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Sodbrennen – Stress

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Symptome

Herr Lubas beschrieb das so: „Es ist ein Schmerz hinter dem Brustbein, der wirklich ein bisschen wie ein Brennen ist. Manchmal muss ich auch aufstoßen. Das tritt meistens auf, wenn ich liege, also z. B. beim Schlafengehen. Ich darf mich mittags nach dem Essen nicht hinlegen. Bücken macht es auch schlimmer. Besser ist es, wenn ich dann laufe, also z. B. einen Spaziergang mache oder etwas erledige.“
„Ist es immer nach dem Essen?“ wollte ich wissen.
„Nein“, meinte Herr Lubas. „Ich habe den Eindruck, nur wenn es ein besonders fettes Essen war. Aber auch wenn ich Druck habe, wenn ich mich geärgert habe, merke ich sofort dieses Sodbrennen. Am Anfang habe ich gedacht, dass es wieder vorbei geht. Aber jetzt habe ich das schon länger als ein halbes Jahr. Es macht mich mürbe.“

Links ist der Schließmuskel am Übergang von Speiseröhre in den Magen geschlossen. Rechts ist er offen. Speisen mit Salzsäure können zurück fließen.

 

Wie entsteht Sodbrennen?

Wenn wir schlucken, dann treibt die Speiseröhre die Speisen nach unten, und wenn sie am Magen angekommen sind, dann öffnet sich der Schließmuskel, um die Speisen durchtreten zu lassen. Danach wird der Übergang sofort wieder verschlossen. Die Speisen, die sich im Magen befinden und vor allem die Salzsäure, die der Magen für die Verdauung produziert, können so nicht zurück in die Speiseröhre fließen. Dieses Zusammenspiel von Speiseröhre und Schließmuskel am Mageneingang wird von Nerven, die in der Wand dieser Organe enthalten sind, aber auch von Hormonen und chemischen Reaktionen gesteuert.

Das ist ein Prozess, den wir nicht fühlen können. Nach dem Schlucken fühlen wir eigentlich nichts mehr. Wir können diesen Prozess auch nicht willkürlich steuern. Wir können schlucken, alles andere läuft dann automatisch ab.

Wenn das aber nicht richtig funktioniert, wenn der Schließmuskel den Übergang nicht geschlossen hält und darum etwas von der Salzsäure des Magens in die Speiseröhre gerät, tut das weh. Im Gegensatz zum Magen hält die Speiseröhre die Salzsäure nicht aus. Wenn es öfter zu einem Rückfluss kommt, entzündet sich die Oberfläche der Speiseröhre. Jetzt entstehen die Schmerzen, das Sodbrennen.

Der Rückfluss vom Magen in die Speiseröhre heißt medizinisch Reflux, die Speiseröhre Oesophagus. Eine Entzündung bezeichnen die Ärzte mit -itis. Also heißt das Ganze Refluxoesophagitis.

Stress

Wie bei den meisten der Patienten mit Sodbrennen fand sich auch bei Herrn Lubas keine ernsthafte Erkrankung, die als Ursache des Sodbrennens in Frage kam. Grund für das Sodbrennen war wohl eine Fehlregulation, so wie oben beschrieben. Das komplizierte Zusammenspiel von Speiseröhre und Magen beim Schlucken funktionierte nicht mehr korrekt. Oft ist Stress die Ursache dafür.

Aber was ist Stress? Herr Lubas ist verheiratet, hat zwei kleine Kinder, seine Frau ist halbtags außer Haus beschäftigt. Er ist Leiter einer Filiale eines großen Versicherungsunternehmens. Sein Vater, der verwitwet ist, ist sehr krank und das macht ihm Sorgen. Er hat also Stress. Aber in einem kurzen Gespräch mit ihm kam heraus, dass es nicht die viele Arbeit ist, die ihm so zusetzt. „Ich habe immer so viel zu tun gehabt. Ich kenne es nicht anders und es macht mir Spaß. Nein, was ich so frustrierend finde ist, dass ich nie das Gefühl habe, es ist gut so. Ich denke immer, dass es nicht reicht. Wenn ich mal vor ein Uhr ins Bett gehe, kriege ich schon Schuldgefühle und denke, ich könnte doch noch etwas für die Firma vorbereiten oder ich sollte im Haushalt etwas machen, damit meine Frau entlastet ist, die sich auch um meinen Vater kümmert.“

Stress ist nicht, dass man viel um die Ohren hat. Vielen Menschen macht das Spaß und sie fühlen sich auch wohl damit. Stress ist, wenn man sich anstrengt und das Gefühl hat, dass es für die Katz ist, weil die Anstrengungen nicht anerkannt werden oder weil man selbst nie zufrieden mit sich ist.

Behandlung

Ich habe Herrn Lubas erklärt, was es mit dem Stress auf sich hat. Er solle mal mit sich zufrieden sein. Sein Vater, seine Frau und die Firma haben nichts an ihm auszusetzen, sondern wissen alle, was sie an ihm haben. Ich weiß nicht, ob es viel nützen wird, weil man so einfach seinen Charakter nicht ändern kann. Aber vielleicht bewirkt es doch wenigstens ein bisschen.

Ich habe Herrn Lubas natürlich auch gesagt, welche wirksamen Mittel es gegen das Sodbrennen gibt. Beim Liegen fließt der Mageninhalt leichter zurück in die Speiseröhre. Gehen trägt dazu bei, dass der Mageninhalt schneller in der Dünndarm weiterbefördert wird. Milch neutralisiert Säure, kann also auch helfen. Noch wirksamer sind sogenannte Antazida, die ich Herrn Lubas verschrieben habe. Das sind Medikamente, die die Salzsäure neutralisieren. Es gibt sie z.B. als Gel.  Das war der erste Behandlungsplan für Herrn Lubas. – Man bekommt diese säurebindenden Medikamente auch ohne Rezept in der Apotheke, wo man in der Sache auch beraten wird.

Wenn das alles nicht hilft, kann ich Herrn Lubas noch ein Medikament aufschreiben, das die Produktion von Salzsäure reduziert. Die heißen Protonenpumpenhemmer. Das ist das wirksamste Medikament. – Gegen den Stress, den sich Herr Lubas selbst macht, hilft auch Psychotherapie.

Schwierige Fälle

Hinter dem Sodbrennen kann sich auch schon mal eine ernste Erkrankung verstecken. Wo der Schließmuskel sitzt, tritt die Speiseröhre durch das Zwerchfell. Dieser Spalt im Zwerchfell kann so weit werden, dass der Zipfel des Magens da durch nach oben rutscht (medizinisch: Hiatushernie). Auch das kann hartnäckiges Sodbrennen verursachen. In diesen Fällen hilft eine Operation.

Eine Geschwulst im Magen oder in der Speiseröhre kann auch die Ursache sein. Bei hartnäckigem Sodbrennen ist also eine gründliche Untersuchung erforderlich. Gegebenenfalls muss die Grundkrankheit behandelt werden.

Hauptsymptome: Schmerz hinter dem Brustbein, der sich meistens wie ein Brennen anfühlt. Tritt nach fetten Mahlzeiten, aber auch bei Stress auf.

Behandlung: Stress abbauen. Nach dem Essen Spaziergang. Medikamente, die die Salzsäure neutralisieren oder aber deren Produktion vermindern. In besonderen Fällen Operation.

Beitrag von , letztmals geändert am 22.03.2015, 12:14 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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