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Vorzeitiger Samenerguss

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Ralf ist ein junger Mann, den ich schon als Junge kannte. Bei seinem letzten Besuch druckste er etwas herum. „Ich komme immer so früh, wenn ich mit meiner Freundin schlafe. Ejakulatio praecox nennt man das, glaube ich.

Gibt es ein Mittel dagegen?“
„Ja, so heißt das in der Medizin. Aber machen Sie sich mal keine Sorgen darum. Da kann man was gegen tun.“ Ich gab dem jungen Mann einen Termin. Dann hätte ich Zeit, etwas ausführlicher mit ihm darüber zu sprechen.

„Meine erste Freundin, mit der ich das erste Mal geschlafen habe, wollte zwar viel Sex, aber sie war sehr ruhig dabei. Da hatte ich das Problem nicht. Es passiert immer mit der Freundin, die ich jetzt habe. Wir kennen uns noch nicht so lange, aber es war schon das erste Mal so. Es geht sofort bei mir los, wenn ich drin bin. Ich kann es nicht stoppen. Meine Freundin sagt zwar nichts, aber ich merke, wie enttäuscht sie ist. Ich traue mich schon gar nicht mehr, mit ihr zu schlafen.“
„Sie ist hübsch, aber mit Männern ist sie schüchtern. Ich bin ihr lange hinter her gelaufen.“
Ob sie denn großen Wert auf Sex lege, fragte ich vorsichtig.
„Ich habe inzwischen fast den Mut verloren.“

Die beiden sind zwar schon ein Paar, aber sie brauchen noch viel Zeit für sich selbst.

Direkt antwortete er nicht auf meine Frage. Ich schloss daraus, dass sich Ralf bei seiner Freundin nicht so richtig traut, weil er merkt, dass seine Freundin den Sex mit ihm gar nicht so sehr will. Ich hatte den Eindruck dass er so schnell kommt, weil sie und er mit dem Sex gar nicht so richtig was anzufangen wussten. Jeder der beiden dachte nur an seine Befriedigung und sie waren es noch nicht geübt, auf die Wünsche des anderen zu achten.

Es gibt ja viele Männer, die beim Sex gar nicht auf die Bedürfnisse der Frau achten. Und mit denen macht es einer Frau meistens nicht viel Spaß. Dann kann es schon vorkommen, dass sich eine solche Frau unbewusst so verhält, dass alles schnell vorbei ist. Aber Ralf schien mir nicht so einer zu sein, dem es egal wäre, was mit seiner Freundin ist. Ich hatte eher den Eindruck, dass er noch sehr unerfahren war und nicht wusste, dass eine Frau vor dem eigentlichen Sex verführt werden will. Sie braucht Zeit, nicht nur beim Beischlaf, sondern auch vorher. Das Problem bei den beiden war weniger, dass er zu schnell kam, als dass er zu schnell wollte.

Seine Freundin hätte die Sache darum wahrscheinlich andersherum erzählt. Sie hätte wohl eher gesagt, dass Ralf sich gar nicht um sie kümmere. Er wolle nur seine Befriedigung und er ginge gar nicht auf sie ein.

Wie funktionieren Orgasmus und Ejakulation?
Orgasmus mit Ejakulation (das ist lateinisch und heißt: herauswerfen, womit der Samen gemeint ist) kommen von alleine, wenn der Mann sexuell erregt ist und der Penis lange genug stimuliert wird. Der Orgasmus kündigt sich an, so dass der Mann merkt, dass er gleich kommen wird. Wenn er sofort reagiert, z. B. indem er die Stimulation unterbricht, kann er den Orgasmus unter Umständen noch verhindern. Wenn er das verpasst, kommt der point of no return, Orgasmus und Ejakulation sind nicht mehr zu stoppen. Normalerweise kann ein Mann die Ejakulation, verbunden mit dem Orgasmus, herbeiführen, bevor es von alleine geschieht. Das funktioniert nicht so direkt wie etwa die Bewegung eines Armes. Er braucht die Stimulation am Penis, er muss den Orgasmus wollen und er muss pressen, dann kommt er auch ziemlich bald.

Wie lange kann ein Mann eine Erektion haben? Das hängt davon ab, wie das Paar es haben will. Es gibt Situationen zwischen einem Mann und einer Frau, in der sie lange, über Stunden miteinander schlafen. Andere Paare reagieren eher wild und ekstatisch und sind schnell erschöpft. Aber auch ein und dasselbe Paar macht oft sehr unterschiedliche Erfahrungen miteinander. Kurz, es gibt da keine Regel und schon gar nicht eine Norm.

