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Tinnitus – Behandlung

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Was ist Tinnitus?

Tinnitus nennt man das Hören von Geräuschen, ohne dass es eine Schallquelle dafür gibt. Die Geräusche können sehr unterschiedlich sein: Pfeifton, Rauschen, Vogelzwitschern, Klingeln, Klopfen usw. Auch die Lautstärke ist bei den Betroffenen unterschiedlich und kann auch bei einem Menschen sehr schwanken. Schließlich kann das Geräusch auch ab und an verschwinden, dann wieder auftreten. Manchmal kann der Betroffene nicht sagen, ob das Geräusch von rechts oder links kommt.

Der Tinnitus stört besonders oft beim Einschlafen.

Unter der Telefonnummer 0202 24652 72  bei der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. kann man sich anhören, wie ein Tinnitusgeräusch klingt. (Man bekommt unter dieser Nummer vorab Informationen zum Tinnitus, die pessimistischer sind als gerechtfertigt.) Wenn man das gehört hat, kann man sich gut vorstellen, dass die Betroffenen durch das Ohrgeräusch manchmal sehr gequält sind. Ist das Geräusch nicht so stark, dann wird es bei Ablenkung oft vergessen. Aber bei Ruhe drängt es sich vor und erschwert das Einschlafen oft beträchtlich.

Der Tinnitus ist keine Seltenheit. 10 Prozent der deutschen Bevölkerung sollen einen leichten Tinnitus haben, bei etwa 1 Prozent ist er quälend.

Wie entsteht Tinnitus?

Das Tinnitusgeräusch entsteht nicht im Ohr. Das kann man mit Sicherheit sagen. Es entsteht im Gehirn. Die Frage ist nur, wie? Wenn man einen gleichbleibenden Ton erzeugt, dann können wir den nach kurzer Zeit nicht mehr hören. Das Gehirn kann nur Töne wahrnehmen, die in der Tonhöhe oder Lautstärke schwanken. (Darum ist in der Musik beim Singen und Instrumentenspiel das Tremolo so wichtig.) Beim Tinnitus gibt es aber auch Töne, die völlig gleichbleibend sind, also entstehen sie nicht im Ohr.

Die Geräusche entstehen im Gehirn. Sie sind manchmal sehr quälend. Aber das Quälende ist nicht zwangsläufig, nicht jeder Tinnitus ist quälend. Darum ist es nicht sicher, dass das Tinnitusgeräusch allein für das extreme Leiden, mit dem es manchmal verbunden ist, verantwortlich ist. Naheliegender ist es, dass es ein Leiden im Menschen gibt, das sich durch den Tinnitus einen Ausdruck verschafft. Also nicht das Geräusch führt zum Leiden, sondern ein Leiden, das vorher vorhanden ist aber vielleicht gut verdrängt war, heftet sich an das Geräusch.

Menschen, die vom Tinnitus gequält werden, sind von etwas in ihrem Leben gequält worden oder werden von etwas gequält, was sie nicht mehr erinnern oder wahrhaben können, was aber gleichwohl nicht überwunden werden kann. Man könnte darum sagen, dass gewissermaßen nur das Schreien übrig bleibt.

Wahrscheinlich kommen beim Tinnitus mehrere Dinge zusammen. Tinnitus ist häufig bei Menschen mit Schwerhörigkeit. Tinnitus ist auch oft mit chronischen Schmerzen verbunden. Beides stützt die obengenannte These. Sie ist damit nicht bewiesen, aber sie scheint mir die wahrscheinliche Erklärung für die schlimme Form des Tinnitus.

Behandlungsformen

Es gibt kaum etwas, was nicht zur Behandlung des Tinnitus eingesetzt wurde. Das spricht dafür, dass alle diese Methoden nicht wirklich helfen. Vitamine, Elektrolyte, das Hormon Cortison, Mittel, die zur örtlichen Betäubung benutzt werden, durchblutungsfördernde Mittel, pflanzliche Präparate, Psychopharmaka, die sogenannte Magnetstimulation des Gehirns, Sauerstoffbehandlung, Hypnose, Klang- und Musiktherapie, Akupunktur – alles wurde versucht. Keine dieser Methoden hat ihren Wert in wissenschaftlichen Untersuchungen unter Beweis stellen können. Aber wenn ein Arzt oder Heilpraktiker seine Methode überzeugt anpreist, wird er vorübergehend einen gewissen positiven Effekt beim Patienten erzeugen. Seriöse Ärzte haben Mitleid mit gequälten Menschen und versuchen alles mögliche, um zu helfen. Scharlatane (von denen besonders viele im Internet zu finden sind) beuten die Kranken aus, weil die gequälten Menschen leicht an Versprechungen glauben, nur um endlich aufatmen zu können.

Eine besondere Erwähnung verdient die sogenannte Retraining Therapie. Dabei wird ein Geräusch erzeugt, das ähnlich klingt wie das Tinnitusgeräusch und der Patient soll, wenn er sich auf dieses wirkliche Geräusch konzentriert, das aber schwächer ist als der Tinnitus, vom Tinnitus abgelenkt werden. Aber auch diese Behandlung konnte ihre Wirksamkeit in strengen Untersuchungen nicht unter Beweis stellen.

Gibt es überhaupt eine wirksame Behandlung?

Zunächst sollte hier auch erwähnt werden, dass nicht jeder Tinnitus chronisch ist. Vielleicht gehören Sie zu den glücklichen Menschen, bei denen der Tinnitus so geht wie er gekommen ist, nämlich von alleine. Das gibt es nämlich auch, und zwar gar nicht selten. Also geben Sie den Mut nicht auf! Aber auf diesen Glücksfall zu warten, ist auch keine verlässliche Methode. Akzeptieren Sie, dass es kein Mittel oder Verfahren gibt, das den Tinnitus einfach beseitigen würde. Eine wirksame Behandlung ist langwierig und erfordert vom Patienten Mitarbeit und Geduld.

Die Deutsche Tinnitus – Liga e.V., eine Selbsthilfegruppe, hat 4705 Betroffene gefragt, welche der versuchten Therapien für sie am hilfreichsten waren. Die meisten Stimmen bekam die Psychotherapie, vor allem wenn sie in einer Spezialklinik für Tinnituskranke durchgeführt wurde. Von denen, die eine Psychotherapie gemacht hatten, war die Mehrheit der Meinung, dass dies von allen Therapieversuchen am meisten geholfen hätte. In einer Klinik ist der Kranke geschützt, von vielem Stress befreit und er findet in den Mitpatienten und Behandlern Menschen, die sein Leiden verstehen.

Psychotherapie im Falle des Tinnitus funktioniert nicht so, dass man sich die bösen Töne einfach abtrainieren könnte. Psychotherapie heißt das Leiden ernst nehmen und heraus zu finden, was es eigentlich ist. Das braucht Zeit und Geduld.

Hauptsymptome: Leise oder laute Geräusche aller Art, die im Gehirn erzeugt werden. Unter Umständen ist ein erhebliches Leiden damit verbunden.

Behandlung: Nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft verspricht eine geeignete Psychotherapie am ehesten Erfolg.

Weitere gute Informationen unter: http://www.tinnitus-liga.de/index.php

Beitrag von , letztmals geändert am 01.12.2015, 08:54 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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