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Symptom, Anamnese, Diagnose, Therapie

Nach der Befragung des Patienten entscheidet die Ärztin, wo der Schwerpunkt ihrer weiteren Untersuchung sein wird.

Unter einem Symptom versteht der Arzt ein körperliches Anzeichen, das im allgemeinsten Sinn nicht normal ist. Schmerzen aller Art, eine Beule, eine Rötung, ungewöhnliche Müdigkeit, Blut im Stuhl, Herzrasen, das alles sind Symptome. Nicht immer muss ein Symptom mit Beschwerden einhergehen. Auch wenn der Arzt auf dem Röntgenbild einen Schatten sieht, der nicht dahin gehört, oder wenn die weißen Blutkörperchen zahlreicher sind als normal, wovon der Patient nichts merkt, spricht der Arzt von einem Symptom. Und der Psychiater nennt Symptom auch ungewöhnliche Verhaltens- oder Empfindungsweisen.

Der Arzt sammelt als erstes die Symptome. Und da auch Symptome, die früher einmal vorhanden waren, auf die aktuelle Krankheit hinweisen können, fragt er nicht nur nach den gegenwärtigen Beschwerden oder Auffälligkeiten, sondern auch nach den Symptomen der Vergangenheit.

Das zweite ist, dass der Arzt durch gezielte Untersuchungen nach weiteren Symptomen sucht. Er tatstet z. B. den Bauch ab, wenn es  möglich erscheint, dass die Krankheit dort ihren Sitz hat, oder er schaut in den Rachen, wenn er dort Veränderungen vermutet, er macht Blutuntersuchungen, Röntgenbilder usw.

Nicht selten sind einzelne Symptome so typisch für eine bestimmte Krankheit, dass der Arzt schon nach wenigen Angaben des Patienten die Diagnose stellen kann und weitere Angaben nicht braucht.

Der Arzt fragt ferner nach früheren Krankheiten. Manche Krankheiten kommen leicht wieder, wie z. B. eine Magenschleimhautentzündung, andere sind offen oder verborgen chronisch, wie z. B. Gelenkbeschwerden, wieder andere können nicht ein zweites Mal auftreten, wie z. B. Masern. Alle Symptome und Krankheiten, die in der Vergangenheit liegen, rechnet der Arzt zur Vorgeschichte, der Anamnese.

Die Symptome erlauben in der Regel, die Diagnose zu stellen. Diagnose heißt, dass der Arzt nun die Krankheit benennt, die er für die Ursache der Symptome hält. Husten,  Fieber, Schmerzen hinter dem Brustbein, die vor wenigen Tagen aufgetreten sind, legen nahe, dass es sich um eine Grippe handelt. Die Symptome Husten, der nicht weichen will, ein Röntgenschatten in der Lunge, Gewichtsabnahme und geschwollene Lymphknoten in der Achsel begründen den Verdacht auf Lungenkrebs. Bei manchen Diagnosen muss oder kann man den Verlauf der Erkrankung abwarten, um Sicherheit über die Diagnose zu bekommen. Das würde unter Umständen im ersten Beispiel gelten. Im Fall der Grippe sollten die Symptome nach einigen Tagen zurück gehen. Erst wenn das nicht der Fall sein sollte, wird man die Diagnose durch weitere Untersuchungen überprüfen. Es könnte sich z. B. aus der Grippe eine Lungenentzündung entwickelt haben. In anderen Fällen, so z. B. im zweiten Fallbeispiel, kann man es sich nicht leisten, den Verlauf abzuwarten.

Der letzte Schritt ist nun die Behandlung, die Therapie. In der Medizin gibt es für viele Krankheiten weltweit gültige Richtlinien, wie sie behandelt werden sollen. Eine Lungenentzündung z. B., die durch Bakterien verursacht wurde, sollte durch Antibiotika behandelt werden. Vorher sollte die Möglichkeit geschaffen werden, zu testen, welches Antibiotikum auf die Bakterien wirkt. Für viele Krankheite gibt es aber keine sicheren Regeln für eine erfolgreiche Behandlung.

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