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Schlaflos

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Frau Kasten klagt über Schlaflosigkeit. „Eigentlich bin ich ein guter Schläfer“, meint sie. „Jedenfalls konnte ich früher immer gut einschlafen und habe auch durchgeschlafen. Aber seit einigen Wochen wache ich regelmäßig in den frühen Morgenstunden auf, so gegen fünf Uhr, manchmal auch noch früher, und kann dann nicht wieder einschlafen. Ich muss dann grübeln, denke über das Büro nach, was ich noch alles tun muss. Ich habe Angst, dass ich Fehler gemacht habe. Manchmal steigert sich das bis zur Panik. Ich bekomme Herzklopfen und kann nicht im Bett bleiben. Oft wache ich auch auf und bin klatschnass vom Schwitzen, so dass ich die Bettwäsche wechseln muss.“

Einschlafen geht oft gut. Aber nach wenigen Stunden wacht man auf und kann nicht wieder einschlafen.

„Haben Sie Sorgen?“ fragte ich.
„Na ja, natürlich macht man sich Sorgen. Die Kinder sind o. k., aber immer mal wieder sind sie krank, haben Probleme in der Schule. Mein Mann hat auch schon mal Probleme mit dem Geschäft. Aber das ist alles nichts Besonderes.“
Schließlich kam raus, dass die Mutter von Frau Kasten vor acht Wochen gestorben war.
„Sie war die wichtigste Person in meinem Leben. Wir haben uns oft gestritten, manchmal war lange Sendepause, vielleicht weil sie mir so wichtig war. Ich habe ihr sehr viel zu verdanken. Meine Kinder und mein Mann, die liebe ich bestimmt mehr und spielen inzwischen eine viel größere Rolle in meinem Leben. Aber meine Mutter, die hat mir bei allen Schwierigkeiten und Krisen beigestanden. Vielleicht habe ich mich in dieser Hinsicht nie so ganz von ihr abgenabelt. Sie hat mich auch nie so ganz loslassen können. Das hat mich oft geärgert, weil ich mich dann so hilflos fühlte. Und wo Sie mich danach fragen“, meinte sie nachdenklich „kurz nach ihrem Tod ist die Schlaflosigkeit aufgetreten.“

Durchschlafstörung, Sorgen und Depression

Schlaflos sind wir, wenn wir Sorgen haben. Manche Menschen können auch bei Sorgen gut schlafen, aber die meisten von uns können das nicht oder jedenfalls nicht gut. Genau genommen hatte auch Frau Kasten Sorgen. Sie sagte zwar, dass es keinen Grund in ihrem Leben gebe, besondere Sorgen zu haben, aber tatsächlich hat sie sich des Nachts Sorgen gemacht, nur eben grundlos; denn das worüber sie sich jetzt Sorgen machte, das hatte sie früher immer geschafft. Frau Kasten hatte eine milde Depression, die nur nachts in Erscheinung trat. Dann hatte sie das Gefühl, dass sie ihre Aufgaben nicht schaffen würde und dass sie in der Vergangenheit schwerwiegende Fehler gemacht habe. Am Tag waren diese dunklen Gedanken verflogen.

Auslöser dieser Depression war der Tod ihrer Mutter. Frau Kasten war doch mehr an sie gebunden gewesen, als es ihr bewusst war. Das geht vielen Menschen mit ihren Eltern so. Als Frau Kasten das realisierte, wurde es ein bisschen besser. Frau Kasten setzte sich noch einmal intensiv mit der Rolle, die ihre Mutter in ihrem Leben gespielt hatte, auseinander. Sie schaute sich alte Fotos an, Aufzeichnungen und Briefe von bzw. an ihre Mutter. Das half ihr. Mit den Schlafstörungen wurde es allmählich besser und nach einem Jahr waren sie überwunden.

Die Schlaflosigkeit ist nicht immer so leicht behoben wie bei Frau Kasten. Viele Menschen sind chronisch depressiv und haben deswegen auch anhaltende Schlafstörungen. Besonders alte Leute, die nahestehende Personen durch den Tod verloren haben und die körperlich gebrechlich geworden sind, leiden deswegen nicht selten an chronischer Depression und haben darum auch nicht selten chronische Schlafstörungen.

