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Vogelgrippe

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Was ist die Vogelgrippe?

Die Vogelgrippe ist eine richtige Grippe (medizinisch: Influenza). Sie wird verursacht durch ein Virus. Während sich das menschliche Grippevirus im Menschen vermehrt und von Mensch zu Mensch überspringt, vermehrt sich das Vogelgrippevirus in Vögeln und springt auch normalerweise nur von Vogel zu Vogel über. Nur gelegentlich ist es schon mal auf einen Menschen übergesprungen, das heißt ein Mensch hat sich angesteckt. Das ist zwischen 1997 und 2012, also in 15 Jahren, weltweit 600 Mal bekannt geworden. Aber es sind über die Hälfte der angesteckten Menschen daran gestorben.

Viren leben, indem sie in die Zellen eines Wirtes, z. B. Menschen oder Vögel, eindringen und die Zellen so umprogrammieren, dass sie viele neue Viren herstellen. Alle Grippeviren enthalten zwei Substanzen mit dem wissenschaftlichen Namen Hämagglutinin und Neuraminidase, abgekürzt H und N. M Diese beiden Substanzen brauchen die Viren, um in eine Zelle einzudringen und wieder heraus zu kommen.  Hämagglutinin und Neuraminidase sind bei den verschiedenen Grippeviren etwas unterschiedlich und darum unterscheidet man sie danach. Die Bezeichnung H1N1 bedeutet, das Virus enthält Hämagglutinin vom Typ 1 und Neuraminidase vom Typ 1. Ein Grippevirus mit der Bezeichnung H5N1 hat Hämagglutinin vom Typ 5 und Neuraminidase vom Typ 1. Was es genauer damit auf sich hat, wird gleich erklärt.

Das Virus der Vogelgrippe vermehrt sich überwiegend in Geflügel und kann durch Zugvögel über den ganzen Globus verbreitet werden.

Das Virus der Vogelgrippe vermehrt sich überwiegend in Geflügel und kann durch Zugvögel über den ganzen Globus verbreitet werden.

Symptome

Die Vogelgrippe macht die gleichen Symptome wie die Grippe, die wir kennen. Das sind plötzlicher Krankheitsbeginn mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl im ganzen Körper; hohes Fieber bis 40 Grad mit Schüttelfrost am Anfang; Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gliederschmerzen; trockener Husten und trockene Kehle; Appetitlosigkeit unter Umständen auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Die Grippe kann zusätzlich zu einer Lungenentzündung, einer Entzündung der Muskeln, einer Hirnentzündung und einer Herzmuskelentzündung führen. Jede dieser Komplikationen kann tödlich sein.

Die Grippe ist also eine ziemlich gefährliche Krankheit. Ab und zu kommt es zu Epidemien, bei denen viele Menschen sterben. Man rechnet damit, dass dies so zwei bis drei mal in einem Jahrhundert geschieht. Die letzte große Epidemie ist schon etwas her, so dass man fürchtet, dass es bald wieder eine solche große Epidemie geben wird, möglicherweise eine Vogelgrippe.

Was bedeutet, gegen eine Infektionskrankheit immun sein?

Dass die Grippe normalerweise keinen großen Schaden anrichtet, liegt daran, dass die meisten Menschen ganz oder teilweise immun dagegen sind. Immun bedeutet, dass der Körper die Viren kennt und nach ihrem Eindringen in den Körper schneller als sie sich vermehren können, Antikörper produziert, die die krankmachenden Viren vernichten. Danach ist das Virus im Körper nicht mehr vorhanden. Antikörper werden in den weißen Blutkörperchen gebildet. Es sind Gifte für die Viren. Für jedes Virus braucht der Körper spezielle Antikörper, also z. B. gegen das Virus der Kinderlähmung, der Pocken, der Masern, des Gelbfiebers usw. Diese Krankheiten bekommt man darum nur einmal. Den gleichen Effekt kann man durch Impfung erreichen.

(Manche Viren allerdings, wie z. B. das Virus, das Aids verursacht, kann der Körper aus bestimmten Gründen nicht vernichten. Sie bleiben im Körper und der Mensch braucht eine lebenslange Behandlung, damit sie sich nicht zu sehr vermehren. Auch das Herpesvirus bleibt im Körper, vermehrt sich aber nur unter besonderen Umständen und führt dann z. B. zur Gürtelrose, dem Herpes Zoster.)

Wenn die Kinder geboren werden, bekommen sie von der Mutter Antikörper mit, wodurch sie einen gewissen Schutz vor Infektionskrankheiten haben. Diese Antikörper halten einige Zeit vor. Wenn das Kind von Viren befallen wird und erkrankt, verläuft die Krankheit nicht so schwer, weil mütterliche Antikörper vorhanden sind. Das sind die sogenannten Kinderkrankheiten. Das Kind bildet bei einer Infektion eigene Antikörper, die es lebenslang vor der Krankheit schützen und gegebenenfalls gibt es Antikörper an das eigene Kind weiter.

