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Schmerzen und Schmerzmittel

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Akute Schmerzen

Bei allen akuten Erkrankungen, die mit Schmerzen verbunden sind, sollte man mit Schmerzmittel nicht sparen; also z. B. bei heftigen Zahnschmerzen, bei starker Migräne, bei einem Bandscheibenvorfall, nach einer Operation, bei einer Nierenkolik usw.

Besonders bei einer längeren schweren Erkrankung, wie z.B. Krebs, sollten Schmerzmittel verordnet werden, bis die Schmerzen verschwinden. Körper und Seele brauchen ihre Kraft, um gegen den Krebs anzukämpfen.

Es gibt aber auch körperliche Erkrankungen, die mit Schmerzen verbunden sind, die besser mit anderen Mitteln bekämpft werden. Gegen die Herzschmerzen, die durch eine koronare Herzkrankheit (Verengung der Adern, die den Herzmuskel versorgen) verursacht werden, gibt es spezielle Mittel, die die Adern wieder erweitern und so den Schmerz beseitigen. Oder bei Magenschmerzen sind in der Regel Mittel, die die Salzsäureproduktion des Magens hemmen, wirksamer. Schmerzmittel schaden unter Umständen dem Magen.

Schmerzen, wenn sie stärker oder anhaltend sind, sind immer ein Grund für eine Untersuchung durch den Arzt.

Chronische Schmerzen

Problematisch sind chronische Schmerzen. Sie können auftreten bei Arthrose (Gelenkverschleiß), Arthritis (Gelenkentzündung), Darmerkrankungen, Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, Magengeschwür usw. Aber nicht selten leiden Menschen unter chronischen Schmerzen, ohne dass man eine körperliche Erkrankung findet. Sie haben Kopfschmerzen, Nervenschmerzen im Gesicht (z.B. die Trigeminusneuralgie), Schmerzen im Unterleib (das pelvic pain syndrome = das Becken-Schmerz-Syndrom. Syndrom nennen die Ärzte eine Kombination mehrerer Symptome.), Bauchschmerzen u.a.


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Vielerlei Schmerzen plagen uns im Leben.

Schmerzen kann man sich nicht einbilden. Wenn man Schmerzen spürt, dann sind sie da. Schmerzen haben sicher auch immer einen Grund. Wenn der Körper gesund ist, dann sollte man überlegen, ob die Schmerzen nicht Ausdruck eines schweren seelischen Leidens sind. In solchen Fällen ist es sicher besser, wenn man diesem seelischen Leiden auf den Grund geht. Aber wenn man das nicht kann oder nicht will, dann sollte man trotzdem den Schmerz bekämpfen.

Schmerzmittel

Der medizinische Fachausdruck für ein Medikament, das den Schmerz unterdrückt, ist Analgetikum (Mehrzahl: Analgetika). Die Einteilung der Analgetika orientiert sich an den sogenannten Opioiden (von Opium).

Man unterscheidet drei Gruppen von Analgetika:

A Schmerzmittel, die nicht mit Morphium verwandt sind: z. B. Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen, Novaminsulfon.
B Schmerzmittel, die mit dem Morphium verwandt sind, mittelstark: z. B. Tramadol
C Schmerzmittel, die mit dem Morphium verwandt sind, besonders stark: z. B. Tilidin, Fentanyl, Morphium

Wie alle Medikamente haben auch die Schmerzmittel Nebenwirkungen, die nicht erwünscht sind. Die Mittel der Gruppe A können zu Magenbeschwerden führen, nach längerem Gebrauch auch zu Schäden an den Nieren. Die Medikamente der Gruppe B und C führen zu Verstopfung, die unter Umständen eine besondere zusätzliche Behandlung notwendig macht.

Bei der Verordnung von Schmerzmittel ist erstens zu beachten, dass die Menschen verschieden auf ein bestimmtes Mittel reagieren. Zweitens sind für den Schmerz eines bestimmten Organs manche Medikamente besser geeignet sind als andere. Bei Gelenkschmerzen z. B. nimmt man oft Ibuprofen, weil es auch entzündungshemmnd wirkt. Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin wirken aber nicht verlässlich bei Schmerzen der inneren Organe. Bei Koliken wirken die starken Schmerzmittel sehr gut, weil sie die Harnleiter, Gallenblase o. a. entkrampfen. Drittens ist für die Wahl des Schmerzmittels von Bedeutung, welche Stärke der Patient braucht.

Gewöhnung und Sucht

Problematisch ist, dass alle Schmerzmittel, die mit dem Morphium verwandt sind, also Gruppe B und C, zur Gewöhnung führen. Das bedeutet, dass man mit der Zeit höhere Dosen braucht, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Gewöhnung bedeutet, dass der Körper eine bestimmte Dosis Schmerzmittel braucht, um normal zu funktionieren. Setzt man die Mittel plötzlich ab, so treten Schmerzen auf, nur weil dem Körper das Schmerzmittel fehlt. Man sollte darum ein Schmerzmittel der Gruppe B und C, das längere Zeit genommen wurde, nur allmählich absetzen. Bei plötzlichem Entzug ist es unter Umständen schwer zu entscheiden, ob der Schmerz, der dann auftaucht, der ursprüngliche Schmerz ist, den man mit dem Schmerzmittel bekämpfen wollte, oder ob es nur eine Reaktion darauf ist, dass dem Körper das Schmerzmittel entzogen wurde.

