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Sterben und Tod

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Was erlebt ein Mensch, der weiß, dass er bald sterben wird?

Ein Mensch, der erfährt, dass er bald sterben muss, wird als erstes so tun, als habe sich nichts verändert. Er will sich nichts anmerken lassen, weil ja gar nichts passiert ist. Aber es ist etwas passiert. Der Tod kommt oft unverhofft aus dem Hinterhalt, aber hier hat er angeklopft. Diese Verleugnung, die zunächst ein guter Schutz ist, hält nicht an.

Als nächstes kommt der Zorn. Ich nicht, wird der Todgeweihte denken. Dem Tod werde ich es zeigen! Aber bald muss er erkennen, dass das den Tod überhaupt nicht beeindruckt.

Also verlegt er sich aufs Bitten. Man muss mit dem Schicksal verhandeln. Einverstanden, keine 15 Jahre mehr, aber doch noch ein paar wenige. Das müsste doch gehen!

Aber diese drei, die Wirklichkeit, das Schicksal und der Tod sind unerbittlich, wenn sie sich mal etwas in den Kopf gesetzt haben. Hier wird nicht verhandelt. Und der Mensch denkt nun vielleicht, dass alles verloren ist, dass nichts mehr gilt. Er lässt den Kopf hängen und fällt depressiv in sich zusammen.

Schließlich, nach einiger Zeit aber besinnt er sich. Der Tod macht das Leben nicht sinnlos. Er kann nicht ungeschehen machen, was gewesen ist und er kann auch nicht den kleinsten Rest, der noch da ist, wertlos machen. Es ist traurig, sterben zu müssen, aber der Tod ist ein Begleiter des Lebens von Anfang an.

Es sind diese fünf Phasen, die der Mensch durchläuft, wenn es ans Sterben geht. Manche Menschen durchlaufen sie schnell, andere langsam, manchmal geht es hin und her, manchmal sind mehrere Phasen gleichzeitig da, manchmal wird eine übersprungen. Wenn ein Mensch darüber sprechen will, wird es unter Umständen sehr unterschiedliches sein, was er sagen will, je nachdem, in welcher Phase der Auseinandersetzung er sich gerade befindet.

Soll man über den Tod sprechen?

Mit dem Sprechen ist es unterschiedlich. Manche Menschen wollen die Sache mit sich selbst ausmachen, andere wollen, dass man Anteil an ihrem Kummer nimmt. Wieder andere wollen nicht darüber sprechen, weil sie niemanden damit belasten wollen. Kurz, es gibt keine Regel, wie man es mit Menschen halten soll, die sich auf ihren nahen Tod einstellen müssen.

Meistens liegt das Problem auch gar nicht bei dem, dessen Tod nahe ist, sondern bei der Umgebung. Es sind die Angehörigen und Freunde, die gehemmt sind. Das hängt oft damit zusammen, dass sie nicht wissen, wie es der Kranke will. Der wiederum will die Gesprächssituation nicht belasten. Oft weiß er genau, wie es um ihn steht, will aber die Zeit, die er noch hat, nicht damit beschweren, sondern so unbekümmert wie möglich erleben. Womit er ja auch recht hat. Freude am Leben, so lange es währt, sollte man dem Todgeweihten auch ermöglichen.

Wenn man daraus eine Regel ableiten will, dann wäre es diese: Versuchen Sie heraus zu finden, was sie oder er, um deren Tod es geht, will. Sie können auch fragen, wenn Sie dem Betreffenden nahe stehen, oder ihm sagen: Wenn du über den Tod sprechen willst, sag es mir.

Wenn wichtige Dinge zu regeln sind, also z. B. Angelegenheiten von Kindern, dann sollten Sie sich nicht scheuen, es anzusprechen. Meistens wird es auch für den, dessen Leben zu Ende geht, eine Entlastung sein. Und so lange einer lebt, sei es noch so kurz, hat er auch Verantwortung.

Was ist die Aufgabe des Arztes?

Der Arzt braucht Sachlichkeit für seine Arbeit. Er muss entscheiden, ob ein Kampf um das Leben seines Patienten noch Aussicht auf Erfolg hat. Was kann er seinem Patienten zumuten? Wie kann er ihm die letzte Stunde erleichtern? Die Anteilnahme für die Angehörigen ist dabei nachrangig. Wie sollte er sonst arbeiten können? Er wird die Angehörigen unter Umständen dann informieren und befragen, wenn seine Maßnahmen zu einer Verkürzung des Lebens führen können. Aber der Arzt ist niemandem verpflichtet, außer seinem Patienten. Wenn er die Angehörigen zu Rate zieht, dann nur darum, weil er davon ausgeht, dass die Angehörigen den Willen des Patienten kennen, wenn der nicht mehr für sich selbst sprechen kann.

Sterbende können ihren Arzt fragen, wie es um sie steht. Der Arzt wird wohl eine ehrliche Antwort geben. Aber oft kann es der Arzt auch nicht genau wissen. Nichts ist schwieriger als eine Aussage über die Prognose, also darüber wie sich eine Krankheit entwickeln wird. Und da Hoffnung dem Leben hilft, wird der Arzt immer Hoffnung machen.

Natürlich kann ein Kranker den Arzt bitten, das Sterben zu erleichtern, wenn Schmerzen drohen oder z. B. qualvolles Ersticken. Nur ein sadistischer Arzt würde sich dem verweigern, auch wenn das Leben dadurch deutlich verkürzt wird. Der Arzt handelt in einem solchen Fall in Übereinstimmung mit seinen Standespflichten und dem geltenden Recht. Er nimmt den früheren Tod in Kauf, um den Patienten vor großes Leiden zu schützen. Aber der Tod ist nicht der Zweck seiner Maßnahmen. Verboten ist dem Arzt nur, Maßnahmen zu treffen, die den Tod als Zweck haben. Das wäre aktive Sterbehilfe. – Aber manchmal ist der Unterschied zwischen dem ersten und dem zweiten eine Ermessensfrage.

Schwierigkeit: Meistens ist die Befangenheit, über den Tod zu sprechen, bei den Angehörigen und Freunden größer als bei dem, dessen Tod nahe ist.

Was soll man tun? Heraus finden, was der Sterbende will und was man selbst leisten kann.

Beitrag von , letztmals geändert am 13.10.2015, 10:51 Uhr.

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Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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