Einschlafstörung, Angst und Schmerzen

Mit Schmerzen kann man nicht schlafen. Schmerzen sind immer ein Zeichen für eine Krankheit, die sie verursachen. Wenn diese Krankheit angegangen wird, kann sich auch wieder der Schlaf einstellen. Bei Schmerzen sind Schlafmittel oft unvermeidbar.

Die Angst, die einen Menschen am Schlafen hindert, wird oft gar nicht direkt wahrgenommen. Sie äußert sich eben nur durch die Unfähigkeit ruhig zu schlafen. Oft ist es eine Einschlafstörung. Wenn dann der Morgen graut, fällt das Einschlafen leichter – anders als bei der Depression, bei der es umgekehrt ist. Junge Menschen, besonders in Entwicklungskrisen, haben oft diese Art der Schlafstörung.

Aber die Unterscheidung zwischen Durchschlaf- und Einschlafstörung darf man nicht so streng nehmen. Es gibt oft Übergange.

Behandlung

Wenn die Symptome bei Frau Kasten milder gewesen wären, hätte ich ihr empfohlen, es mit gedämpftem Licht oder sehr leiser beruhigenden Musik zu versuchen. Auch ein wenig zu essen, wenn man nicht wieder einschlafen kann, hilft. Die nächste Stufe wären Schlaftee oder ein pflanzliches Beruhigungsmittel wie z. B. Baldrian. Es gibt davon ca. 50 verschiedene Präparate, in Apotheken, Reformhäusern oder Drogerien zu kaufen. Aber Frau Kasten war schon ziemlich zermürbt. Es war dringend, dass sie mal wieder eine ruhige Nacht haben würde. Ich verschrieb ihr ein Schlafmittel.

Auch von den Schlafmittel gibt es fast 50 verschiedene Präparate, die bis auf Ausnahmen rezeptpflichtig sind. Sie wirken alle auf im wesentlichen auf die gleiche Art. Sie wirken beruhigend und nehmen Angst. Sie sind eine Art Berihigungsmittel. Normalerweise tritt die Wirkung ungefähr nach einer Stunde ein. Wenn der Magen voll ist, dauert es länger als wenn er leer ist. Gegen Morgen sollte die Wirkung vorbei sein, damit die Verkehrstüchtigkeit nicht beeinträchtigt ist. Frau Kasten sollte darum das Mittel auf keinen Fall später als um 22 Uhr nehmen. Und weil es da individuelle Unterschiede gibt, sollte sie darauf achten, ob die Wirkung am Morgen auch wirklich abgeklungen ist. Sie ist eine intelligente Frau, die das gut beurteilen konnte.

Schlafmittel sollten nur begrenzte Zeit genommen werden. Es gibt immer eine gewisse Gewöhnung daran. Bei alten Menschen kann man das allerdings lockerer sehen. Da kann man es auch riskieren, dass die nicht mehr von dem Schlafmittel runter kommen. Süchtig kann man von den  Schlafmittel nicht werden, wenn man nicht schon süchtig ist. Dann allerdings sollte man die auf jeden Fall vermeiden.

Frau Kasten schlief nun wieder einigermaßen gut durch. Nach drei Monaten, haben wir das Schlafmittel langsam reduziert. Frau Kasten nahm nun ein pflanzliches Schlafmittel, das ihr der Apotheker empfohlen hatte. Das nahm sie fast ein Jahr. Aber schließlich konnte sie auch darauf verzichten.

Hauptsymptome: Durchschlafstörungen sind oft Zeichen einer milden Depression. Untergründige Angst, die Zeichen einer seelischen Störung sein kann, behindert auch den Schlaf.

Behandlung: Maßnahmen, die beruhigen. Schlaftee; pflanzliche Schlafmittel; Medikamente, wenn es anders nicht geht.

 

Beitrag von , letztmals geändert am 22.03.2015, 12:46 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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