Obwohl die Schmerzmittel, vor allem die, die mit dem Morphium verwandt sind, als Suchtmittel gebraucht werden können, wird man durch sie nicht süchtig. Wer suchtkrank ist, kann die Schmerzmittel als Suchtmittel missbrauchen. Wer es nicht ist, kann sich daran gewöhnen und muss sie mit Vorsicht absetzen, aber er wird keinen Suchtdruck bekommen. Man wird ja auch nicht durch Bier oder Wein alkoholkrank, sondern benutzt Bier oder Wein nur dann als Suchtmittel, wenn man eben suchtkrank ist.

Schmerzmittel kann man als Tablette nehmen, als Tropfen, in akuten Fällen können sie auch gespritzt werden. In chronischen Fällen ist es manchmal sinnvoll, Pflaster auf die Haut zu kleben, die mit dem Schmerzmittel getränkt sind, das langsam über mehrere Tage an den Körper abgegeben wird.

Bestimmte Nahrungsmittel, wie z. B. Grapefruchtsaft beeinflussen die Wirkung der Analgetika. Ebenso können andere Medikamente die Wirkung der Analgetika verstärken oder aufheben. Bei vielen Krankheiten, z. B. der Nieren, muss die Dosis der Analgetika ganz individuell angepasst werden.

Schmerzmittel der Gruppe B und C beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit. Wenn man sie genommen hat, kann das die Fahrtüchtigkeit erheblich beeinträchtigen.

Intensität von Schmerzen

Man kann die Stärke des Schmerzes in 10 Stufen einteilen. 0 bedeutet absolute Schmerzfreiheit, 10 der stärkste vorstellbare Schmerz. Nach dieser Skala wäre 3 ein noch erträglicher Schmerz, ab 5 ist eine Behandlung notwendig. Aber dabei spielt eine große Rolle, ob der Schmerz nur kurzzeitig währt oder ein chronischer Schmerz ist. Kurzfristig kann man vieles aushalten, wenn der Schmerz aber nicht mehr weichen will, ist er schon bei geringerer Stärke nicht mehr erträglich.

Man vermutet, dass in Deutschland fünf bis acht Millionen Menschen an chronischen Schmerzen leiden, etwa zehn Prozent davon brauchen eine Behandlung der Schmerzen. Bei den Alten ist der Prozentsatz höher. Bei den über 60ig Jährigen sind es vielleicht 70 Prozent und mehr, die ständig Schmerzen haben. Andererseits klagen die Älteren nicht so häufig darüber wie die Jüngeren.

Schmerztherapie

Bei allen Schmerzen ist der erste Grundsatz, dass nach der Ursache geforscht werden sollte. Wenn sich eine Krankheit als Ursache findet, stellt sich die Frage, ob die Krankheit geheilt oder wenigstens gelindert werden kann. In etwa der Hälfte der Fälle sind Schmerzen Ausdruck einer Depression. In diesen Fällen ist eine Psychotherapie das beste Heilmittel gegen die Schmerzen. Aber übergangsweise ist vielleicht auch in solchen Fällen ein Schmerzmittel notwendig. Wenn aber keine Ursache gefunden wird oder die Krankheit nicht heilbar ist, muss die Schmerztherapie auf Dauer eingerichtet werden.

Bei akut auftretenden Schmerzen weiß der Arzt, ob er mit einem schwächeren oder nur mit einem starken Schmerzmittel auskommt. Die Schmerzen bei einer Nierenkolik oder einem Herzinfarkt z. B. muss man in der Regel schnell mit einem sehr starken Schmerzmittel bekämpfen. Bei chronischen Schmerzen aber wird man zuerst ein schwächeres Mittel einsetzen und sehen, ob man damit Schmerzfreiheit erreicht. Erst wenn das nicht gelingt, wird man zu einem Mittel der nächsten Stufe wechseln. Ziel ist es, Schmerzfreiheit auch bei Belastung zu erreichen.

Oft ist es sinnvoll Schmerzmittel mit einem milden Psychopharmakon zu kombinieren. Eine solche Kombination ist meist sehr wirksam. Das Schmerzmittel unterdrückt den Schmerz, das Psychopharmakon mindert das Leiden am Schmerz.

Schmerzen sollten immer behandelt werden, natürlich am besten durch Heilung der zugrunde liegenden Krankheit. Wenn oder solange das nicht gelingt, sind Schmerzmittel notwendig und sinnvoll. Dabei gilt der Grundsatz: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

 

Beitrag von , letztmals geändert am 23.03.2016, 18:46 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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