Was macht die Vogelgrippe so gefährlich?

Das Immunsystem eines Menschen erkennt das Grippevirus am Hämagglutinin und an der Neuraminidase. Wenn der Körper Erfahrung mit der Grippe hat, kann er sehr schnell Antikörper bilden, die sich auf die Viren stürzen und sie unschädlich machen. Nun bauen die Grippeviren aber manchmal diese beiden Substanzen um, weil sich Gene im Virus ändern. Man nennt das Mutation. Aus N1 wird z. B. N2 und aus H1 wird vielleicht H7. Es ist jetzt nicht mehr das Virus H1N1, sondern H7N2. Das Virus hat sich gewissermaßen verkleidet und die Antikörper erkennen es nicht, bzw. nicht so schnell. Sie brauchen einige Zeit, um sich auf das neue Virus einzustellen. Die Grippe bricht aus.

Wenn der Körper schon einmal oder mehrfach von verschiedenen Typen der Grippe befallen war, dann hilft ihm das bei der Antikörperproduktion, soweit doch eine Ähnlichkeit zwischen den verschiedenen H und N Typen besteht. Die Krankheit verläuft milde. Darum erzeugt eine Epidemie bei den jungen Leuten oft schwerere Symptome als bei den Alten, weil sie eben weniger oder gar keine Erfahrung mit der Grippe haben. Auch wenn bei der Ansteckung nur sehr wenige Viren einverleibt werden, kann der Körper genügend Antikörper produzieren, bevor die Viren sich so sehr vermehrt haben, dass schwere Symptome auftreten.

Die große Gefahr ist also, dass ein Grippevirus in den Vögeln entsteht, das für den menschlichen Körper keine Ähnlichkeit mit den bekannten Grippeviren hat und dass darum die Antikörperproduktion eine längere Anlaufzeit braucht.

Wann könnte ein Vogelgrippevirus zu einer großen Epidemie führen?

Eine gefährliche Epidemie durch das Vogelgrippevirus kann also nur geschehen, wenn ein Grippevirus von Vögeln auf den Menschen überspringt und wenn dieses Virus sich von den üblichen Grippeviren so weit unterscheidet, dass die vorhandenen Antikörper im Menschen dagegen wirkungslos sind. Gefährlich ist auch, wenn die meisten Menschen keine Antikörper gegen Grippeviren haben, weil sie noch nie Berührung mit einer Grippe hatten.

Aber es reicht nicht, wenn ein Mensch vom Vogelgrippevirus angesteckt wird. Das ist ja schon oft geschehen. Das Virus muss auch in der Lage sein, in der Luft zu überleben, damit es von einem Menschen zum anderen, etwa durch die Atmung oder durch Husten, gelangen kann. Das können die Vogelgrippeviren, die bekannt geworden sind, nicht. Aber wenn das Virus so mutiert, dass es diese Fähigkeit erwirbt oder wenn ein Vogelgrippevirus, das einen Menschen befallen hat, im Menschen diese Fähigkeit vom menschlichen Grippevirus übernimmt, dann ist eine Vogelgrippeepidemie sehr wahrscheinlich. Eine Epidemie, die die ganze Welt betrifft, nennt man Pandemie. Und eine solche würde es wohl sein.

Vorsichtsmaßnahmen und Behandlung

Wenn eine Vogelgrippeepidemie ausbrechen sollte, wäre am wirksamsten, die infizierten Menschen zu isolieren, also in Quarantäne zu stecken, wie man des nennt. Das wird man auch unter Leitung der Gesundheitsämter versuchen. Es gibt dort entsprechende Pläne. Voraussetzung ist aber, dass noch nicht zu viele Menschen angesteckt sind. Man kann nicht die ganze Bevölkerung in Quarantäne stecken. Wirksam wäre auch Impfung. Aber wenn man den Grippevirustyp kennt, braucht man Tage bis Wochen, um den Impfstoff in ausreichender Menge herzustellen.

Man kann die Grippe, wenn sie sich voll entwickelt hat, auch mit Medikamenten behandeln. Aber das ist eine unsichere Sache.

Symptome: Die Vogelgrippe macht Symptome wie jede andere Grippe: hohes Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Husten usw. Gefährlich sind die Komplikationen.

Behandlung: Bei einer Grippeepidemie mit neuartigen Viren ist ein Schutz vor Ansteckung notwendig. Das ist effektiver als jede Behandlung. Wenn möglich, ist Impfung gegen das Virus wirksam.

Beitrag von , letztmals geändert am 10.12.2015, 09:53 Uhr.

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Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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