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Blasenentzündung (Zystitis)

Jede Einzelheit in den Krankengeschichten von Gesundheitsthema stellt eine wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis dar. Insofern ist in diesen Geschichten nichts zufällig, sie vermitteln das aktuelle Wissen der Medizin über das Krankheitsbild. - Lediglich Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig.

Julia kenne ich noch aus ihren Kindertagen, als sie schon mal mit ihrer Mutter kam. Darum duze ich sie. Sie ist jetzt 19 Jahre alt und ist bisher noch nicht wegen einer Krankheit bei mir gewesen.

Neulich aber kam sie ohne Anmeldung in die Sprechstunde und, da sie Schmerzen hatte, schickte meine Hilfe sie schnell zu mir herein.

Die meinte zu mir: „Die Liebe mal wieder“ und lachte.

„Wir haben Urlaub gemacht. Ein paar Tage am Meer. Es war wunderschön. Aber am Ende bekam ich Schmerzen beim Wasserlassen. Ich muss dauernd aufs Klo und es tut furchtbar weh. Es brennt, aber es ist gar nicht viel in der Blase. Am letzten Tag konnte ich gar nicht mehr aus dem Hotel. Bei der Rückfahrt musste mein Freund dauernd anhalten.“

Typische Geschichte. Ich war mir sicher, eine Blasenentzündung.
„Wie lange kennen Sie ihren Freund?“
„Wir kennen uns seit einem halben Jahr.“
Wahrscheinlich hatten die beiden guten Sex im Urlaub, ich fragte aber nicht danach.
„Jetzt gehen Sie mal auf die Toilette und machen ein bisschen Urin in den Becher, den Ihnen meine Hilfe geben wird.“

Die gesunde Harnblase enthält keine Bakterien. Darum ist der Urin normalerweise auch steril und es hatte Sinn, dass die Menschen früher, wenn sie kein sauberes Wasser hatten, verschmutzte Wunden mit ihrem Urin ausgewaschen haben. Die Blase empfängt über den rechten und linken Harnleiter den Urin tröpfchenweise von den Nieren. Wenn sie voll ist, spürt man Harndrang und die Blase entleert sich über die Harnröhre nach außen. Bei den Frauen ist die Harnröhre kurz. Sie führt von der Blase zur Scham, wo sie vor der Scheide außen mündet. Beim Mann ist die Harnröhre sehr viel länger, weil sie durch den Penis führt.

Es gibt an der Scham, in der Nähe der Scheide und des Afters, immer Bakterien. Wenn Bakterien ihren Weg in die Harnröhre finden, werden sie durch den Urin nach außen gespült, so dass sie es nicht bis in die Blase schaffen. Aber unter bestimmten Umständen, z. B. bei intensivem Sex oder in der Schwangerschaft schaffen sie es bei Frauen doch bis in die Blase und die entzündet sich dann. Bei Männern passiert es leichter wenn im Alter die Prostata vergrößert und darum die Blasenentleerung erschwert ist.

Julia ging zu meiner Hilfe. Die Schnelluntersuchung der Urinprobe  bestätigte die Diagnose Blasenentzündung. Ich verschrieb Julia ein Antibiotikum, von dem ich wusste, dass es normalerweise bei einer Blasenentzündungen hilft. Sie soll so viel trinken, wie sie kann, um die Bakterien aus der Blase zu spülen. In spätestens zwei Tagen sollten die Beschwerden so gut wie vorbei sein.

Dann klärte ich sie auf. Die Blasenentzündung ist eine häufige Erkrankung bei Frauen, wahrscheinlich wegen der anatomischen Verhältnisse. Normalerweise gehen die Beschwerden schnell vorbei und kommen auch nicht wieder. „Wenn du aber jetzt nicht schnell beschwerdefrei wirst, muss man einen Test machen, gegen welches Antibiotikum die Erreger der Blasenentzündung empfindlich sind. Das wäre ein bisschen kompliziert, weil wir jetzt schon mit einer Antibiotikumbehandlung angefangen haben. Wenn die Entzündung nach kurzer Zeit wieder kommt, was aber nicht wahrscheinlich ist, dann sollten wir eine genaue Untersuchung beim Urologen machen, um nach der Ursache zu forschen. Dafür kommen dann viele Möglichkeiten in Frage.“

Ich sagte ihr noch, dass sie die Schamregion normal sauber halten, aber keine besonderen Maßnahmen ergreifen soll. Natürlich könne man nicht garantieren, dass sie mal wieder eine Blasenentzündung bekommt, leicht auch nach intensivem Sex. Eine Blasenentzündung sollte auf jeden Fall sofort behandelt werden; denn sie kann dann gefährlich werden, wenn die Bakterien weiter nach oben in die Nierenbecken wandern und dort eine Nierenbeckenentzündung verursachen.

Etwas gegen die Schmerzen brauchte Julia nicht. Nach zwei Tagen kam sie wieder, beschwerdefrei.

Symptome: Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang

Behandlung: Antibiotika

Beitrag von , letztmals geändert am 16.01.2016, 19:05 Uhr.

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Herausgeber

Prof. Dr. med. Frank Matakas
Herausgeber medizinische Beiträge

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