Samenleiter, der vom Hoden kommend um die Blase herum läuft, in die Harnröhre. (Bei der Ejakulation im Orgasmus werden die Spermien aus dem Hoden, bzw. Nebenhoden durch den Samenleiter und anschließend durch die Harnröhre nach außen befördert.)

Die deutsche Bezeichnung für Prostata ist „Vorsteherdrüse“. Doch ist dieser Ausdruck kaum noch in Gebrauch. Benigne heißt „gutartig“, im Gegensatz zu maligne, was „bösartig“ heißt, womit Krebs gemeint ist. Hyperplasie nennen die Ärzte eine Wucherung von Zellen. Die benigne Prostatahyperplasie ist also eine gutartige Zellwucherung der Prostata.

Die Prostata produziert eine Flüssigkeit, die bei der Ejakulation den Spermien beigemischt wird, die dadurch besser beweglich werden. Für die Prostata ist es gut, wenn sie durch den Orgasmus entleert wird. Das ist einer der Gründe, warum Sex gesund ist (auch die Selbstbefriedigung – wenn sie nicht dazu dient, intime Beziehungen zu vermeiden), auch im Alter. Doch ist im Alter der Druck, mit dem „gespritzt“ wird, nicht mehr groß und oft fließt die Samenflüssigkeit nicht nach außen, sondern wegen der Prostataveränderungen nach hinten in die Blase. Mit dem Urin wird sie dann beim nächsten Toilettengang nach außen gespült.

Das Problem der Prostatavergrößerung liegt darin, dass der Harnleiter zugedrückt und der Abfluss des Urins aus der Harnblase behindert wird. Daraus resultieren die Symptome. Herr Meier bemerkte als erstes, da war er Mitte fünfzig, dass der Harnstrahl nicht mehr so kräftig war. Er konnte nicht mehr so weit pinkeln wie in der Jugend. Allmählich wurde der Strahl immer dünner und schwächer. Es kam dann auch immer häufiger vor, dass es nach dem Wasserlassen nachtröpfelte. Schließlich musste er in kürzeren Abständen auf die Toilette,  nachts zwei bis drei Mal. Noch später spürte er manchmal einen Harndrang, den er nicht aufschieben konnte. Er musste mit aller Kraft dagegen angehen, um nicht in Hose zu machen. Ein paar Mal ist es ihm doch passiert, dass etwas Urin abging, obwohl er mit aller Kraft den Schließmuskel zupresste und auf die Toilette spurtete. Dieses Symptom kommt dadurch zustande, dass einmal die Harnblase kräftiger wird, weil sie mehr Druck braucht, um den Urin durch die Enge in der Prostata zu drücken und zweitens weil die ganze Regulation der Urinentleerung (im Alter oft zusätzlich der Darmentleerung) etwas durcheinander gerät. Manchmal bemerkte Herr Meier, dass der Urin etwas blutig war. Dieses Blut im Urin kam bei ihm von der vergrößerten Prostata, hätte aber auch der Hinweis für Prostatakrebs oder Blasenkrebs sein können. So hatte Herr Meier alle Symptome einer vergrößerten Prostata – bis auf Schmerzen beim Wasserlassen, worunter manche Männer zusätzlich leiden.

Herr Meier war in Behandlung bei einem Urologen, der das alles überwacht hat. Der riet ihm auch zu einer Operation, aber Herr Meier wollte nicht. Er nahm Medikamente, die ihm der Urologe verschrieben hatte. Zusätzlich machte er eine spezielle Gymnastik für den Beckenboden bei einem ausgebildeten Sporttherapeuten. Diese Maßnahmen reichten aus, um die Beschwerden soweit zu mildern, dass er sich kaum behindert fühlte.

Aber dann kam die Harnverhaltung. Herr Meier hatte mit Freunden etwas viel Bier getrunken. Weil er schnell beschwipst war, hat er nichts von einem Harndrang gemerkt. Schließlich meldete sich die Blase. Nun saß Herr Meier auf der Toilette hatte Harndrang, der ziemlich weh tat, und es kam kein Tropfen. Fast eine halbe Stunde mühte er sich ab. Die übervolle Blase hatte nicht mehr die Kraft, den Urin auszutreiben. Ein Freund, der etwas Bescheid wusste, brachte ihn in die Klinik. Dort wurde die Blase punktiert (mit einer Nadel durch die Bauchdecke angestochen) so dass der Urin abfließen konnte.

Die Ärzte rieten zu einer Operation, bei der in Narkose durch die Harnröhre etwas von der Prostata abgetragen wird. Das ist heute eine Routinebehandlung. Es gibt eine Reihe von anderen Methoden, die Prostata zu verkleinern, aber keine hat sich in gleicher Weise durchsetzen können. Herr Meier überstand die Operation ohne Komplikationen. Ein paar Tage hatte er einen Blasenkatheter, das ist ein Schlauch, der durch die Harnröhre in die Blase gelegt wird. Aber nach einer Woche war er wieder zu Hause.

Herr Meier braucht jetzt keine Medikamente zu nehmen, er kann wieder gut wasserlassen. Die Prostata wird sich weiter vergrößern, aber eine Reihe von Jahren wird es dauern, bis die Beschwerden wieder zunehmen. Gegebenenfalls kann man die Operation wiederholen. Die Potenz war bei Herrn Meier vor der Operation nicht verschwunden, obwohl er schon bald siebzig Jahre alt ist. Nach der Operation kam sie, wenn auch mit einer Pause, wieder. Doch hat Herr Meier etwas mit einem Potenzmitteln nachgeholfen, das ihm der Urologe verschrieben hat.

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