Vorzeitiger Samenerguss
Beim vorzeitigen Samenerguss kommt es zu schnell zu Orgasmus und Ejakulation. Der Mann ist nicht in der Lage, den kommenden Orgasmus zu stoppen. Im Extremfall kommt er, bevor der Penis überhaupt in der Scheide ist, oder sehr bald danach oder aber nach wenigen Minuten, jedenfalls so früh, dass es für den Mann nicht befriedigend ist und für die Frau schon gar nicht, weil eine Frau normalerweise etwas länger braucht, bis sie zum Orgasmus kommen kann.

Junge Männer, die noch ohne große Erfahrung mit der Sexualität sind, haben oft einen vorzeitigen Samenerguss. Aber meistens geht das vorbei. Der Mann lernt es, die Sache zu steuern. Mit der Zeit ist er immer besser in der Lage, den Zeitpunkt des Orgasmus zu bestimmen. Das vorzeitige Kommen ist also kein Grund zur Dramatisierung. Oft ist es nach einem vorzeitigen Samenerguss auch so, dass der Mann nach kurzer Zeit wieder kann, also wieder eine Erektion bekommt. Beim zweiten Mal kommt der Orgasmus nicht so schnell. Die Zwischenzeit kann ein Paar mit Liebesspiel überbrücken.

Die Ejakulatio praecox hängt auch mit der Beziehung zusammen. Die meisten Männer mit einem vorzeitigen Samenerguss haben den nicht bei jeder Frau. Ein Grund kann sein, dass sich die Frau nicht wirklich auf den Mann einstellt oder es ist der Mann, der sich nicht für die Gefühle der Frau beim Sex interessiert. Damit ist auch gesagt, was auf die Dauer hilft. Jedes Paar braucht Zeit, um sich aufeinander einstellen zu können. Das gilt besonders für die Sexualität.

Bei der Sexualität lässt sich kaum ausmachen, was von der Frau kommt, was vom Mann. Ich höre nicht selten von Frauen, dass ihr Partner  nur seine Befriedigung im Sinn hat und sich um die Frau gar nicht wirklich kümmere. Die Folge ist, dass sie nicht bis zum Orgasmus kommen könne. Das stimmt sicher in vielen Fällen. Aber manchmal ist es auch so, dass die Frau entweder bewusst oder unbewusst den Mann dazu bringt, die Sache schnell zu erledigen. Sie lässt sich nicht wirklich auf den Sex ein. So frage ich mich denn: Ist es wirklich der Mann, für den Sex nur seine eigene Befriedigung ist oder hat die Frau nicht verstanden, dass befriedigender Sex nur möglich ist, wenn beide dazu – wie auch immer – beitragen?

Was kann man tun?
Es gibt eine Menge guter Ratschläge, wie man einen vorzeitigen Samenerguss verhindern kann. Man kann es nach einer Pause wieder versuchen. Man kann ein Kondom benutzen, das das Gefühl am Penis weniger intensiv sein lässt. Es gibt Sprays und Cremes, die das Gefühl am Penis herabsetzen. Es gibt Techniken, die Kontrolle der Ejakulation zu üben. Im Internet sind sie beschrieben. Alle diese Maßnahmen helfen auch irgendwie. Aber es sind Versuche, ein Problem der Beziehung und Probleme mit den Gefühlen auf eine technische Weise zu lösen. Das funktioniert nur begrenzt.

Was man tun sollte? Erstens sich klar machen, dass es keine Tragödie ist. Zweitens sollte man sich und den Partner nicht unter Druck setzen. Man sollte geduldig mit sich und der Freundin sein.

Man kann auch die genannten Techniken versuchen, aber man sollte wissen, dass das Problem eine Frage der Beziehung ist. Wenn man es noch schafft mit der Freundin darüber zu reden, dann kann eigentlich nichts schief gehen.

Was Ralf und seine Freundin betrifft, da geht jeder noch nicht so richtig auf den anderen ein. Beide sind noch sehr jung, noch sehr mit sich beschäftigt, wie es in ihrem Alter normal ist. Eigentlich sind sie noch zu jung für die Liebe. Sie müssen beide erst mal mit sich selbst klar kommen, dann können sie sich auch besser auf den anderen einstellen und dann klappt das auch mit der Sexualität besser.

Hauptsymptome: Orgasmus und Ejakulation kommen so früh, wenn es der Mann und die Frau noch nicht wollen.

Behandlung: Geduld. Der Mann sollte besser auf die Frau, die Frau besser auf den Mann eingehen. Dann kann man gemeinsam auch die Techniken versuchen, die oben beschrieben sind.

Im Internet findet man unter dem Stichwort “vorzeitiger Samenerguss” viele Artikel und Anzeigen. Die Anzeigen wollen natürlich ein Produkt, das helfen soll, verkaufen und sind vielfach nicht seriös. In den Berichten ist fast ausschließlich von Techniken, wie man das Problem beheben soll, die Rede.

Beitrag von , letztmals geändert am 15.10.2015, 13:29 Uhr.

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Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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